Jahresbericht

Webcode V210808 | Erschienen am 17. Juli 2024 | Letzte Änderung 17. Juli 2025

Jahresbericht 2025

2025 war ein ebenso bewegtes wie richtungsweisendes Jahr für die Apothekerschaft. Auf fast 130 Seiten dokumentiert der Jahresbericht die wichtigsten Herausforderungen und Erfolge des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg und seiner Mitgliedsapotheken.
Im Mittelpunkt standen das langwierige politische Ringen um eine geplante Apothekenreform sowie die intensive Überzeugungsarbeit des LAV gegenüber Politik, Öffentlichkeit und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens. Protestaktionen und sehr viele politische Gespräche begleiteten intensiv die Debatte um die Zukunft der wohnortnahen Arzneimittelversorgung.

Daneben prägten unter anderem die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) und zahlreiche Anpassungen bei Verträgen und Abrechnungsprozessen den Apothekenalltag.
Auch innerhalb des Verbandes wurden wichtige Weichen gestellt: Mit dem angekündigten Ausscheiden von Geschäftsführerin Ina Hofferberth nach mehr als drei Jahrzehnten im LAV und fast 30 Jahren an der Spitze der Geschäftsstelle begann der Wechsel in der hauptamtlichen Führungsebene des Verbandes.

Lesen Sie die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2025 noch einmal nach und erhalten Sie einen Überblick über die Arbeit von Haupt- und Ehrenamt, die Leistungen der Fachabteilungen und Gremien sowie über den Haushaltsbericht und die wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes.

Sie finden den aktuellen Jahresbericht 2025 untenstehend nach Monaten sortiert oder unten als Dokument zum Download.

Januar

ARZNEIMITTELVERSORGUNGSVERTRAG AN DAS E-REZEPT ANGEPASST

Zum 1. Januar 2025 wurde der Arzneimittelversorgungsvertrag mit der AOK Baden-Württemberg und der SVLFG umfassend überarbeitet und an die Anforderungen des E-Rezepts angepasst. Im Mittelpunkt standen zahlreiche redaktionelle und technische Anpassungen, um die digitalen Verordnungs- und Abrechnungsprozesse rechtssicher und praxistauglich auszugestalten.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählten die Verstetigung der Friedenspflicht bei formalen Fehlern auf E-Rezepten, verbesserte Regelungen für das Beanstandungsverfahren sowie die vollständige Umstellung auf eine rein elektronische Abrechnung. Dadurch wurden Bürokratie reduziert, Abrechnungsprozesse vereinfacht und die Nachvollziehbarkeit von Beanstandungen verbessert. Zudem wurden Vorgaben für die Genehmigung von Ernährungstherapeutika ohne hinterlegte Vertragspreise präzisiert.

Mit der Novellierung wurde ein weiterer wichtiger Schritt vollzogen, um die vertraglichen Rahmenbedingungen an die digitale Versorgungspraxis anzupassen und den Apotheken mehr Rechtssicherheit im Umgang mit dem E-Rezept zu geben.

APOTHEKERSCHAFT IM DIALOG MIT DER FDP

Beim FDP-Landesparteitag am 5. Januar 2025 in Fellbach begleiteten Vertreterinnen und Vertreter von Landesapothekerverband (LAV) und Landesapothekerkammer (LAK) die Veranstaltung mit einem Dialogstand. Dort nutzten sie die Gelegenheit, mit Delegierten und politischen Entscheidungsträgern über die aktuelle Situation der Apotheken zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen das zunehmende Apothekensterben und die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen für Vor-Ort-Apotheken. Die Vertreter der Apothekerschaft machten anhand aktueller Zahlen deutlich, dass allein im Jahr 2024 rund
70 Apotheken in Baden-Württemberg schließen mussten. Sie forderten deshalb schnelle politische Maßnahmen aus Berlin, um die flächendeckende Arzneimittelversorgung zu sichern.

Auch die neue FDP-Landesspitze um Hans-Ulrich Rülke sowie weitere Landespolitiker suchten den Austausch mit der Apothekerschaft am Stand.

VERDIENTE EHRUNG: FRITZ BECKER ERHÄLT BUNDESVERDIENSTKREUZ

LAV-Ehrenpräsident Fritz Becker wurde am 14. Januar für sein jahrzehntelanges berufspolitisches, gesellschaftliches und soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Der Apotheker trat 1982 dem LAV bei und übernahm 1988 sein erstes berufspolitisches Amt. 1992 wurde er in den LAV-Vorstand gewählt, 1998 übernahm er das Präsidentenamt. Von 2009 bis 2022 stand Becker als Vorsitzender an der Spitze des Deutschen Apothekerverbands (DAV) und prägte die politischen und vertraglichen Rahmenbedingungen für die inhabergeführten Apotheken maßgeblich mit.

Darüber hinaus initiierte Becker die Funktion der Patientenbeauftragten in den Landesverbänden und war Gründungsvater des Hilfswerks der Baden-Württembergischen Apothekerinnen und Apotheker. Auch mit der ersten digitalen Rezeptsammelstelle Deutschlands setzte er wichtige Impulse für die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum.

DIE EPA FÜR ALLE: NEUE CHANCEN UND AUFGABEN FÜR APOTHEKEN

Mit dem Start der „ePA für alle“ in ersten Modellregionen begann Mitte Januar 2025 die schrittweise Einführung der elektronischen Patientenakte. Für Apotheken eröffnete sich damit die Möglichkeit, Medikationsdaten künftig stärker in die pharmazeutische Betreuung einzubeziehen. Über die zum Start geführte elektronische Medikationsliste (eML) wurden verordnete und abgegebene Arzneimittel automatisch dokumentiert, während zu einem späteren Zeitpunkt der elektronische Medikationsplan (eMP) eine strukturierte Übersicht über die aktuelle Medikation mit zusätzlichen AMTS-relevanten Informationen bieten sollte. Für Patientinnen und Patienten versprach dies mehr Transparenz über die eigene Medikation sowie eine sicherere und besser abgestimmte Versorgung.

Vor-Ort-Apotheken sollten künftig an der Aktualisierung des Medikationsplans mitwirken und ihn in die Prüfung auf Wechselwirkungen einbeziehen. Damit verband sich ein großes Potenzial zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit und zur stärkeren Vernetzung der Versorgung. Gleichzeitig blieb die Datensicherheit ein zentrales Thema; bekannte Sicherheitslücken sollten vor dem bundesweiten Rollout geschlossen werden. ABDA, DAV und gematik stellten Apothekenteams Informationsmaterialien und Schulungsangebote zur Vorbereitung auf die neuen Aufgaben bereit.

Begleitend präsentierten verschiedene Anbieter von Apothekenverwaltungssystemen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „gematik trifft“, wie die elektronische Patientenakte technisch in die Apothekensoftware integriert werden sollte. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die praktische Nutzung der digitalen Medikationsliste im Apothekenalltag.

ABDA-TALK: MIT DER GESUNDHEITSPOLITIK IM DIALOG

Ende Januar 2025 veranstaltete die ABDA den gesundheitspolitischen Diskussionsabend „Lass uns reden! – Der ABDA-Talk“. Auf dem Podium diskutierten wichtige Bundestagsabgeordnete wie Tino Sorge (CDU/CSU), Prof. Andrew Ullmann (FDP), Martina Stamm-Fibich (SPD), Dr. Paula Piechotta (Bündnis 90/Die Grünen) und Kathrin Vogler (Die Linke) gemeinsam mit ABDA-Präsident Thomas Preis. Thema war die wirtschaftliche Lage der Apotheken, ihre Rolle im Gesundheitssystem und notwendige politische Weichenstellungen im Vorfeld der Bundestagswahl. Die Veranstaltung wurde live im Internet übertragen und bot allen Apotheken eine wichtige Plattform für den gesundheitspolitischen Austausch.

PTA-AUSBILDUNG IN TEILZEIT – WELCHE SCHULEN SIND DABEI?

Seit 2023 war es prinzipiell möglich, dass PTA-Schulen die PTA-Ausbildung auch in Teilzeit anbieten. Die Ausbildungszeit verlängerte sich dann entsprechend. Apotheken, die beispielsweise ihre besonders engagierten und kompetenten PKA zur PTA weiterentwickeln wollen, profitierten von diesem Modell. Denn durch eine Teilzeitausbildung zur PTA konnten diese PKA weiterhin in Teilzeit in der Apotheke beschäftigt bleiben. Der LAV hatte für seine Mitglieder bei den Schulen eine Abfrage gestartet, welche Schule diese interessante Teilzeitausbildung auch tatsächlich aktiv anboten.

BESSER KOMMUNIZIEREN AM HV-TISCH

Die LAV-Akademie bot Apothekenteams ein neues Kommunikations-Coaching an, um den Umgang mit anspruchsvollen Kundengesprächen im Apothekenalltag zu stärken. Hintergrund waren häufige Diskussionen etwa zu Rezeptpflicht, Rabattverträgen oder Preisen, die Zeit und Nerven im HV-Bereich beanspruchten.

Das Coaching kombinierte ein zweistündiges Online-Seminar zu Grundlagen wie aktivem Zuhören oder Fragetechniken mit einem vierstündigen Praxistraining direkt in der Apotheke. Ziel war es, mehr Sicherheit im Kundengespräch zu gewinnen, die Patientenzufriedenheit zu erhöhen und zugleich den Teamzusammenhalt zu stärken.

Februar

APOTHEKENABSCHLAG ABGESENKT – KLEINE ENTLASTUNG FÜR DIE BETRIEBSSTÄTTEN

Der durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz befristet erhöhte Apothekenabschlag lief Anfang 2025 aus. Nach zwei Jahren mit einem Abschlag von 2,00 Euro sank dieser zum 1. Februar 2025 wieder auf 1,77 Euro. Die Softwarehäuser wurden rechtzeitig über die Anpassung informiert, damit die Änderung in den Apothekensystemen umgesetzt werden konnte. Für viele Apotheken bedeutete die Rückkehr zum niedrigeren Abschlag eine dringend benötigte, wenn auch begrenzte Entlastung in einer weiterhin wirtschaftlich angespannten Situation.

AOK VERZICHTET VORSORGLICH AUF VERJÄHRUNG BEI REZEPTUR-RETAXATIONEN

Die AOK Baden-Württemberg informierte Anfang Februar 2025 Apotheken über einen vorsorglichen Verzicht auf die Einrede der Verjährung bei strittigen Rezeptur-Retaxationen. Hintergrund war die unterschiedliche Auslegung der Arzneimittelpreisverordnung, nachdem Anlagen der Hilfstaxe schon zum 1. Januar 2024 gekündigt worden waren. Seither bestanden für Apotheken Unsicherheiten in der Taxierung.

Der erklärte Verjährungsverzicht sollte sicherstellen, dass mögliche Erstattungsansprüche der Apotheken auch bei einer späteren höchstrichterlichen Klärung bestehen bleiben. Der LAV begrüßte dieses Vorgehen grundsätzlich und wies darauf hin, dass für betroffene Apotheken zunächst kein unmittelbarer Handlungsbedarf bestünde.

LAV BEZAHLT MITGLIEDERN DIE GEDISA-BASIS-MITGLIEDSCHAFT

Am 17. Februar 2025 stellte das Gedisa ApothekenPortal auf die neue Basismitgliedschaft und leistungsstärkere Plus-Pakete um. Für LAV-Mitgliedsapotheken übernahm der Verband die Kosten für die Basismitgliedschaft im gesamten Jahr 2025 – sowohl für Haupt- als auch für Filialapotheken. Das Basispaket umfasste unter anderem deren Präsenz in der ApoGuide-App, die Weitergabe von Apothekendaten an Gematik- und Krankenkassen-Apps sowie Module für pharmazeutische Dienstleistungen, Impfdokumentation und den Kommunikationsdienst ApoMail.

HILFSWERK UNTERSTÜTZT PROJEKT FÜR PSYCHISCHE GESUNDHEIT JUNGER MENSCHEN

Das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker unterstützte 2025 den Verein „irrsinnig menschlich“ und sammelte Spenden. Ziel der Initiative war es, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen stärker zu enttabuisieren und frühzeitig Hilfe anzustoßen.

Im Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ kamen Schülerinnen und Schüler mit Betroffenen und Angehörigen ins Gespräch und tauschten sich offen über Themen wie Ängste, Depressionen, Mobbing oder Sucht aus. Unterstützt wurde das Projekt auch vom baden-württembergischen Sozialminister Manne Lucha als Schirmherr. Die Apothekerschaft setzte damit ein Zeichen für Prävention und gesellschaftliche Verantwortung.

APOTHEKEN SETZEN IMPULSE FÜR HÖHERE IMPFQUOTEN

Bei der 7. Sitzung der Landesarbeitsgemeinschaft „Impfen“ am 26. Februar 2025 im Sozialministerium Baden-Württemberg brachte Dr. Sandra Barisch für den LAV die Perspektive der Apothekerschaft in die Diskussion zur Verbesserung der Impfquoten ein. Sozialminister Manne Lucha hatte Vertreterinnen und Vertreter aus Ärzteschaft, Krankenkassen, öffentlichem Gesundheitsdienst und Apotheken eingeladen, um Maßnahmen gegen die niedrigen Impfquoten im Land zu beraten.

Der LAV stellte das wachsende Engagement der Apotheken beim Impfen vor, darunter mehr als 200 impfende Apotheken sowie Fortbildungs- und Informationsangebote wie den „Impfdialog regional“ und die Kampagne „Impfopoint“. Zudem regte der Verband die Einführung eines elektronischen Impfpasses mit Erinnerungsfunktion an. Das Sozialministerium nahm die eingebrachten Vorschläge zur weiteren Prüfung auf.

GEDISA-PORTAL: APOTHEKENDATEN IN EIGENER VERANTWORTUNG PFLEGEN

Der LAV erinnerte seine Mitglieder daran, dass Apothekeninhaber:innen selbst für die Pflege ihrer Daten im GEDISA-Apothekenportal verantwortlich sind. Änderungen wie neue Filialapotheken oder die Abgabe bzw. Schließung von Betrieben mussten eigenständig im Portal aktualisiert werden. Auch bei Aufgabe aller Apotheken war eine Deaktivierung des Kontos erforderlich, da sonst weiterhin Kosten entstehen konnten. Der Verband selbst konnte lediglich den Mitgliedsstatus übermitteln, jedoch keine Änderungen an den Portaldaten vornehmen.

BUNDESTAGSWAHL: NEUE ABGEORDNETE AUS BADEN-WÜRTTEMBERG IM ÜBERBLICK

Nach der Bundestagswahl informierte der LAV im Februar über die neu gewählten Abgeordneten aus Baden-Württemberg. Im Vorfeld der Wahl hatte der Verband zahlreiche Kontakte zu Kandidatinnen und Kandidaten genutzt, um auf die wirtschaftlich angespannte Lage der Apotheken aufmerksam zu machen. Viele Politikerinnen und Politiker hatten Apotheken besucht und sich vor Ort ein Bild von deren Versorgungsleistung gemacht. Den Mitgliedern wurde anschließend ein Überblick über die Bundestagsabgeordneten in ihren jeweiligen Wahlkreisen zur Verfügung gestellt.

MEHR FREIHEIT BEI SELBSTTESTS: APOTHEKEN DÜRFEN WEITERE LAIENTESTS ABGEBEN

Ab Februar 2025 durften Apotheken eine größere Bandbreite an In-vitro-Diagnostika zur Anwendung durch Laien abgeben. Grundlage war eine Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung, durch die bisherige Abgabebeschränkungen für viele Erregernachweise aufgehoben wurden. Ziel des Gesetzgebers war eine schnellere Erkennung von Infektionskrankheiten und eine bessere Information der Bevölkerung durch fachliche Beratung in Apotheken. Unverändert blieb jedoch, dass nur bestimmte Schnelltests – etwa auf HIV, Hepatitis C oder SARS-CoV-2 – direkt in Apotheken angewendet werden durften.

WUNDVERSORGUNG: „HICKHACK“ UM ERSTATTUNGS-FÄHIGKEIT

Zu Jahresbeginn 2025 sorgte das drohende Auslaufen der Erstattungsfähigkeit sogenannter „sonstiger Produkte zur Wundbehandlung“ für große Verunsicherung in Arztpraxen und Apotheken auch in Baden-Württemberg. Betroffen waren moderne Wundversorgungsprodukte wie silberhaltige Wundauflagen, Hydrogele oder honighaltige Auflagen, die die Heilung aktiv unterstützen, aber nicht zu den klassischen Verbandmitteln zählen. Ohne eine Verlängerung der Übergangsregelung hätten diese Produkte nicht mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können – mit möglichen Versorgungsproblemen für Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden.

Erst im Zuge des Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetzes wurde im Februar die Übergangsfrist verlängert. Bei entsprechender Meldung im ABDA-Artikelstamm blieben die Produkte damit bis zum 1. Dezember 2025 erstattungsfähig. Die technische Umsetzung in den Apothekensystemen konnte jedoch erst ab März 2025 erfolgen.

BUNDESTAGSWAHL 2025 LÖSTE GESUNDHEITSPOLITISCHE ERWARTUNGEN AUS

Die vorgezogene Bundestagswahl am 23. Februar 2025 führte zu einer Neuordnung der politischen Kräfteverhältnisse auf Bundesebene. Im Zuge der Regierungsbildung standen insbesondere gesundheitspolitische Themen im Fokus der Apothekerschaft.
Gleichzeitig kursierten über Wochen zahlreiche Spekulationen zur Besetzung des Bundesgesundheitsministeriums. Der LAV begleitete die Entwicklungen eng und setzte sich weiterhin für die Interessen der Apotheken in Baden-Württemberg ein.

UKRAINE-HILFE DER APOTHEKERSCHAFT GEHT WEITER

Auch drei Jahre nach Beginn des Krieges blieb die humanitäre Hilfe der baden-württembergischen Apothekerschaft für die Ukraine notwendig. Über das Hilfswerk und den Projektpartner action medeor wurden weiterhin medizinische Versorgungsgüter, Wasser, warme Mahlzeiten sowie Winterhilfen wie Öfen, Decken und Kleidung organisiert. Besonders schwierig blieb die Versorgung chronisch kranker Menschen in den kriegsbetroffenen Regionen. Angesichts zerstörter Infrastruktur und akuter Notlagen rief das Hilfswerk die Apotheken im Land erneut zu Spenden und Unterstützung auf, um die Hilfe für die Bevölkerung fortzuführen.

NEUER LAV-SOFO-MARKT PRODUKTKATALOG ERSCHIENEN

Der LAV stellte seinen Mitgliedern den neuen LAV-SOFO-MARKT Produktkatalog 2025 vor. Darin waren zahlreiche Neuheiten, bewährte Bestseller sowie aktuelle Angebote für Apotheken zusammengestellt.

Parallel dazu konnten alle Produkte auch bequem über den Webshop des LAV-SOFO-MARKT recherchiert und bestellt werden. Dort standen detaillierte Produktinformationen, Preise und eine Suchfunktion nach Artikelnummer oder Produktname zur Verfügung. LAV-Mitglieder profitierten zudem von einem Mitgliedsrabatt von fünf Prozent im Online-Shop.

März

IMPFPASS-CHECK: IMPFLÜCKEN FRÜHZEITIG ERKENNEN

Am 6. März informierte der LAV in einer Pressemitteilung die Öffentlichkeit über die Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes und machte auf den Service des Impfpass-Checks in Apotheken aufmerksam. Viele Menschen wüssten nicht, ob ihre Impfungen noch aktuell seien oder welche Auffrischungen empfohlen würden. Apotheken unterstützten Bürgerinnen und Bürger dabei, Impflücken zu erkennen und auf Basis der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) individuelle Hinweise zu notwendigen Impfungen zu geben.
Die Impfungen gegen Grippe- oder COVID-19 konnten bereits direkt in vielen Apotheken durchgeführt werden.

FRÜHZEITIG GRIPPEIMPFSTOFFE VORBESTELLEN FÜR DEN HERBST SICHERN

Fast gleichzeitig wies das Paul-Ehrlich-Institut schon auf deutlich zu niedrige Vorbestellungen von Grippeimpfstoffen für die folgende Saison 2025/26 hin. Das RKI warnte vor möglichen Lieferengpässen im Herbst. Der LAV in Baden-Württemberg informierte Apotheken darüber, dass Bestellungen bis spätestens 31. März 2025 erfolgen mussten. Apotheken wurden zudem aufgefordert, Praxen aktiv anzusprechen und gemeinsam rechtzeitig vorzusorgen.

„IMPF-DIALOG 2025 REGIONAL“ STÄRKTE AUSTAUSCH UNTER APOTHEKEN

Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Impf-Dialog 2025 REGIONAL“ förderte die LAV-Akademie den kollegialen Austausch zwischen bereits impfenden Apotheken und solchen, die ein Impfangebot planen. Zwischen Anfang Februar und Mitte März fanden zwölf Präsenzveranstaltungen in ganz Baden-Württemberg statt, an denen rund 220 Apothekenteams teilnahmen.

Ein Impulsvortrag zu rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen bildete jeweils den Auftakt, bevor der praktische Erfahrungsaustausch „aus der Praxis für die Praxis“ im Mittelpunkt stand. Die Bilanz fiel positiv aus: Ein Teil der bislang noch nicht impfenden Apotheken kündigte an, künftig Impfangebote – etwa zur Grippeschutzimpfung – prüfen oder einführen zu wollen. Die Veranstaltungsreihe setzte damit wichtige Impulse für den Ausbau von Impfleistungen in Apotheken und für regionale Netzwerke zwischen den Betrieben.

ABDA-APOTHEKENKAMPAGNE SETZT 2025 AUF ECHTE GESICHTER

Nach der Bundestagswahl und während der laufenden Sondierungsgespräche rückte die ABDA mit der Kampagne „Gesundheit sichern. Die Apotheke.“ erneut die Bedeutung der Apotheken für die Gesundheitsversorgung in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Vier neue Motive mit authentischen Porträts von Apothekerinnen und Apothekern betonten unter dem Claim „Weil es um Menschen geht. Die Apotheke.“ die wohnortnahe und niedrigschwellige Arzneimittelversorgung.

Die Kampagne wurde bundesweit ausgespielt: Videoanzeigen starteten auf den Social-Media-Kanälen der ABDA, im April folgten Plakatierungen auf rund 700 Flächen in Nahverkehrsnetzen mehrerer Großstädte sowie auf digitalen Großflächen am Berliner Hauptbahnhof. Im Mai waren die Motive zudem auf rund 340 Werbeflächen an ICE-Bahnhöfen der Deutschen Bahn präsent. Ergänzend stellte die ABDA Materialien zur Verfügung, die Apotheken und Organisationen für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit nutzen konnten.

Parallel zur neuen Kampagnenphase stellte die ABDA auf der Plattform www.apothekenkampagne.de einen neuen Motiv-Generator vor. Damit konnten Apothekerinnen und Apotheker personalisierte Kampagnenmotive erstellen und sich selbst in den Look der bundesweiten Plakatkampagne integrieren.

APOTHEKERSCHAFT BRACHTE ZENTRALE ANLIEGEN IN KOALITIONSVERHANDLUNGEN EIN

Im März 2025 wurden im Zuge der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe Gesundheit bekannt. Darin fanden sich mehrere zentrale Forderungen der Apothekerschaft wieder, darunter eine Anpassung des Apothekenfixums, eine Dynamisierung des Honorars, die Aufhebung des Skonto-Urteils sowie der Wegfall von Nullretaxationen.

LAV-Präsidentin Tatjana Zambo wertete dies als Zeichen dafür, dass die Argumente und das Engagement der Apothekerschaft in Politik und Öffentlichkeit zunehmend wahrgenommen werden. Gleichzeitig wurde betont, dass die geplanten Maßnahmen erst mit ihrer Aufnahme in den Koalitionsvertrag und einer anschließenden gesetzlichen Umsetzung verbindlich werden. Der Verband rief daher dazu auf, den politischen Dialog mit Bundestagsabgeordneten weiterhin aktiv zu suchen und die Gespräche fortzuführen.

„RICHTIG TAXIEREN“: SICHERHEIT BEI DER REZEPTBE-LIEFERUNG

Die LAV-Akademie setzte 2025 ihre bewährte Seminarreihe „Richtig taxieren“ fort und unterstützte Apothekenteams dabei, Rezepte korrekt zu beliefern und Retaxationen zu vermeiden. In praxisnahen Schulungen vermittelten Expertinnen der LAV-Abteilung Taxation die aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben rund um die Rezeptabrechnung.

Bei den ersten Veranstaltungen im März brachten Andrea Jansen und Jana Zgubinski rund 80 Apothekenmitarbeitende auf den neuesten Stand. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden umfangreiche Seminarunterlagen als Nachschlagewerk für den Apothekenalltag. Die Seminare wurden von den Teilnehmenden besonders für ihre Praxisnähe, fachliche Tiefe und den direkten Bezug zu typischen Fragestellungen in der Offizin sehr positiv bewertet.

E-REZEPT: KLARSTELLUNGEN ZU ENTLASSREZEPTEN UND FORMFEHLERN

Auch 2025 lief das E-Rezept in der Praxis nicht überall reibungslos. Zur Klärung offener Fragen erläuterte der GKV-Spitzenverband seine Auslegung der geltenden Vorgaben. Demnach konnten Entlassrezepte in Kliniken sowohl von Fachärzten als auch von deren Vertretern ausgestellt werden, etwa von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung oder Assistenzärzten. Ein von einem Assistenzarzt ausgestelltes und signiertes (E-)Entlassrezept galt daher als ordnungsgemäß, auch wenn eine Facharztbezeichnung fehlte.

Darüber hinaus kam es vereinzelt zu E-Rezepten mit unvollständigen Angaben, etwa bei der Anschrift der Arztpraxis oder beim Namen der Praxis. Den Krankenkassen wurde empfohlen, solche Rezepte nicht zu beanstanden. Anders verhielt es sich beim Patientennamen: Dieser musste vollständig auf dem E-Rezept angegeben sein, da nur so die Anforderungen der Arzneimittelverschreibungsverordnung erfüllt wurden.

APOTHEKERSCHAFT UNTERSTÜTZT ERDBEBENHILFE FÜR MYANMAR

Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar am 28. März rief das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker umgehend zu Spenden für die betroffene Bevölkerung auf. Tausende Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt, während Krankenhäuser, Straßen und Brücken zerstört wurden. Die medizinische Versorgung brach vielerorts zusammen, Medikamente und Ausrüstung fehlten, und in überfüllten Notunterkünften wuchs die Gefahr von Seuchenausbrüchen.

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation entsandte der Projektpartner action medeor eine mobile Klinik in die ländlichen Erdbebenregionen, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Parallel wurden Hilfsmaßnahmen wie die Bereitstellung von Nahrung, Trinkwasser und Notunterkünften in mehr als 20 Dörfern rund um das Epizentrum organisiert.

Um schnelle Hilfe zu ermöglichen, stellte das Hilfswerk zunächst 5.000 Euro Soforthilfe bereit. Gleichzeitig wurden Apothekerinnen und Apotheker sowie ihre Teams in Baden-Württemberg zu weiteren Spenden aufgerufen. Hintergrund der besonders schwierigen Lage war auch die ohnehin angespannte Situation im Land: Politische Unruhen der vergangenen Jahre und eine fragile Infrastruktur erschwerten die Hilfsmaßnahmen erheblich, sodass zahlreiche abgelegene Dörfer nur schwer erreichbar waren.

April

ELEKTRONISCHE ABRECHNUNG VON SCHUTZIMPFUNGEN ERFOLGREICH EINGEFÜHRT

Zum 1. April 2025 wurde die elektronische Abrechnung von Corona- und Grippeschutzimpfungen im GKV-Bereich verpflichtend eingeführt. Die Umstellung erfolgte weitgehend reibungslos, da sich die Prozesse an bestehenden Abläufen der pharmazeutischen Dienstleistungen orientierten. Für privat Versicherte und Selbstzahler blieb die Abrechnung weiterhin papierbasiert möglich.

VEREINFACHTE DOKUMENTATIONSREGELN BEI LIEFERENGPÄSSEN UMGESETZT

Apotheken auch in Baden-Württemberg standen beim Management anhaltender Lieferengpässe unter erheblichem Druck und sahen sich zugleich mit aufwendigen und praxisfernen Dokumentationspflichten konfrontiert. Im Frühjahr 2025 wurden hierfür neue Regelungen eingeführt: Für das E-Rezept traten überarbeitete Vorgaben in Kraft, die insbesondere durch neue Rezeptänderungsschlüssel („13“ und „14“) eine vereinfachte und einheitlichere Handhabung ermöglichten. Nach einer Übergangsphase wurden die neuen Regelungen verbindlich in den Apothekensystemen umgesetzt.

ZUZAHLUNGSREGELUNG IM ALBVVG PRÄZISIERT

Im Jahr 2025 wurde die Zuzahlungsregelung im Rahmen des ALBVVG weiter konkretisiert. Maßgeblich war nun die für den Versicherten günstigste Variante: Sofern theoretisch ein zuzahlungsfreies Arzneimittel verfügbar gewesen wäre, entfiel die Zuzahlung vollständig – unabhängig vom tatsächlich abgegebenen Präparat. Dies brachte mehr Klarheit, erhöhte jedoch zugleich die Anforderungen an die korrekte Prüfung in den Apotheken.

20 JAHRE AUSTAUSCH MIT SELBSTHILFE UND PATIENTENORGANISATIONEN

Am 9. April 2025 fand in der LAV-Geschäftsstelle in Stuttgart das inzwischen 20. Treffen des LAV mit Selbsthilfe- und Patientenorganisationen statt. Rund 15 Organisationen nutzten die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen, Digitalisierung und Versorgungssicherheit.

Friederike Habighorst-Klemm machte dabei auch auf die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Apotheken aufmerksam und forderte schnelle politische Unterstützung für die Vor-Ort-Apotheken. Diskutiert wurden zudem Themen wie die elektronische Patientenakte, das CardLink-Verfahren beim E-Rezept, Lieferengpässe sowie die Rolle der Apotheken bei Prävention und pharmazeutischen Dienstleistungen. Das Jubiläumstreffen unterstrich erneut die enge und langjährige Zusammenarbeit zwischen Apothekerschaft und Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg.

NEUE LANDESAGENTUR UNTERSTÜTZT FACHKRÄFTE-GEWINNUNG

Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels – insbesondere auch in Apotheken – wurde in Baden-Württemberg mit der Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften ein zentraler Ansprechpartner geschaffen. Seit April 2025 konnten Unternehmen das beschleunigte Fachkräfteverfahren gebündelt über die Agentur beantragen. Diese unterstützte durch digitalisierte Antragsprozesse, koordinierte die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und begleitete Arbeitgeber umfassend durch das gesamte Verfahren – einschließlich Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Fragen und der Einbindung aller beteiligten Stellen.
Für Gesundheitsberufe erfolgte die Bearbeitung zentral über das Regierungspräsidium Stuttgart.

BARRIEREFREIHEITSGESETZ STELLTE APOTHEKEN VOR NEUE DIGITALE ANFORDERUNGEN

Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes im Juni 2025 wurden auch Apotheken in Baden-Württemberg mit neuen Anforderungen an ihre digitalen Angebote konfrontiert. Insbesondere Online-Shops und Terminbuchungssysteme mussten barrierefrei gestaltet werden, um allen Patientengruppen einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen. Beispielsweise sollten Bestellformulare so programmiert sein, dass sie von Sprachsoftware oder Screenreadern problemlos genutzt werden konnten.

Der LAV unterstützte seine Mitglieder durch gezielte Informationen und Hinweise zur praktischen Umsetzung und setzte die Anforderungen des Gesetzes auch auf den eigenen LAV-Internetseiten um.

T-SHIRTS FÜR WAISENKINDER IN NAMIBIA

Im April 2025 unterstützten das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker und der LAV-SOFO-MARKT ein Waisenhaus in Otjiwarongo mit einer Sachspende. Insgesamt 130 T-Shirts wurden über den Kontakt zu Karlheinz Graner aus Haßmersheim, Kreis- und Gemeinderat sowie Bezirkskirchenrat, nach Namibia geschickt. Der Kontakt war zuvor bei einem CDU-Landesparteitag entstanden, auf dem sich Graner am Dialogstand der Apothekerschaft über die Arbeit des Hilfswerks informiert hatte.

Die T-Shirts stammten aus Restbeständen des LAV-SOFO-MARKTs. „Wir haben sofort alle Schränke durchforstet und ein großes Paket geschnürt“, berichtete Uta Deutschmann, Leiterin des LAV-SOFO-MARKTs. Die Aktion zeigte beispielhaft, wie aus politischen Kontakten und Spendenaktionen konkrete Hilfe für Menschen in Not entstehen kann.

REZEPTUR-COACHING DER LAV-AKADEMIE STÄRKT APOTHEKENTEAMS

Das individuelle Rezeptur-Coaching, welches vor rund 12 Monaten aus der Taufe gehoben worden war, etablierte sich 2025 erfolgreich als praxisnahes Fortbildungsangebot für Apotheken in Baden-Württemberg weiter. Die Vor-Ort-Schulungen stärkten gezielt die Qualität und Sicherheit in der Rezepturherstellung und wurden von vielen Teams in Anspruch genommen. Ein begleitender LAV-Podcast mit Dr. Sandra Barisch, die diese Coachings auch durchführte, verdeutlichte den konkreten Mehrwert für den Apothekenalltag und unterstützte die weitere Nachfrage nach diesem Angebot.

DIGITALER VERTRAGSBEITRITT ÜBER DAS OVP

Mit dem neuen Vertrag zur Versorgung mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln zum 1. Juni 2025 wurde Apotheken in Baden-Württemberg ab Mitte April ein vereinfachter, digitaler Beitritt über das Online-Vertragsportal (OVP) ermöglicht. Sämtliche Vertragsunterlagen sowie Informationen zu Leistungserbringung und Genehmigungsverfahren standen gebündelt im elektronischen Weißen Ordner (eWO) zur Verfügung. Der LAV unterstützte seine Mitgliedsapotheken aktiv durch Informationsangebote, ein begleitendes Webinar sowie individuelle Rückmeldungen bei Beitritts- und Vertragsfragen.

GEDISA – UMFRAGE ZU RETAXATIONEN

Apotheken in Baden-Württemberg wurden 2025 aktiv in die Weiterentwicklung digitaler Lösungen zur Bearbeitung von Retaxationen eingebunden. Die GEDISA startete hierzu eine gezielte Umfrage unter Apotheken, um Anforderungen und Praxiserfahrungen systematisch zu erfassen. Ziel war die Entwicklung eines anwenderfreundlichen Retax-Moduls, das den Arbeitsaufwand im Apothekenalltag spürbar reduziert. Der LAV unterstützte die Initiative ausdrücklich, begleitete die Umfrage kommunikativ und motivierte seine Mitgliedsapotheken zur Teilnahme, um deren Interessen frühzeitig in die Gestaltung der neuen digitalen Lösung einzubringen.

LAV WARNT APOTHEKEN VOR ZUNEHMENDEN PHISHING-ANGRIFFEN

Im Frühjahr 2025 wurden Apotheken in Baden-Württemberg verstärkt Ziel professioneller Betrugsversuche – sowohl im Namen der apoBank als auch durch gefälschte Schreiben angeblicher Institutionen wie der DGUV. Die Täter agierten zunehmend glaubwürdig und versuchten, über Post, E-Mail und Telefon Zugangsdaten sowie Zahlungen zu erschleichen.

Der LAV informierte seine Mitgliedsapotheken frühzeitig über die verschiedenen Betrugsmaschen und sensibilisierte für geeignete Schutzmaßnahmen. Dazu gehörten insbesondere der Verzicht auf das Scannen unbekannter QR-Codes, die kritische Prüfung von Rechnungen und Vertragsangeboten, das Lesen des Kleingedruckten sowie das Unterlassen vorschneller Zahlungen. Ebenso wurde empfohlen, Mitarbeitende entsprechend zu schulen und im Verdachtsfall umgehend Kontakt mit der Bank oder den zuständigen Stellen aufzunehmen.

Ergänzend erläuterte LAV-Rechtsanwalt Heiko Caspers in einem Podcast praxisnah typische Betrugsmaschen und gab konkrete Handlungsempfehlungen für Apotheken im Umgang mit verdächtigen Schreiben und Anrufen.

APOTHEKEN BEREITETEN SICH AUF EINFÜHRUNG DER ELEKTRONISCHEN PATIENTENAKTE VOR

Im Frühjahr 2025 wurden Apotheken in Baden-Württemberg intensiv auf die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) vorbereitet. Mit dem Start der bundesweiten Hochlaufphase ab Ende April sollten Apotheken – abhängig von der technischen Ausstattung ihrer Warenwirtschaftssysteme – erstmals auf die elektronische Medikationsliste zugreifen und die ePA in ihre Versorgungsprozesse integrieren.

Die Apotheken waren aufgefordert, sich frühzeitig mit den neuen digitalen Abläufen vertraut zu machen, interne Prozesse anzupassen und Teams entsprechend zu schulen, um die verpflichtende Nutzung dann ab Oktober 2025 sicherzustellen. Der LAV unterstützte seine Mitgliedsapotheken durch gezielte Informationen und verwies insbesondere auf das umfangreiche, kostenfrei verfügbare Infopaket der gematik sowie ergänzende FAQ-Angebote der ABDA, um die Einführung praxisnah zu begleiten.

BESETZUNG DES BUNDESGESUNDHEITSMINISTERIUMS SORGTE FÜR INTENSIVE DEBATTEN

Im Zuge der Regierungsbildung, die Ende April Anfang Mai abgeschlossen sein sollte, stand die Besetzung des Bundesgesundheitsministeriums im Zentrum intensiver politischer und medialer Diskussionen. Über Wochen hinweg wurden verschiedene Kandidatinnen und Kandidaten gehandelt, bevor schließlich Nina Warken als neue Bundesgesundheitsministerin feststand.

Für die Apothekerschaft war diese Phase von großer Aufmerksamkeit geprägt, da mit der personellen Entscheidung wesentliche gesundheitspolitische Weichenstellungen verbunden wurden. Der LAV mit ABDA und DAV begleitete die Entwicklungen eng und positionierte sich frühzeitig zu den Erwartungen der Apotheken an die neue Hausleitung.

LAV FORMULIERT ERWARTUNGEN AN DESIGNIERTE BUNDESGESUNDHEITSMINISTERIN

Am 28. April positionierte sich der Landesapothekerverband Baden-Württemberg zur designierten Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und brachte die Erwartungen der Apotheken frühzeitig in die politische Diskussion ein. LAV-Präsidentin Tatjana Zambo betonte dabei die bisherige Nähe der Baden-Württembergerin Nina Warken zur Apothekerschaft sowie die Bedeutung der Apotheken für die wohnortnahe Versorgung.

„Wir haben Frau Warken im Austausch immer als offen und zugewandt erlebt. Sie hat kontinuierlich den Kontakt zur Apothekerschaft gesucht und sich vor Ort ein Bild gemacht. Wir bauen darauf, dass sie die im Koalitionsvertrag enthaltenen Maßnahmen für die Apotheken rasch umsetzt“, so Zambo.

Der LAV verband seine Glückwünsche mit klaren Forderungen zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Apotheken in Baden-Württemberg, insbesondere durch eine Anpassung der Honorierung und regulatorische Verbesserungen. Ziel war es, das Apothekensterben zu bremsen und die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken. Gleichzeitig setzte der Verband auf die Fortführung eines konstruktiven Dialogs zur Weiterentwicklung der heilberuflichen Leistungen.

LAV ERKLÄRT PHARMAZEUTISCHE DIENSTLEISTUNG „INHALATIVA“ ZUM WELT-ASTHMA-TAG

Im Vorfeld des Welt-Asthma-Tag am 6. Mai 2025 sensibilisierte der Landesapothekerverband Baden-Württemberg die Öffentlichkeit Ende April mit einer Pressemitteilung für die chronische Atemwegserkrankung und die Herausforderungen im Alltag der Betroffenen. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung der korrekten Anwendung von Inhalationsmedikamenten hervorgehoben, da Anwendungsfehler den Therapieerfolg erheblich beeinträchtigen und zu einer Verschlechterung der Erkrankung führen können.

Gleichzeitig stellte der LAV die wichtige Rolle der Apotheken in Baden-Württemberg als wohnortnahe Anlaufstellen für Patient:innen heraus. Im Fokus stand dabei insbesondere die pharmazeutische Dienstleistung (pDL) mit der strukturierten Schulung und Beratung zur richtigen Inhalationstechnik. Durch diese praxisnahen Beratungsangebote konnten Apotheken einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit, zur Vermeidung von Notfällen und zur Steigerung der Lebensqualität von Asthma-Patient:innen leisten.

Mai

ANHALTENDER ENGPASS BEI KOCHSALZLÖSUNGEN – AUCH APOTHEKEN VOR GROßEN HERAUSFORDERUNGEN

Schon seit Oktober 2024 kam es anhaltend zu einem bundesweiten Versorgungsengpass bei isotonischen natriumchloridhaltigen Lösungen (NaCl), die unter anderem für Operationen – auch im ambulanten Bereich – unverzichtbar sind. Ursache waren unter anderem fehlende Verpackungsmaterialien wie Glasflaschen und Infusionsbeutel. Für Apotheken in Baden-Württemberg bedeutete dies eine neue Dimension der Lieferengpässe mit erheblichem organisatorischem und versorgungsrelevantem Mehraufwand.

Zur Sicherstellung der Versorgung wurden im Mai 2025 kurzfristig bundesweite Regelungen getroffen. Eine Zusatzvereinbarung zum Rahmenvertrag ermöglichte es Apotheken, unter bestimmten Voraussetzungen auch Teilmengen aus größeren Packungen abzugeben. Der LAV unterstützte seine Mitgliedsapotheken durch konkrete Handlungsempfehlungen und stellte alle relevanten Informationen gebündelt im elektronischen Weißen Ordner (eWO) bereit, um eine sichere und praktikable Umsetzung im Versorgungsalltag zu gewährleisten.

Angesichts der besonderen Brisanz der Situation erhielt der LAV zahlreiche Presseanfragen und nutzte diese, um auf die zunehmenden strukturellen Probleme in der Arzneimittelversorgung hinzuweisen. Der erstmals aufgetretene Mangel bei einem essenziellen Standardprodukt machte deutlich, wie anfällig die Lieferketten inzwischen sind.

E-REZEPTE AN APOTHEKE BINDEN – LAV-PODCAST ZEIGT MARKETING-MAßNAHMEN AUF

Im Mai 2025 begleitete der LAV die Apotheken in Baden-Württemberg intensiv bei der Positionierung im Wettbewerb rund um das E-Rezept. Hintergrund waren große Sorgen in der Apothekerschaft, dass mit der Einführung des E-Rezepts verstärkt Umsätze an ausländische Versandhändler abwandern könnten.

Um dem entgegenzuwirken, stellte der LAV mit einem Podcast aus der Reihe „LAV-Studio“ praxisnahe Marketingmaßnahmen vor. Die Leiterin des LAV-SOFO-MARKTes Uta Deutschmann zeigte im Gespräch mit Carmen Gonzalez aus der LAV-Pressestelle auf, wie Apotheken ihre Kundinnen und Kunden gezielt an die Vor-Ort-Versorgung binden können. Ziel war es, die Wettbewerbsfähigkeit der Apotheken zu stärken und ihre zentrale Rolle in der wohnortnahen Arzneimittelversorgung zu sichern.

ABDA-KAMPAGNE SETZT AUF AUTHENTISCHE EINBLICKE AUS APOTHEKEN

Mit der bundesweiten Kampagne „Für Dich“ stellte die ABDA im Mai die vielfältigen Leistungen der Apotheken in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Im Fokus standen dabei echte Apothekerinnen und Apotheker sowie reale Situationen aus dem Apothekenalltag, die die Bedeutung der wohnortnahen Versorgung sichtbar machen sollten.

Apothekenteams aus Baden-Württemberg waren ausdrücklich aufgerufen, sich aktiv an der Kampagne zu beteiligen. Gesucht wurden authentische Persönlichkeiten aus der Praxis, die bereit waren, sich für Foto- und Filmaufnahmen zur Verfügung zu stellen.
Auch Apotheken als Drehorte konnten eingebracht werden. Bewerbungen waren bis zum
30. Mai 2025 möglich.

Der LAV unterstützte die Initiative und motivierte seine Mitgliedsapotheken, die Chance zu nutzen, die gesellschaftliche Relevanz ihres Berufsstandes öffentlich zu präsentieren.
Das Shooting sollte Mitte bis Ende Juni 2025 stattfinden.

DAV-APOTHEKEN AWARD 2025 FÜR PROJEKT AUS BAD SAULGAU

Beim Deutscher Apotheken-Award 2025 am 14. Mai 2025 in Berlin wurde Apothekerin Tatjana Buck für ihr Projekt „Bassd scho!“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Da Buck verhindert war, nahm Tatjana Zambo den mit 1.000 Euro dotierten Preis stellvertretend entgegen.

Mit einer auffälligen Printkampagne und digitaler Terminbuchung machte die Vital-Apotheke in Bad Saulgau gezielt auf die pharmazeutische Dienstleistung zur Blutdruckmessung aufmerksam. Rund 5.000 Haushalte wurden Anfang 2025 angeschrieben. „Wir müssen unsere Leistungen klarer, sichtbarer und mutiger kommunizieren“, erklärte Tatjana Buck. Das Projekt galt als Beispiel dafür, wie Apotheken pharmazeutische Dienstleistungen innovativ und patientennah vermitteln können.

DIALOG MIT DER NEUEN GESUNDHEITSMINISTERIN

Beim CDU-Landesparteitag am 17. Mai 2025 in Stuttgart nutzten LAV und LAK ihren gemeinsamen Dialogstand für intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern. Im Mittelpunkt stand der Austausch mit der neuen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die die Anliegen der Apothekerschaft aufgriff und die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen für Apotheken als notwendig bezeichnete.

Auch Gespräche mit weiteren Bundes- und Landespolitikern machten deutlich, dass die Probleme der Vor-Ort-Apotheken – insbesondere bei Honorierung, Lieferengpässen und Versorgungssicherheit – in der Politik zunehmend wahrgenommen wurden. Der LAV wertete dies als Erfolg des kontinuierlichen politischen Dialogs und der Initiative „Wir müssen reden“.

HPV-IMPFUNG STÄRKER IN DEN FOKUS GERÜCKT

Anlässlich des Internationalen Tags der Frauengesundheit am 28. Mai 2025 machte der LAV die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der HPV-Impfung aufmerksam. Der Verband betonte, dass die Impfung wirksam vor verschiedenen Krebsarten schützen könne und sowohl für Mädchen als auch Jungen empfohlen werde.

LAV-Patientenbeauftragte Friederike Habighorst-Klemm warb dafür, das Thema stärker zu enttabuisieren und Jugendliche frühzeitig für die Schutzimpfung zu sensibilisieren. Gleichzeitig verwies der Verband auf die Empfehlungen der STIKO sowie auf die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

DAV-WIRTSCHAFTSBERICHT ZEIGTE ANHALTENDEN DRUCK AUF APOTHEKEN

Der im Mai 2025 veröffentlichte DAV-Apothekenwirtschaftsbericht machte deutlich, dass viele Apotheken trotz steigender Umsätze wirtschaftlich weiterhin stark unter Druck standen.
Gründe dafür waren insbesondere gestiegene Kosten, ein wachsender Wareneinsatz sowie die anhaltende Belastung der Betriebe durch Inflation und Fachkräftemangel.

Der Deutsche Apothekerverband forderte deshalb erneut eine schnelle politische Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Apotheken. Dazu zählten unter anderem Verbesserungen bei der Honorierung und wirtschaftliche Entlastungen für die Betriebe.

LAV-TREFF IN ASPERG: GELUNGENER AUFTAKT DER NEUEN BEIRÄTE

Ende Mai 2025 luden die neuen LAV-Beiräte Jan Siegel und Alexander Meyer erstmals zum
LAV-Treff nach Asperg ein. Rund 20 Apothekerinnen und Apotheker aus der Region nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Unterstützt wurden die beiden neuen Standesvertreter von Frank Eickmann, der die aktuelle wirtschaftliche und gesundheitspolitische Lage der Apothekerschaft einordnete.

Im Mittelpunkt standen die apothekenrelevanten Inhalte des Koalitionsvertrags, darunter die Honoraranpassung, die Rücknahme des Skonto-Verbots sowie weitere wirtschaftliche Entlastungen für Apotheken. Zudem stellte Eickmann das Zukunftspapier der ABDA vor, das konkrete Vorschläge zur stärkeren Einbindung von Apotheken in präventive Gesundheitsmaßnahmen enthält.

Juni

NEUER PFLEGEHILFSMITTELVERTRAG STÄRKT DIGITALE PROZESSE

Zum 1. Juni 2025 trat der neue bundesweite Pflegehilfsmittelvertrag in Kraft. Für die Apotheken brachte die Umstellung zahlreiche Änderungen bei Genehmigung, Dokumentation und Abrechnung von zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln mit sich.

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg hatte seine Mitglieder frühzeitig über die neuen Anforderungen informiert und begleitete die Umsetzung intensiv.

Ein Schwerpunkt des neuen Vertrages lag auf der weiteren Digitalisierung der Versorgungs- und Abrechnungsprozesse. Genehmigungen erfolgten künftig über ein elektronisches Kostenvoranschlagsverfahren (eKV), während die Abrechnung schrittweise auf digitale Verfahren umgestellt wurde. Gleichzeitig wurden neue technische Vorgaben eingeführt, um die Prozesse zwischen Apotheken, Rechenzentren und Kostenträgern zu vereinheitlichen.

Die Einführung des neuen Pflegehilfsmittelvertrages war für viele Apotheken mit organisatorischen Anpassungen verbunden. Durch umfassende Informationen und Hilfestellungen unterstützte der LAV seine Mitglieder dabei, die neuen Abläufe erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

POLITISCHER AUSTAUSCH BEIM PARLAMENTARISCHEN ABEND IN BERLIN

Am 3. Juni 2025 luden LAV und LAK zum Parlamentarischen Abend der baden-württembergischen Apothekerschaft in die Landesvertretung Baden-Württemberg nach Berlin ein. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Apothekerschaft. Darunter waren die baden-württembergischen CDU-Mitglieder des Gesundheitsausschusses Dr. jur. Maria-Lena Weiß, Axel Müller sowie Prof. Dr. Matthias Hiller.

Weitere Bundestagsabgeordnete wie Michael Donth, Dr. David Preisendanz, Wolfgang Dahler, Marc Biadacz, Andreas Jung sowie Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen, und Tobias Walter von der CDU Stutensee waren der Einladung gefolgt.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die wirtschaftliche Lage der Apotheken, die Honoraranpassung sowie die Auswirkungen des Skonto-Urteils. Die Apothekerschaft warb dabei erneut für eine schnelle politische Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Vor-Ort-Apotheken.

Die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken aus Baden-Württemberg hatte wegen anderer Termine am parlamentarischen Abend nicht teilnehmen können. Auf sie setzte der Berufsstand aber nun seine Hoffnungen: Es bestanden gute Kontakte auf Landes- und Bundesebene. Die Apothekerschaft sah das als einen wichtigen Türöffner – vorausgesetzt, die politische Bereitschaft zur Umsetzung des Koalitionsvertrage wäre weitergegeben und die Rettung der Apotheken würde im BMG entschieden vorangetrieben.

LAV-BEIRAT DISKUTIERTE ZUKUNFTSSTRATEGIE IN STUTTGART

Am 5. Juni 2025 kam der LAV-Beirat in Stuttgart zu seiner turnusmäßigen Sitzung zusammen. Neben der wirtschaftlichen Lage der Apotheken und aktuellen politischen Entwicklungen stand insbesondere die Digitalstrategie der Verbände im Mittelpunkt der Beratungen.

Der Bericht der LAV-Präsidentin Tatjana Zambo war eher eingetrübt: Die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung zeige, dass rund sieben Prozent der Apotheken bereits negative Ergebnisse erwirtschafteten. Weitere 19 Prozent der Apotheken lagen bei einem Betriebsergebnis von unter 75.000 Euro. Das bedeutete, dass rund ein Viertel aller Apotheken massiv bedroht war. Diesen Betrieben müsse zwangsläufig die Luft ausgehen, wenn die nötige Honorarerhöhung nicht komme, warnte Zambo: „Wir sind vom wirtschaftlichen Wachstum seit über 10 Jahren abgeschnitten und es macht sich von Monat zu Monat bemerkbar, wenn mehr und mehr Apotheken vom Markt verschwinden.“ Es sei deshalb das Gebot der Stunde, aktiv und mehr denn je in den politischen Austausch mit Abgeordneten zu gehen und die Forderungen der Apothekerschaft deutlich vorzutragen. „Beteiligen Sie sich bitte weiter an unserer Aktion WIR MÜSSEN REDEN! und laden Sie Abgeordnete zum Austausch in Ihre Apotheken ein!“, lautete ihre Bitte.

Intensiv arbeitete sich der Beirat auch in die Digitalstrategie des LAV ein, die mit anderen Planungen für ein zentrales Mitgliederportal einherging, mit dem die bislang dezentral organisierte Mitgliederverwaltung modernisiert und vereinheitlicht werden soll.
Zudem beteiligte sich der Verband an der Entwicklung eines digitalen Retax-Portals, das die Bearbeitung von Retaxationen für Apotheken und Verband vereinfachen und beschleunigen soll.

Beide Projekte sollten zur weiteren Digitalisierung von Verwaltungsprozessen beitragen und langfristig effizientere Abläufe ermöglichen. Der Beirat sprach sich dafür aus, die Digitalstrategie der Mitgliederversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen.

ZUM TAG DER APOTHEKE: LAV FORDERTE SCHNELLE POLITISCHE UNTERSTÜTZUNG

Anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni 2025 mahnte der LAV in einer Pressemitteilung eine rasche Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Apotheken an. Hintergrund war der anhaltende Rückgang der Apothekenzahlen: Allein im Jahr 2024 schlossen bundesweit 530 Apotheken, davon 79 in Baden-Württemberg. Bereits im Jahr zuvor waren deutschlandweit knapp 500 und im Land weitere 85 Apotheken vom Markt verschwunden. Damit sank die Zahl der Apotheken in Deutschland auf unter 17.000 Betriebe, die weiterhin die Arzneimittelversorgung von mehr als 80 Millionen Menschen sicherstellen mussten.

Der Verband betonte die zentrale Rolle der Vor-Ort-Apotheken für die wohnortnahe Gesundheitsversorgung, insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen.
Gleichzeitig verwies der LAV darauf, dass rund ein Viertel der Apotheken wirtschaftlich stark gefährdet sei und bereits etwa sieben Prozent negative Betriebsergebnisse erwirtschafteten. Neben der Arzneimittelversorgung hoben die Apotheken ihre Bedeutung bei pharmazeutischen Dienstleistungen, Impfangeboten, Botendiensten und als niedrigschwellige Gesundheitslotsen hervor.

FDP MDL JOCHEN HAUßMANN: APOTHEKEN STÄRKEN, VERSORGUNG SICHERN

Anlässlich des Tags der Apotheke 2025 besuchte Jochen Haußmann MdL, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag, am 7. Juni die Bären-Apotheke von Dr. Stefan Noé in Karlsruhe-Hagsfeld. Der Apotheker und FDP-Stadtrat nutzte den Austausch für seine zentrale Botschaft: Die wohnortnahe Arzneimittelversorgung ist nicht nur unverzichtbar, sie bietet auch noch viel ungenutztes Potenzial für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in der Fläche. Das gehe aber nur mit gestärkten Apotheken. Denn die seit Jahren chronisch unterfinanzierten Apotheken brauchen dafür eine nachhaltige Verbesserung des Apothekenhonorars - für eine bessere sichere und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung, erklärte Noé seinem Gast.

Jochen Haußmann zeigte sich offen für die Impulse aus dem Austausch: „Wir sollten Apotheken mehr zutrauen“, so das Fazit des FDP-Politikers. Sie seien flächendeckend verfügbar und fachlich kompetent – das müsse politisch anerkannt und finanziell abgesichert werden. Auch assistierte Telemedizin aus der Apotheke sei eine gute Idee. Mit Blick auf über 1.000 unbesetzte Hausarztsitze in Deutschland gelte: „Wir dürfen nicht warten, bis es zu spät ist.“, formulierte Haußmann in einer Pressemitteilunge an die Karlsruher Medien nach seinem Apothekenbesuch.

APOTHEKER MIT HERZBLUT UND GROßEM ENGAGEMENT

Am 9. Juni 2025 feierte Christoph Gulde seinen 70. Geburtstag. Mit der Solitude-Apotheke in Stuttgart-Weilimdorf führt er eine echte Apothekertradition fort: Bereits sein Großvater eröffnete dort 1937 die erste Offizin, später übernahmen seine Eltern die Apotheke. Heute steht mit seinem Sohn bereits die nächste Generation in den Startlöchern.

Neben seiner Tätigkeit als Apotheker prägte Gulde über Jahrzehnte hinweg die Standespolitik in Baden-Württemberg maßgeblich mit. Seit seinem Eintritt in den LAV im Jahr 1986 engagierte er sich in zahlreichen Ausschüssen und Gremien des Verbandes. Von 2000 bis 2007 sowie erneut von 2012 bis 2019 war er Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg. Bis heute bringt er sich als Vorsitzender der Region Stuttgart sowie als Mitglied der Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer aktiv ein.

Geschätzt wird Christoph Gulde insbesondere für seine ruhige, sachliche und zugleich beharrliche Art im politischen Dialog. Als langjähriger Ansprechpartner für Landes- und Bundespolitiker setzte er sich mit großer Überzeugungskraft für die Belange der Vor-Ort-Apotheken ein. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre kommunalpolitisch als Stadtrat in Stuttgart sowie in Bezirks- und Gemeindebeiräten. Der LAV würdigte damit einen Apotheker, der die Interessen des Berufsstandes über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft, Verlässlichkeit und Weitblick vertreten hat.

FORTSCHRITTE IM INSOLVENZVERFAHREN DER AVP DEUTSCHLAND GMBH

Im Insolvenzverfahren der AvP Deutschland GmbH wurden 2025 weitere Fortschritte erzielt Vorgesehen war seit Jahresbeginn eine Abschlagszahlung in Höhe von 25 Prozent auf die festgestellten Forderungen der Gläubiger. Das Insolvenzgericht prüfte die Unterlagen bis Ende Juni 2025 und bereitete anschließend die öffentliche Bekanntmachung der Verteilung vor.
Die Auszahlung der Quote an die Gläubiger wurde für August 2025 erwartet.

Von der Insolvenz des früheren Rezeptabrechners waren bundesweit rund 3.500 Apotheken betroffen – darunter auch zahlreiche Apothekeninhaberinnen und -inhaber in
Baden-Württemberg. Für viele Betriebe hatte die Insolvenz seit 2020 existenzbedrohende finanzielle Folgen, da teils hohe Abrechnungssummen ausblieben.

LAV-PODCAST BELEUCHTETE CHANCEN DES E-REZEPTS

Mit einer neuen Folge des Podcastes „LAV-Studio“ griff der LAV 2025 das Verhalten von Kundinnen und Kunden beim E-Rezept auf. Grundlage war eine Studie des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), die untersucht hatte, warum Patientinnen und Patienten ihre E-Rezepte im Versandhandel oder in Vor-Ort-Apotheken einlösen.

Im Gespräch erläuterte Diplom-Ökonom Guido Michels von der Treuhand Hannover, dass nicht allein Rabatte über die Wahl des Einlösewegs entscheiden. Der Podcast zeigte zugleich auf, wie sich Apotheken im digitalen Wettbewerb positionieren und das E-Rezept als Chance für die eigene Kundenbindung nutzen können.

HILFSWERK UNTERSTÜTZTE ERDBEBENHILFE UND SCHULPRÄVENTION

Mitte Juni 2025 stellte das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker insgesamt 9.000 Euro für zwei Hilfsprojekte bereit. Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar wurden 1.000 Euro über den Projektpartner action medeor für die Versorgung der Betroffenen gespendet.

Weitere 8.000 Euro gingen an den Verein Irrsinnig Menschlich e. V. für das Schulprojekt „Verrückt? Na und!“, das Jugendliche für psychische Erkrankungen sensibilisiert und Präventionsarbeit an Schulen leistet. Tatjana Zambo betonte: „Diese Prävention kann Leben verändern und im Ernstfall sogar retten.“

LIEFERENGPÄSSE BEI SALBUTAMOL BESCHÄFTIGTEN APOTHEKEN

Anhaltende Lieferengpässe bei salbutamolhaltigen Dosieraerosolen zur Asthma-Behandlung führten Mitte Juni 2025 zu besonderen Abgaberegelungen für Apotheken. Da rabattierte oder festbetragsgeregelte Präparate häufig nicht verfügbar waren, mussten Apotheken vielfach auf teurere, aber lieferfähige Alternativen ausweichen, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

Mehrere Krankenkassen, darunter die BARMER, die AOK Baden-Württemberg und die SVLFG, erklärten deshalb, die entstehenden Mehrkosten zu unter bestimmten Voraussetzungen zu übernehmen. Unabdingbar war, dass die Nichtverfügbarkeit der Arzneimittel in der Apotheke entsprechend dokumentiert wurde. Die Sonderregelungen sollten verhindern, dass Versicherte aufgrund der Lieferengpässe auf zusätzlichen Kosten sitzen bleiben oder ihre dringend benötigten Asthma-Medikamente nicht erhalten konnten.

LAV-PODCAST ZEIGTE SPARPOTENZIALE BEIM HILFSMITTELEINKAUF

Mit einer neuen Folge des Podcast „LAV-Studio“ informierte der LAV 2025 über Einkaufsvorteile für Mitgliedsapotheken im Bereich Hilfsmittelversorgung. Im Mittelpunkt standen Verbandstoffe und Bandagen des Unternehmens Lohmann & Rauscher, für die über LAV-Vorteilspartner Sonderrabatte von bis zu 55 Prozent möglich waren.

Im Podcast erläuterte Susanne Müller-Neef, Leiterin des Bereichs LAV-Vorteilspartner, gemeinsam mit Unternehmensvertretern, wie Apotheken durch günstigere Einkaufskonditionen ihre wirtschaftliche Situation verbessern konnten. Angesichts steigender Kosten und sinkender Margen sollten die Angebote helfen, die Versorgung wirtschaftlich tragfähig zu halten.

HILFSWERK UNTERSTÜTZTE LABORDIAGNOSTIK IN TANSANIA UND SANSIBAR

2025 rief das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker zu Spenden für medizinische Projekte in Tansania und auf Sansibar auf. Gemeinsam mit dem Projektpartner action medeor sollte der Aufbau und die Ausstattung von Krankenhauslaboren unterstützt werden.

Ziel des Projekts war es, die Diagnostik und Behandlung von Krankheiten durch bessere Labormöglichkeiten zu verbessern. Gerade in ländlichen Regionen fehlten häufig grundlegende Möglichkeiten für Blutanalysen und andere wichtige Untersuchungen. Durch die Unterstützung sollten Krankheiten früher erkannt und die medizinische Versorgung der Bevölkerung nachhaltig gestärkt werden.

GLÜCKWÜNSCHE FÜR WOLF KÜMMEL: PFLICHTBEWUSSTSEIN UND LEBENSFREUDE VEREINT

Mit großer Wertschätzung blickte der LAV Baden-Württemberg am 21. Juni 2025 auf den
75. Geburtstag von Wolf Kümmel. Der Apotheker aus Stuttgart gehörte über viele Jahre zu den prägenden Persönlichkeiten der baden-württembergischen Standespolitik.

Seit 1984 führte Kümmel seine Apotheke in Stuttgart-Heslach und engagierte sich parallel mit großer Leidenschaft für den Berufsstand – unter anderem als Vorsitzender der Region Stuttgart, Schatzmeister, Vorstandsmitglied und von 2008 bis 2017 als Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg. Auch nach der Übergabe seiner Apotheke im Jahr 2018 blieb er dem Verband als Ehrenmitglied eng verbunden.

Neben seinem berufspolitischen Engagement war Wolf Kümmel immer auch ein ausgesprochener Genussmensch. Seine Begeisterung für gutes Essen oder auch die französische Lebensart begleitete ihn ebenso wie sein jahrzehntelanger Einsatz für die Apothekerschaft.

SANACORP INVESTIERT IN STANDORT OFFENBURG

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich startete Sanacorp am 24. Juni 2025 den Umbau und die Erweiterung ihrer Niederlassung in Offenburg. Mehr als zehn Millionen Euro investierte der pharmazeutische Großhandel in moderne Logistikstrukturen zur Versorgung der Apotheken in Baden-Württemberg. Für den LAV überbrachte Florian Becker die Glückwünsche des Verbandes.

„Die Sanacorp zeigt mit diesem Bauprojekt Haltung – für die Apotheken, für die Versorgungssicherheit und für Baden-Württemberg als Gesundheitsstandort“, betonte Becker, Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg, in seinem Grußwort. Die Niederlassung beliefert täglich rund 200 Apotheken zwischen Karlsruhe und Lörrach. Die Fertigstellung der erweiterten Logistikhalle war für Frühjahr 2027 geplant.

LAV WARNTE ERNEUT VOR BETRUGSMASCHEN

Am 25. Juni 2025 warnte der LAV erneut vor gefälschten Zahlungsaufforderungen im Namen der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und der Berufsgenossenschaften. Die betrügerischen Schreiben mit dem Betreff „Letzte Zahlungsaufforderung – Vollstreckung & SCHUFA-Eintrag“ waren zahlreich per E-Mail an Apothekenbetriebe verschickt worden.

Der Verband rief Apotheken dazu auf, Rechnungen und Vertragsangebote sorgfältig zu prüfen und keine vorschnellen Zahlungen zu leisten. Ergänzend klärte der Podcast mit LAV-Rechtsanwalt Heiko Caspers typische Betrugsmerkmale und Schutzmaßnahmen für Apotheken auf.

„WIR MÜSSEN REDEN!“: LAV SETZT POLITISCHEN DIALOG FORT

Im Sommer 2025 rief der LAV die Apotheken erneut dazu auf, weiter den direkten Austausch mit Bundestagsabgeordneten zu suchen. Im Rahmen der Aktion „WIR MÜSSEN REDEN!“ sollten Politikerinnen und Politiker in die Apotheken eingeladen werden, um auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Betriebe aufmerksam zu machen.

Besonders während der sitzungsfreien Zeit im Sommer sah der Verband gute Möglichkeiten für Gespräche in den Wahlkreisen. Ziel blieb es, für eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Honoraranpassungen und wirtschaftlichen Entlastungen der Apotheken zu werben. Der LAV unterstützte seine Mitglieder auf Anfrage mit geeignetem Zahlenmaterial für den politischen Austausch.

Ein Beispiel für die Dialogaktion war der Besuch von Shajeevan Thavakkumar am 25. Juni 2025 in der Solitude-Apotheke bei Apotheker und LAV-Beirat Christoph Gulde. Thema des Gesprächs waren unter anderem die wirtschaftliche Lage der Apotheken, Lieferengpässe und der Fachkräftemangel.

„Die Zahl der Apotheken sinkt, der Aufwand pro Apotheke steigt – das ist für viele Betriebe nicht mehr leistbar“, erklärte Gulde. Zudem warb er für mehr Flexibilität bei Notdiensten und fairere Wettbewerbsbedingungen gegenüber ausländischen Versandapotheken.

ABDA-KAMPAGNE SETZT IN BERLIN POLITISCHE SIGNALE

Nach der Findungsphase hatte nun die inhaltliche Arbeit der neuen Bundesregierung begonnen. Der Koalitionsvertrag und damit auch die Pläne zur Stabilisierung der Apotheken sollten umgesetzt werden. Das Bundesgesundheitsministerium hatte im Frühsommer 2025 zwar die Apothekenreform auf seine Agenda gesetzt, jedoch keinen konkreten Zeitplan vorgelegt. Deshalb sollte die Politik erneut öffentlich sichtbar angesprochen und auf die Dringlichkeit der Reform hingewiesen. Insgesamt forderte die Apothekerschaft die Entscheiderinnen und Entscheider zum raschen Handeln auf.

Mit neuen animierten Textmotiven verstärkte die ABDA im Juni und Juli 2025 darum ihre politische Kommunikation zur Zukunft der Apotheken. Bis zum 11. Juli waren die Kampagnenbotschaften auf 415 digitalen Werbeflächen rund um das Berliner Regierungsviertel, den Berliner Hauptbahnhof sowie an zentralen S- und U-Bahnhöfen zu sehen.

Unter Slogans wie „Gesundheit braucht Vertrauen“ und „Wenn’s drauf ankommt, zählt Fachwissen“ machte die Kampagne auf die Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken aufmerksam. Gleichzeitig forderte die Apothekerschaft eine rasche Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Reformen zur Stabilisierung der Apotheken. Die kurzen Textspots erschienen im Juni und Juli außerdem in den politisch relevanten Online-Medien wie Table.Media und Tagesspiegel Background. Auch für Apotheken in Baden-Württemberg stand umfangreiches Material zur Verfügung. Es gab Kurzspots in den üblichen Infoscreen-Formaten oder als Kacheln mit Caption-Texten für die Verwendung in den Sozialen Medien.

KREISKONFERENZ IN OSTFILDERN: APOTHEKEN ALS TEIL DER KOMMUNALEN VERSORGUNG

Bei der Kreiskonferenz der Freien Wähler am 30. Juni 2025 in Ostfildern diskutierten rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Gesundheitswesen über die Zukunft der regionalen Versorgung. Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderem Landrat Heinz Musolf sowie etliche Bürgermeister:innen. Auf dem Podium diskutierten verschiedene Vertreter:innen des Gesundheitswesens: Dr. Dominique Scheuermann (Gesundheitsamt), Heike Kallfass (Geschäftsführerin der örtlichen AOK), Dr. Marc Meinikheim als Vertreter der Kreisärzteschaft sowie Apotheker und LAV-Beirat Carsten Wagner.

Wagner machte deutlich, dass die wohnortnahe Arzneimittelversorgung zunehmend unter Druck gerate. „Fehlt eine Notdienstapotheke, landen viele Patientinnen und Patienten in ohnehin überlasteten Notfallpraxen“, warnte er. Gleichzeitig hob er die wichtige Rolle der Apotheken für die kommunale Gesundheitsversorgung hervor – etwa bei Notdiensten, Impfungen oder während der Pandemie. Auch die zunehmenden Apothekenschließungen in Orten wie Grötzingen, Oberensingen, Neckarhausen oder Unterensingen wurden als ernstes Warnsignal für die Versorgungssicherheit bewertet.

Wagner erinnerte zudem an die bedeutende Rolle der Apotheken in der Pandemie. Egal, ob bei der Notfallbevorratung, als seriöse Testzentren, bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln oder bei der staatlichen Maskenausgabe: „Apotheken waren und sind systemrelevant – auch außerhalb solcher außergewöhnlichen Krisenzeiten“, so sein Fazit.

HILFSMITTELVERTRAG MIT DER IKK ENDET – WIE WERDEN BETROFFENE VERSORGT?

Der Hilfsmittelversorgungsvertrag zwischen dem DAV und der IKK classic endete endgültig zum 30. Juni 2025, nachdem in den Verhandlungen keine Einigung über neue Vertragsbedingungen erzielt werden konnte. Hintergrund waren aus Sicht des Verbandes wirtschaftlich nicht tragfähige Vergütungen für bestimmte Hilfsmittel, etwa bei Medikamentenverneblern.

Ab dem 1. Juli 2025 bestand damit ein vertragsloser Zustand. Versicherte der IKK classic mussten Hilfsmittel entweder selbst bezahlen, andere Leistungserbringer aufsuchen oder eine Einzelgenehmigung für ihre Apotheke beantragen. Der Vertrag über Pflegehilfsmittel blieb von der Kündigung jedoch unberührt, sodass diese Versorgung weiterhin möglich war. Der LAV führte parallel weitere Gespräche über mögliche Anschlussregelungen auf Landesebene.

Juli

POLITISCHER AUSTAUSCH IN DER VITALAPOTHEKE GAGGENAU

Im Rahmen der Aktion „WIR MÜSSEN REDEN!“ begrüßte LAV-Präsidentin Tatjana Zambo am 2. Juli 2025 den CDU-Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker in der Vitalapotheke im Gesundheitszentrum. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftliche Lage der Apotheken, die Versorgungssicherheit sowie notwendige politische Sofortmaßnahmen.

„Um das rasante Apothekensterben zu bremsen, benötigen die Apotheken umgehend ein Soforthilfeprogramm“, betonte Zambo im Gespräch mit Whittaker. Sie forderte erneut eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen zur Stabilisierung der Apotheken. Darüber hinaus sprach sie sich für Bürokratieabbau und mehr Handlungsspielraum im Versorgungsalltag aus: „Wir wünschen uns – und brauchen sie auch im Versorgungsalltag – mehr pharmazeutische Beinfreiheit, insbesondere bei der Abgabe von Arzneimitteln bei Lieferengpässen.“ Zudem seien bessere Austauschregelungen notwendig, um Patientinnen und Patienten schneller und zuverlässiger versorgen zu können. Whittaker sagte zu, die Anliegen der Apothekerschaft mit nach Berlin zu nehmen und sich für eine zügige Umsetzung einzusetzen.

TECHNISCHE STÖRUNG BEEINTRÄCHTIGTE ERREICHBARKEIT DES LAV

Rien ne vas plus: Am 7. Juli 2025 war der LAV aufgrund einer zentralen technischen Netzstörung zeitweise weder telefonisch noch per E-Mail oder Fax erreichbar. Der Verband informierte seine Mitglieder zeitnah über die Einschränkungen über seine Homepage und die Sozialen Medien. Gemeinsam mit den technischen Dienstleistern und dem Provider wurde an der Behebung der Störung gearbeitet. Innerhalb weniger Stunden konnte der Verband seinen Mitgliedern wieder sein volles Dienstleistungsangebot zur Verfügung stellen.

ENDLICH – REGULÄRE ABGABE BEI KOCHSALZ-LÖSUNGEN

Der seit Oktober 2024 bestehende Versorgungsmangel bei isotonsichen natriumchloridhaltigen Lösungen konnte nach rund neun Monaten beendet werden. Mit Wirkung zum 8. Juli 2025 hob das Bundesministerium für Gesundheit die geltenden Sondermaßnahmen offiziell auf.

Damit endeten auch die während des Mangels geltenden Ausnahmeregelungen für Apotheken. So war beispielsweise die Teilmengenabgabe aus Jumbopackungen außerhalb der Normgröße nicht mehr zulässig. Auch Importware durfte nicht länger als „gestattete Ware“ in Verkehr gebracht werden. Mit dem Ende der Sonderregelungen kehrte die Versorgung bei NaCl-Lösungen wieder in den regulären Abgabe- und Versorgungsmodus zurück.

DIGITALSTRATEGIE DER VERBÄNDE IM FOKUS DES LAV-TREFFS

Am 9. Juli 2025 veranstaltete der LAV einen digitalen „LAV-Treff-Spezial“, um LAV-Mitglieder ausführlich über die geplante Digitalstrategie der Apothekerverbände zu informieren. Die Online-Veranstaltung fand im Vorfeld der LAV-Mitgliederversammlung am 16. Juli 2025 in Stuttgart statt. Im Mittelpunkt standen die geplante stärkere Vernetzung der Verbände, der Ausbau digitaler Dienstleistungen sowie die Modernisierung interner Verwaltungsprozesse.

Zudem informierte der Verband über die finanziellen Auswirkungen der Strategie auf den Haushalt des LAV und mögliche Anpassungen der Beitragsordnung, über die die Mitgliederversammlung entscheiden sollte.

APOTHEKENSTERBEN SPITZT SICH WEITER ZU

Das anhaltende Apothekensterben blieb auch im Sommer 2025 ein zentrales Thema zahlreicher Presseanfragen an den LAV Baden-Württemberg. Hintergrund war die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Vor-Ort-Apotheken, die sich insbesondere durch ausbleibende Honoraranpassungen, steigende Betriebskosten und zunehmenden Fachkräftemangel verschärfte. Der Landesapothekerverband machte in Gesprächen mit Medien und Politik wiederholt deutlich, dass die wohnortnahe Arzneimittelversorgung zunehmend unter Druck gerät.

Der LAV stand dabei häufig als Ansprechpartner für Einordnungen zur Verfügung. Pressesprecher Frank Eickmann erläuterte wiederholt die wirtschaftlichen Belastungen der Betriebe und warnte vor weiteren Versorgungslücken, falls die Politik keine strukturellen Verbesserungen auf den Weg bringe. Die Diskussion um die Zukunft der inhabergeführten Apotheke vor Ort blieb damit auch in den Sommermonaten 2025 ein beherrschendes gesundheitspolitisches Thema in Baden-Württemberg.

„WIR MÜSSEN REDEN“ IN ETTENHEIM: APOTHEKERSCHAFT IM AUSTAUSCH MIT MDB JOHANNES FECHNER

Am 2. Juli 2025 traf sich der Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner (SPD) in der Rohan-Apotheke in Ettenheim mit Vertreterinnen und Vertretern der Apothekerschaft aus dem Wahlkreis. Gastgeber war Apotheker Philipp Weber gemeinsam mit Dr. Martin Müller (Karls-Apotheke Kippenheim), Felix Schulz (Apotheke am Schillerplatz Müllheim, Rathaus-Apotheke Reute) sowie Carolin Brenner (Apotheke am Storchenturm Lahr, Apotheke am Klinikum Lahr).

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken, die Bedeutung der wohnortnahen Versorgung im ländlichen Raum sowie der Apotheken-Teil des Koalitionsvertrags. Die Apothekerinnen und Apotheker warben für eine zügige Umsetzung der angekündigten Maßnahmen – insbesondere bei Vergütung und Lieferengpässen. Fechner zeigte sich offen für die Anliegen der Apothekerschaft und nahm die Einladung zu einem „Apotheke-Praktikum“ gerne an.

THEODOR REINERT ZUM 75. GEBURTSTAG GEEHRT

Am 10. Juli 2025 feierte Theodor Reinert seinen 75. Geburtstag. Der Mannheimer Apotheker führte seit 1984 die Blumen-Apotheke in Mannheim und engagierte sich über Jahrzehnte hinweg intensiv für die Apothekerschaft in Baden-Württemberg.

Von 1996 bis 2011 stand Reinert der LAV-Region Mannheim vor, war von 2000 bis 2015 Mitglied des LAV-Vorstands und ab 2008 Schatzmeister des Verbandes. Zudem brachte er seine Expertise in der Technischen Kommission der ABDA sowie in weiteren Gremien ein und erkannte früh die Bedeutung digitaler Entwicklungen für die Zukunft der Apotheken. Für seine Verdienste wurde er 2017 zum Ehrenmitglied des LAV ernannt.

Kolleginnen und Kollegen schätzten Reinert immer als engagierten Standespolitiker mit großem Einsatz für die Vor-Ort-Apotheken. Sein Leitsatz blieb stets die wohnortnahe Versorgung und das vertrauensvolle Gespräch mit den Menschen. Neben seinem beruflichen Engagement galt seine Leidenschaft auch dem Kochen, seinen Orchideen und den Heimspielen der Mannheimer Adler.

MITGLIEDERVERSAMMLUNG STELLT WEICHEN FÜR DIE DIGITALE ZUKUNFT DES LAV

Mit einem digitalen „LAV-Treff-Spezial“ am 9. Juli 2025 bereitete der LAV seine Mitglieder ausführlich auf die geplante Digitalstrategie der Apothekerverbände vor. In der Online-Veranstaltung wurden die Hintergründe, Ziele und finanziellen Auswirkungen der Strategie erläutert. Mitglieder hatten dabei die Möglichkeit, Fragen direkt mit Vorstand und Verbandsspitze zu diskutieren und sich intensiv mit den geplanten Veränderungen auseinanderzusetzen.

Die endgültige Entscheidung fiel anschließend auf der LAV-Mitgliederversammlung am
16. Juli 2025. Die Mitglieder stimmten der vorgeschlagenen Digitalstrategie sowie den damit verbundenen Änderungen der Beitragsordnung und der Satzung mehrheitlich zu.
Vorgesehen sind unter anderem ein zentrales Mitgliederportal, ein digitales Retax-Portal
sowie der Ausbau des durch die GEDISA betriebenen Apothekenportals.
Ziel der Maßnahmen ist es, die Verbände stärker zu vernetzen, Verwaltungsabläufe zu modernisieren und digitale Dienstleistungen für Mitgliedsapotheken auszubauen.

Mit den Beschlüssen wurde zugleich eine neue Beitragsordnung ab 2026 verabschiedet. Künftig sollte ein monatlicher Einheitsbeitrag pro Betriebsstätte gelten; der bisherige umsatzbezogene Beitragsanteil entfiel. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde auch der Haushalt und die Budgetplanungen des LAV und seiner wirtschaftenden Töchter beschlossen. Traditionell veröffentlicht der LAV zu diesem Termin auch den ausführlichen Jahresbericht über das zurückliegende Geschäftsjahr.

REKORDZAHLEN BEI RETAXATIONEN: LAV SICHERT 2025 FAST EINE MILLION EURO FÜR MITGLIEDER

Im Rahmen der LAV-Mitgliederversammlung wurde die Bilanz der Abteilung Taxation für das Jahr 2025 vorgestellt. Auffallend war: Die Zahl der geprüften Rezepte und Retaxationsvorgänge erreichte mit 15.085 geprüften Rezepten und 6.507 Retaxationsvorgängen einen neuen Höchststand. Ursache waren vor allem die zahlreichen strittigen Retaxationen im Bereich der Rezepturen nach der Kündigung der Hilfstaxe im Jahr 2024. Entsprechend stieg auch der Gesamtwert der geprüften Retaxationen auf 1.581.788 Euro. Erst das Urteil des Bundessozialgerichts im November 2025 sollte hier zugunsten der Apothekerschaft Rechtssicherheit bringen.

Trotz der Rekordzahlen konnte der LAV im Einspruchsverfahren 982.023 Euro und damit über 62 Prozent des gesamten Retaxationswertes für seine Mitgliedsapotheken zurückholen. Die Bilanz zeigt damit erneut den hohen Nutzen der Taxationsabteilung: Knapp zwei Drittel des geprüften Retaxationswertes erwiesen sich als unberechtigt oder konnten durch nachgereichte Nachweise geheilt werden.

2. ESSLINGER APOTHEKENGIPFEL: POLITIK UND BASIS IM DIREKTEN AUSTAUSCH

Am 16. Juli kamen auf Einladung der LAV-Beiräte Carsten Wagner und Christoph Mühlschlegel (Region Plochinger Kranz) sowie Dr. Björn Schittenhelm (Region Böblingen) rund zehn Apothekerinnen und Apotheker aus Esslingen und Umgebung zum 2. Esslinger Apothekengipfel in der Bären-Apotheke im Rahmen der Aktion von „WIR MÜSSEN REDEN!“ zusammen, Ziel war der direkte, praxisnahe Austausch zwischen Apothekerschaft, Kammer, Verband und Politik. Mit dabei waren unter anderem Kammerpräsident Dr. Martin Braun sowie die CDU-Politiker Prof. Dr. Matthias Hiller (MdB, Gesundheitsausschuss), Andreas Deuschle (MdL, Esslingen) und Maren Steege (Landtagskandidatin, Wahlkreis Nürtingen).

Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen wie Lieferengpässe, Bürokratie, Fachkräftemangel, die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken sowie die Notwendigkeit einer verlässlichen und zukünftig dynamisierten Honorierung. Besonders geschätzt wurde der persönliche Charakter des Treffens – fernab großer Podien und nah an der Realität der Apotheken vor Ort. „Wir müssen Politik wieder erlebbar machen – und zwar dort, wo Gesundheit tagtäglich stattfindet: in unseren Apotheken“, fassten die Beiräte zusammen.
Der Esslinger Apothekengipfel sollte künftig regelmäßig als Austauschplattform zwischen Apothekerschaft und Politik stattfinden.

50 JAHRE DIABETIKER BADEN-WÜRTTEMBERG: JUBILÄUM MIT APOTHEKEN

Der Verein Diabetiker Baden-Württemberg (DBW) feierte 2025 sein 50-jähriges Bestehen und würdigte damit ein halbes Jahrhundert Engagement für Menschen mit Diabetes.
Die Jubiläumsveranstaltung fand am 20. Juli in der Karlsburg in Durlach statt und bot ein vielfältiges Programm mit Fachvorträgen, einer Industrieausstellung sowie Einblicken in die Geschichte des Vereins.

Auch die Apothekerschaft war in die Feierlichkeiten eingebunden. Für den LAV sprach Patientenbeauftragte Friederike Habighorst-Klemm bei der Veranstaltung und LAV-Präsidentin Tatjana Zambo beteiligte sich an der DBW-Aktion „50 Jahre – 50 Gesichter“. Der Verein würdigte dabei ausdrücklich die langjährige Unterstützung durch Apotheken und den Landesapothekerverband Baden-Württemberg, die die Arbeit des DBW über viele Jahre begleitet hatten.

POLITISCHER AUSTAUSCH IN ESSLINGEN: APOTHEKEN FORDERN SCHNELLE REFORMEN

Im Rahmen der LAV-Aktion „WIR MÜSSEN REDEN!“ trafen sich am 23. Juli 2025 mehrere Vertreter des LAV Baden-Württemberg mit Dr. David Preisendanz (MdB CDU) in der Apotheke am Theater in Esslingen am Neckar. Gastgeber war LAV-Beirat Christof Mühlschlegel. Mit dabei waren Beirat Carsten Wagner - ebenfalls für die Region Plochinger Kranz - und Tassilo Mickeler sowie Dr. Björn Schittenhelm aus der LAV-Region Böblingen.

Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Situation der Apotheken und die dringend notwendige Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen. Die LAV-Vertreter machten deutlich, dass die aktuelle Honorierung nicht mehr ausreiche, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung dauerhaft zu sichern. „Ohne spürbare Fortschritte droht ein weiterer Substanzverlust in der flächendeckenden Versorgung“, betonten die Vertreter der LAV-Regionen gegenüber dem CDU-Bundestagsabgeordneten. Dr. David Preisendanz zeigte Verständnis für die Anliegen der Apothekerschaft und sagte zu, die Themen mit nach Berlin zu nehmen. Das Gespräch wurde von allen Beteiligten als konstruktiv und lösungsorientiert bewertet.

TAX-AKTUELL: ORIENTIERUNG ZUR REZEPTURABRECHNUNG NACH HILFSTAXE-KÜNDIGUNG

Schon seit dem 1. Januar 2024 waren die Anlagen 1 und 2 der Hilfstaxe nicht mehr gültig.
Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Rechtsauffassungen von Krankenkassen und Apothekerschaft sowie zunehmender Retaxationen informierte der LAV in einem kostenfreien Webinar seine Mitglieder über eine sachgerechte Rezepturabrechnung aus Sicht des Verbandes. Im Mittelpunkt der gut besuchten Online-Veranstaltung standen praxisnahe Hinweise zur Vermeidung von Abrechnungsfehlern und Retaxationen. Ziel war es, Apotheken eine verlässliche Orientierung für die tägliche Abrechnungspraxis zu geben. Das Webinar fand am 29. Juli 2025 statt.

EPA-PFLICHT UND ZUKUNFT DER TI-ANBINDUNG

Auch in Baden-Württemberg bereiteten sich die Apotheken mit ihren Teams auf die die verpflichtende Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) ab dem 1. Oktober 2025 entsprechend der Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit vor.

In seinen Informationen wies der LAV insbesondere auf die erforderlichen Nachweise gegenüber dem Nacht- und Notdienstfonds (NNF) hin, um Kürzungen bei der TI-Pauschale zu vermeiden. Zudem empfahl er allen Apotheken, sich frühzeitig mit den Funktionen der ePA und insbesondere mit der elektronischen Medikationsliste (eML) im jeweiligen Apothekenverwaltungssystem vertraut zu machen.

Der LAV stellte den Mitgliedern hierzu rechtzeitig viele hilfreiche Informations- und Servicelinks von gematik, ABDA und Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Zudem wurde den LAV-Mitgliedern erläutert, dass sogenannte Einbox-Konnektoren längstens bis Ende 2030 genutzt werden könnten. Ein vorzeitiger Austausch bestehender Geräte war jedoch nicht erforderlich, solange gültige Zertifikate vorliegen. Apotheken wurde empfohlen, bei anstehenden Konnektorwechseln gemeinsam mit ihrem IT-Dienstleister den Umstieg auf ein sogenanntes TI-Gateway zu prüfen. Dieses virtuelle Anschlussmodell sollte langfristig weniger technischen Aufwand verursachen und als zukunftsfähige Lösung für die Weiterentwicklung der TI gelten. Der LAV begleitete die Einführung der ePA und die technischen Veränderungen mit praxisnahen Informationen und Hinweisen zur Refinanzierung der TI-Ausstattung.

HILFSWERK SUCHT REGIONALE SPENDENPROJEKTE

Das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker war auch 2025 auf der Suche nach unterstützenswerten gemeinnützigen Projekten im medizinisch-pharmazeutischen Bereich in Baden-Württemberg. Neben internationaler Katastrophenhilfe fördert das Hilfswerk regelmäßig regionale Initiativen wie die Familienherberge Lebensweg, „Kinder krebserkrankter Eltern“ (KikE) oder die Aufklärungsinitiative „Starke KinderKiste!“. Mitgliedsapotheken wurden dazu aufgerufen, eigene Projektvorschläge einzureichen und so soziale und gesundheitliche Projekte im Land aktiv zu unterstützen.

WARNUNG VOR BETRÜGERISCHEM INKASSO

Der LAV musste seine Mitglieder erneut über betrügerische E-Mails und Rechnungen informieren. Im Juli 2025 wurden diese im Namen des Inkassobüros UNIVERSUM Inkasso GmbH versendet. Dabei wurden angebliche steuerrechtliche Forderungen geltend gemacht. Der Verband rief Apotheken dazu auf, Rechnungen und Zahlungsaufforderungen sorgfältig
zu prüfen. Ergänzend blieb der Podcast mit LAV-Jurist Heiko Caspers über aktuelle Betrugsmaschen und geeignete Schutzmaßnahmen mehr als aktuell.

August

APOTHEKEN KÖNNEN „DEMENZ PARTNER“ WERDEN

Ein neues, erfolgreiches Projekt wurde aus der Taufe gehoben. Im August informierte der Verband gemeinsam mit der Alzheimergesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz (AGBW) die Öffentlichkeit über ein neues Schulungsprojekt. Am 29. September 2025 sollte eine erste Online-Schulung stattfinden: Apotheker:innen, PTA und PKA konnten sich über das kostenfreien Angebot als „Demenz Partner“ qualifizieren.

Die Veranstaltung vermittelte Grundlagen zum Umgang mit Menschen mit Demenz aus medizinisch-psychosozialer und pharmazeutischer Sicht. Ziel der Kooperation war es, Apotheken als wohnortnahe und leicht erkennbare Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige zu stärken. „Apotheken sind für viele Betroffene eine wichtige Anlaufstelle. Umso wichtiger, dass sich Apothekenteams sicher fühlen im Umgang mit an einer Demenz erkrankten Menschen“, betonte Ute Hauser, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft BW. Auch LAV-Patientenbeauftragte Friederike Habighorst-Klemm hob in einer Pressemitteilung hervor, dass Apotheken häufig erste Ansprechpartner bei Fragen rund um Demenz, die Medikation und Angehörigenberatung seien.

LAV-FUßBALLTEAM: STRAMME WADEN GESUCHT

Für die 30. Deutschen Apotheker-Fußballmeisterschaften vom 26. bis 28. September 2025 in Ilmenau (Thüringen) suchte die LAV-Mannschaft Baden-Württemberg ab August kurzfristig weitere Mitspielende. LAV-Beirat Alexander Meyer aus Ludwigsburg koordinierte die Teilnahme des Teams. Ziel war es, dass Baden-Württemberg auch im Jubiläumsjahr erneut mit einer eigenen Mannschaft vertreten sein konnte. Für Teilnehmende aus dem Raum Stuttgart und Karlsruhe wurden zudem Mitfahrgelegenheiten organisiert.

LAV BEREITET ACHT ANTRÄGE ZUM DEUTSCHEN APOTHEKERTAG VOR

Mit großer Spannung blickte die Apothekerschaft auf den Deutschen Apothekertag (DAT) Mitte September 2025 in Düsseldorf. Neben gesundheitspolitischen Grundsatzfragen und erwarteten Reformankündigungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken brachte der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) insgesamt acht Anträge in die Beratungen ein. Die Anträge wurden unter anderem von LAV-Jurist Heiko Caspers begleitet und in einem verbandseigenen Podcast erläutert. Alle Anträge wurden später beim DAT angenommen.

Im Mittelpunkt standen zahlreiche praktische Probleme aus dem Apothekenalltag. Gemeinsam mit der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg setzte sich der LAV unter anderem für mehr Rechtssicherheit bei der Versorgung von Geflüchteten ein. Apotheken sollen sich darauf verlassen können, dass ausgestellte Rezepte zulasten des angegebenen Kostenträgers abgerechnet werden können. Weitere Anträge befassten sich mit Problemen beim E-Rezept. So forderte der LAV verbindliche Regelungen für eine sofortige elektronische Signatur ärztlicher Verordnungen, um Verzögerungen in der Versorgung zu vermeiden. Zudem sprach sich der Verband dafür aus, dass der Zuzahlungsstatus von Patient:innen künftig direkt beim Abruf des
E-Rezeptes überprüfbar sein muss.

Auch Lieferengpässe und wirtschaftliche Belastungen der Apotheken wurden thematisiert. Der LAV forderte, dass gesetzliche Krankenkassen Mehrkosten übernehmen müssen, wenn Patient:innen aufgrund nicht verfügbarer Festbetragsarzneimittel auf teurere Präparate ausweichen müssen. Weitere Anträge beschäftigten sich mit einer besseren Vergütung bei der Belieferung von Grippeimpfstoffen, der Einführung eines einheitlichen TI-Messengers für telemedizinische Anwendungen, der sicheren Versorgung mit medizinischem Cannabis über Vor-Ort-Apotheken sowie mit der Verpflichtung pharmazeutischer Unternehmen, verschreibungspflichtige Arzneimittel regelhaft auch über den Großhandel bereitzustellen.

LAV BAUT BRÜCKEN ZWISCHEN APOTHEKE UND GEBURTSHILFE

Im Spätsommer 2025 startete der Landesapothekerverband Baden-Württemberg eine neue Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heidenheim, um die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Apothekerschaft und Geburtshilfe zu stärken. Apothekerin Dr. Sandra Barisch, die den LAV als Dozentin vertrat, übernahm dort Lehrveranstaltungen im Fach Pharmakologie im 5. und 6. Semester des Hebammenstudiums. Sie vermittelte den Studierenden praxisnahes Wissen rund um Arzneimittel in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Ziel der Kooperation war es, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen zwischen Hebammen und Apotheken frühzeitig zu fördern und tragfähige Netzwerke in der Gesundheitsversorgung aufzubauen.

KONTINUIERLICHER DISKURS MIT DER SELBSTHILFE

Auch im Sommer 2025 pflegte der LAV den engen Austausch mit Selbsthilfe- und Patientenorganisationen in Baden-Württemberg kontinuierlich weiter. Dazu gehörten regelmäßige Berichte und gemeinsame Themen mit Organisationen wie Landesseniorenrat Baden-Württemberg, der MS-Selbsthilfe AMSEL oder dem Verein Diabetiker Baden-Württemberg.

Der LAV veröffentlichte zudem mehrmals jährlich einen eigenen Newsletter für Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen mit Informationen zu gesundheitspolitischen Entwicklungen, pharmazeutischen Dienstleistungen oder digitalen Themen wie CardLink und E-Rezept. Ergänzt wurde die Kommunikation in Richtung Patient:innen durch regelmäßige Pressearbeit, Audio-PR-Beiträge mit hoher Reichweite im Hörfunk sowie Podcasts zu patientenrelevanten Themen. In den LAV-Nachrichten erschienen stetig Artikel, die die Arbeit der Selbsthilfegruppen verdeutlichte und Schnittmengen zu den Apotheken aufzeigten. Damit unterstrich der Verband die Bedeutung eines engen Dialogs zwischen Apothekerschaft, Patient:innen und Selbsthilfe.

September

HILFSWERK SPENDET 5000 EURO NACH ERDBEBEN IN AFGHANISTAN

Gleich nach Bekanntwerden des schweren nächtlichen Erdbebens Anfang September in Afghanistan spendete das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker 5.000 Euro an den Projektpartner action medeor. Das Geld wurde für die Deckung der ersten dringendsten Bedarfe verwendet. Schnell mussten die Überlebenden medizinisch versorgt werden. Aber natürlich ging es bei der Nothilfe auch um Nahrung, Wasser, Hygiene und Schutz für die Menschen, die durch das Erdbeben alles verloren haben. Tatjana Zambo, Vorsitzende des Hilfswerks betonte eindringlich: „ Diese Soforthilfe können wir nur durch die regelmäßigen Spenden unserer Fördermitglieder leisten.“ Sie bedankte sich bei den Fördermitgliedern und zeigt auf, wie Interessierte Fördermitglied des Hilfswerks werden könnten.

LAV-SOFO-MARKT FEIERT 20 JAHRE KOOPERATIONEN

Im September 2025 blickten die Apothekerverbände gemeinsam mit dem LAV-SOFO-MARKT auf der expopharm in Düsseldorf vom 16. Bis zum 18. September 2025 auf 20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Das Jubiläum bot Anlass, die Entwicklung der bundesweiten Kooperation seit 2005 zu würdigen und zugleich den Blick nach vorne zu richten.

Im Mittelpunkt standen neue Ideen, wie Mitgliedsapotheken künftig noch stärker von Preisvorteilen, exklusiven Rabattaktionen und praxisnahen Angeboten profitieren können.
Die Zusammenarbeit zwischen Apothekerverbänden und LAV-SOFO-MARKT blieb so
auch 2025 ein zusätzliches Instrument zur wirtschaftlichen Unterstützung der Apotheken vor Ort.

NINA WARKEN AUF DEM DAT: LICHT UND SCHATTEN IM REFORMPLAN

Ein hoch konzentriertes und gespanntes Publikum: Darauf konnte sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken beim Deutschen Apothekertag in Düsseldorf verlassen. Denn Warken stellte vor den Delegierten des DAT am 16. September ihre Eckpunkte für eine umfassende Apothekenreform vor. In ihren einleitenden Worten erklärte die Ministerin, dass es ihr erklärtes Ziel sei, die Vor-Ort-Apotheken zu stärken, ihre heilberuflichen Kompetenzen auszubauen und zugleich mehr Flexibilität im Apothekenalltag zu schaffen.

Allerdings schüttete Nina Warken auch viel Wasser in den Wein, denn: Vor dem Hintergrund der stark angespannten Finanzlage bei den gesetzlichen Krankenkassen sei eine kurzfristige Honorarerhöhung für die Apothekerschaft nicht zu machen. Die massive Enttäuschung über diesen neuerlichen Aufschub der dringendst nötigen Anhebung des Fixums war im Raum und auch bei den Delegierten des LAV Baden-Württemberg fast mit Händen zu greifen. Und das obwohl Warken im Anschluss betonte: „Ich möchte etwas erreichen für die Apothekerinnen und Apotheker – und zwar mit Ihnen zusammen.“

PTA-PATENSCHAFT AUF DER EXPOPHARM 2025 ERFOLGREICH PRÄSENTIERT

Auch das ausgezeichnete Projekt PTA-Patenschaft präsentierte sich im Newcomer-Bereich der expopharm 2025 in Düsseldorf einem breiten Fachpublikum. Der Messestand war Teil des Gewinns des Apostart Awards, mit dem das Projekt im Vorjahr ausgezeichnet worden war. Monika Gaus, Leiterin der LAV-Akademie, stellte das Projekt gemeinsam mit Susanne Arndt vom Thüringer Apothekerverband vor. Der Stand entwickelte sich an allen drei Messetagen zu einem viel besuchten Treffpunkt für Apothekenleiterinnen und Apothekenleiter, Apothekenteams sowie Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler der PTA-Schulen. Im Mittelpunkt standen Fragen der Nachwuchsgewinnung und der praktischen Unterstützung von PTA-Schülerinnen und PTA-Schülern. Ende 2025 gehörten bereits mehr als 750 Apotheken und 13 Apothekerverbände dem Netzwerk an.

AUSTAUSCH MIT MAREN STEEGE IN FILDERSTADT

Am Tag des Auftritts von Nina Warken vor der Apothekerschaft besuchte Maren Steege, CDU-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Nürtingen, im Rahmen der Aktion „WIR MÜSSEN REDEN!“ die Apotheke Bonländer Tor in Filderstadt. Im Gespräch mit Carsten Wagner, Inhaber der Apotheke und LAV-Beirat, standen zentrale Herausforderungen der Vor-Ort-Apotheken im Mittelpunkt – darunter Lieferengpässe, Bürokratieabbau, Fachkräftemangel, Notfallversorgung und die Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung.

Aufgrund ihres betriebswirtschaftlichen Hintergrunds interessierte sich Steege besonders für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Apotheken. „Unsere Kernforderungen konnte sie in allen Punkten nachvollziehen und mittragen“, resümierte Wagner nach dem Gespräch.

KAMPAGNE: APOTHEKEN MACHEN SICH SICHTBAR!

Die neue ABDA-Kampagnenlinie „Für Dich“ wies im Herbst mit sehr markanten Motiven auf die Bedeutung der apothekerlichen Kompetenzen hin und war bundesweit sichtbar – an Bahnhöfen, Haltestellen, Innenstädten und digital. Gerade während des Gesetzgebungsverfahrens war es wichtig, die Motive breit zu streuen. Auch Apotheken sollten dazu beitragen, und ein eigenes Motiv im Kampagnenlook über den Motivgenerator erstellen und es auf den eigenen Kanälen teilen! So zeigten auch viele Apotheken in Baden-Württemberg, dass sie Teil der Kampagne waren.

LIEFERENGPÄSSE BLEIBEN DAUERTHEMA IN DEN MEDIEN

Auch im September 2025 beschäftigten Lieferengpässe bei Arzneimitteln weiterhin Medien, Politik und Apothekerschaft. Der LAV Baden-Württemberg beantwortete dazu zahlreiche Presseanfragen und machte auf die wachsenden Belastungen für Apothekenteams aufmerksam.

Mehrere baden-württembergische Medien griffen das Thema auf. So berichtete die Schwäbische Post am 23. September 2025 unter der Überschrift „Warum viele Medikamente im Ostalbkreis fehlen – Apotheker warnen vor Engpässen“ über den steigenden Aufwand in den Apotheken. Der LAV erklärte in diesem Zusammenhang immer und immer wieder die strukturellen Ursachen der Lieferengpässe und forderte verlässliche politische Maßnahmen zur Stärkung der Arzneimittelversorgung.

WELTHERZTAG 2025: APOTHEKEN SETZEN ZEICHEN FÜR HERZGESUNDHEIT

Zum Weltherztag am 29. September 2025 riefen ABDA, LAV sowie die Deutsche Herzstiftung die Apotheken dazu auf, das Thema Herzgesundheit stärker in den Fokus zu rücken. Unter dem Motto „Herzgesundheit ist kein Zufall – mach die Big Five zur Prio 1!“ standen insbesondere die Risikofaktoren Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes Typ 2 und Bewegungsmangel im Mittelpunkt.

Der Aktionstag ließ sich gezielt mit pharmazeutischen Dienstleistungen wie der „Risikoerfassung Blutdruck“ verbinden, die rund um den Aktionstag beworben und vorgestellt werden konnte. Zur Unterstützung konnten Apotheken kostenfreie Informationsmaterialien der Deutschen Herzstiftung bestellen.

MATERIALIEN FÜR IMPFKAMPAGNE BEREITGESTELLT

Erstmals seit etlichen Jahren hatte der LAV im Herbst seine erfolgreiche Kampagne „Impfopoint“ nicht mehr aufgelegt. Hintergrund war, dass sich der Industriepartner zurückgezogen hatte. Zur Vorbereitung auf die Grippeschutzimpfungssaison stellte nun die ABDA den Apotheken umfangreiche Kampagnenmaterialien zur Verfügung. Dazu gehörten Plakate, Infoscreen-Motive und individualisierbare Anzeigenvorlagen rund um die Themen „Impfen“ und „Lange Nacht des Impfens“. Mit den Materialien sollten Apotheken ihre Patient:innen gezielt auf Impfangebote und pharmazeutische Dienstleistungen aufmerksam machen.

FLYER INFORMIERT ÜBER TI-AUSFÄLLE

Um Patientinnen und Patienten bei Störungen der Telematikinfrastruktur (TI) besser informieren zu können, stellte die ABDA 2025 einen speziellen Informationsflyer für Apotheken bereit. Der Flyer machte deutlich, dass die Versorgung auch bei technischen Ausfällen sichergestellt bleibt – unabhängig davon, ob Verordnungen digital oder in Papierform vorliegen. Die Materialien konnten über die Plattform der ABDA-Kampagne abgerufen werden.

RUND 100 APOTHEKEN IM LAND ALS „DEMENZ PARTNER“ GESCHULT

Am 29. September absolvierten 170 Teilnehmende aus rund 100 baden-württembergischen Apotheken die gemeinsame Online-Schulung des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV) und der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz (AGBW) zur „Demenz Partner“-Apotheke.

Die Initiative sollte Apothekenteams darin stärken, Menschen mit Demenz und deren Angehörige im Alltag besser zu begleiten und wohnortnah zu unterstützen. „Mit der Schulung haben wir alle Teammitglieder für das Thema sensibilisiert, um Erkrankte oder Angehörige empathisch und kompetent zu unterstützen“, erklärte Friederike Habighorst-Klemm, Patientenbeauftragte und Vorstandsmitglied im LAV.

Auch Ute Hauser, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg, betonte die Bedeutung der Initiative: „Das Wissen um Symptome und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ist die Grundlage für Verständnis und einen angemessenen Umgang.“ Alle teilnehmenden Apotheken erhielten Informationsmaterialien und ein „Demenz Partner“-Label für ihre Offizin. Nach der großen Resonanz auf den ersten Termin boten der LAV und die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg das Online-Seminar „Demenz Partner-Apotheke werden“ im Februar 2026 gleich nochmals an.

ERINNERUNG ZUR VERPFLICHTENDEN EPA-NUTZUNG AB OKTOBER 2025

Startschuss fällt: Am 30. September 2025 erinnerte der LAV Baden-Württemberg seine Mitglieder nochmals an die verpflichtende Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) ab dem 1. Oktober 2025. Apotheken wurden darauf hingewiesen, dass die erforderlichen TI-Anwendungen gegenüber dem Nacht- und Notdienstfonds (NNF) nachgewiesen werden müssten, um Kürzungen bei der TI-Pauschale zu vermeiden.

Oktober

GEDISA-PLUS-PAKET FÜR LAV-MITGLIEDER KOSTENFREI FREIGESCHALTET

Im Rahmen der verbandlichen Digitalstrategie erhielten alle Mitgliedsapotheken des LAV Baden-Württemberg ab dem 1. Oktober 2025 das kostenfreie Upgrade vom bisherigen GEDISA-Basis-Paket auf das deutlich erweiterte GEDISA-Plus-Paket. Der Verband wollte damit die digitale Infrastruktur und die Vernetzung der Vor-Ort-Apotheken stärken und den Mitgliedern zusätzliche digitale Anwendungen ohne Mehrkosten zur Verfügung stellen.

Bereits das bisherige Basispaket umfasste die Präsenz in der ApoGuide-App, die Module zu pharmazeutischen Dienstleistungen und Impfdokumentation sowie den Dienst „ApoMail“ inklusive technischer Betriebsumgebung.

Mit dem neuen Plus-Paket kamen weitere zentrale digitale Anwendungen hinzu. Dazu gehörten insbesondere ein sicherer Datenraum (SDR) zur Speicherung sensibler Informationen, ein digitales Terminmanagement für zahlreiche Serviceangebote der Apotheken sowie ein neues Retaxportal, welches künftig die Bearbeitung von E-Rezept-Retaxationen vereinfachen soll. Bestehende Nutzer:innen des Basispakets wurden automatisch umgestellt, während neue Nutzer:innen das Paket über das Apothekenportal buchen konnten.

IM FOKUS DER MEDIEN: APOTHEKENSTERBEN UND KONKURRENZ DURCH ONLINE-HANDEL

Die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken sowie die wachsende Konkurrenz durch Online-Handel und Drogeriemärkte wie dm waren im Oktober und November 2025 häufig Thema von Presseanfragen an den LAV Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt standen die Folgen des anhaltenden Apothekensterbens, die wirtschaftliche Unterfinanzierung vieler Betriebe sowie die Sorge vor einer weiteren Schwächung der wohnortnahen Versorgung.

LAV-Präsidentin Tatjana Zambo wurde hierzu mehrfach von regionalen Medien interviewt. In der Schwäbischen Post für den Bereich Aalen/Ostalb erschien am 2. Oktober 2025 ein ausführliches Interview unter der Überschrift „Apotheken in der Krise: ‚Das ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar‘“. Darin erläuterte Zambo die Ursachen des Apothekensterbens, kritisierte die seit Jahren fehlende Honoraranpassung und warnte vor Versorgungslücken insbesondere im ländlichen Raum.

Auch die Diskussionen um Versandhandel, Online-Plattformen und neue Wettbewerber außerhalb klassischer Apotheken wurden von Medien verstärkt aufgegriffen. Der LAV machte dabei deutlich, dass Vor-Ort-Apotheken weit mehr leisten als reine Arzneimittelabgabe – von persönlicher Beratung über Prävention bis hin zur schnellen Versorgung im Akutfall.

Parallel positionierte sich der Verband öffentlich zur geplanten Apothekenreform und warnte vor weiteren Belastungen der Präsenzapotheken. Unter der Überschrift „Zambo fordert Planungs-Stopp und Neustart“ berichtete in der Folge die Deutsche Apotheker Zeitung am 23. Oktober 2025 über die massive Kritik des LAV an den Reformplänen des Bundesgesundheitsministeriums.

BERUFSEINSTEIGER-SEMINAR FÜR PTA ERFOLGREICH GESTARTET

Mit einem neuen Berufseinsteiger-Seminar für PTA-Praktikantinnen und PTA-Praktikanten ergänzte die LAV-Akademie im Herbst 2025 ihr Fortbildungsangebot für den Apothekennachwuchs. Beim ersten Seminartag am 13. Oktober 2025 in Stuttgart erhielten 13 Teilnehmende praxisnahe Einblicke in zentrale Themen des Apothekenalltags – von der korrekten Abgabe und Abrechnung von Arzneimitteln über Beratungsgespräche bis hin zu Wechselwirkungen und dem Umgang mit erklärungsbedürftigen Präparaten. Ziel war es, den Übergang von der schulischen Ausbildung in die praktische Arbeit in der Apotheke gezielt zu begleiten und Sicherheit für den Berufsalltag zu vermitteln. Das neue Format zeigte den hohen Stellenwert praxisnaher Nachwuchsförderung innerhalb der LAV-Akademie auf.

ERFOLGREICHE „RICHTIG TAXIEREN“-SEMINARE

Mit den Fortbildungsseminaren „Richtig taxieren – Geben Sie Retaxationen keine Chance“ unterstützte der LAV Baden-Württemberg Apothekenteams mit seinem Seminar-Klassiker bei Fragen der korrekten Rezeptabrechnung.

Im Oktober 2025 gab es zwei Veranstaltungen in Ulm und in Karlsruhe. Vermittelt wurden durch die Expertinnen der LAV-Abteilung „Taxation“, Andrea Jansen und Jana Zgubinski, praxisnahe Kenntnisse zur Rezeptbelieferung und Abrechnung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Hilfsmitteln. Die Referentinnen beleuchteten auch die aktuellen gesetzlichen und vertraglichen Änderungen – darunter der neue Pflegehilfsmittel-Liefervertrag, der seit Juni 2025 galt.

LAV WEBLIVE INFORMIERT ÜBER NEUE IMPFREGELUNGEN

Mit dem Online-Format „LAV webLive“ informierte der Verband am 15. Oktober 2025 über die neuen Rahmenbedingungen für das Impfen in Apotheken. Anlass war das Inkrafttreten neuer Abrechnungsregelungen für Impfleistungen.

Unter dem Titel „Zögerst du noch oder impfst du schon?“ erhielten Apothekenteams praxisnahe Informationen zu rechtlichen Grundlagen, organisatorischen Abläufen und den neuen Funktionen im GEDISA-Apothekenportal. Ziel war es, Apotheken bei der Weiterentwicklung ihres Impfangebots und ihrer Rolle in der wohnortnahen Prävention zu unterstützen.

ABDA-KAMPAGNE „FÜR DICH“ STÄRKT SICHTBARKEIT DER VOR-ORT-APOTHEKEN

Mit der neuen Kampagnenlinie „Für Dich“ machte die ABDA 2025 bundesweit auf die Bedeutung und Kompetenz der Vor-Ort-Apotheken aufmerksam. Gerade mit Blick auf die anstehenden Diskussionen rund um die geplante Apothekenreform sollten die Leistungen der Apothekenteams stärker in den öffentlichen Fokus gerückt werden.

Der LAV Baden-Württemberg rief die Mitgliedsapotheken dazu auf, die Kampagne aktiv zu unterstützen und individualisierte Motive mit eigenem Foto und Apothekennamen über Social Media, Websites oder in der Offizin zu nutzen. Dafür stellte die ABDA einen digitalen Motivgenerator zur Verfügung.

APOTHEKEN BIETEN DIGITALE KOMPETENZ UND PERSÖNLICHE NÄHE

Bei der Landestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs am 11. Oktober 2025 sprach Friederike Habighorst-Klemm, Vorstandsmitglied des LAV Baden-Württemberg und Patientenbeauftragte des Verbandes, über die aktuelle Situation der Apotheken und ihre Rolle in einer zunehmend digitalisierten Gesundheitsversorgung. Im Mittelpunkt standen digitale Entwicklungen wie E-Rezept und elektronische Patientenakte, pharmazeutische Dienstleistungen – insbesondere die pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie – sowie die Bedeutung der Apotheke als wohnortnaher und persönlicher Ansprechpartner. Die Veranstaltung bot zugleich Raum für Austausch und stärkte die Zusammenarbeit zwischen Apothekerschaft und Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg.

EXISTENZGRÜNDER-WORKSHOP: GUT VORBEREITET IN DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT

Am 15. Oktober 2025 luden Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK) und Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) gemeinsam mit der Treuhand Hannover sowie der Deutschen Apotheker- und Ärztebank zum gemeinsamen Existenzgründer-Workshop ein. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich online über die wichtigsten Fragen rund um Kauf, Übernahme und Finanzierung einer Apotheke.

Für den LAV gab Frank Eickmann, stellvertretender Geschäftsführer des LAV, einen Überblick über die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der öffentlichen Apotheke. Frank Dambacher, Jurist und stellvertretender Geschäftsführer des LAV, erläuterte die rechtlichen Grundlagen bei Kauf, Pacht und Übernahme einer Apotheke. Ergänzt durch Fachvorträge zu Finanzierung und steuerlichen Fragen sowie Erfahrungsberichte aus der Praxis vermittelte der Workshop einen kompakten Überblick über Chancen und Herausforderungen der Selbstständigkeit. Dabei stand die Veranstaltung vor der besonderen Aufgabe, trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Apotheken Zuversicht für den Schritt in die Selbstständigkeit zu vermitteln und Perspektiven für den eigenen Weg in die inhabergeführte Apotheke aufzuzeigen.

WEITER BETRUGS- UND SPAM-ATTACKEN AUF APOTHEKEN

2025 war das Jahr der Phishing-Angriffe auch auf die Apothekerschaft. Im Herbst musste der LAV Baden-Württemberg wiederholt vor betrügerischen E-Mails und Phishing-Angriffen auf Apotheken warnen. Besonders perfide waren gefälschte Nachrichten, in denen sich Betrüger direkt als Apothekeninhaber ausgaben und Mitarbeitende zu dringenden Überweisungen aufforderten. Die E-Mails wirkten durch täuschend echt nachgebildete Signaturen und Absenderadressen besonders glaubwürdig.

Zudem kursierten im Oktober 2025 Phishing-Mails zum Transparenzregister mit dem Betreff „Unstimmigkeitsmeldung nach § 23a GwG“. Darin wurden Unternehmen aufgefordert, angebliche Registerdaten zu prüfen und Links anzuklicken. Der LAV riet dringend dazu, keine Links zu öffnen und Absender sorgfältig zu kontrollieren.

APOTHEKEN BIETEN IMPFANGEBOTE VOR ORT

Mit mehreren Impfaktionen engagierten sich Apotheken in Baden-Württemberg im Herbst 2025 für einen einfachen Zugang zu Schutzimpfungen. Auf der Verbrauchermesse offerta in Karlsruhe bot die Gruppe Karlsruher Apotheker ab dem 28. Oktober an vier Messetagen gemeinsam mit neun Apotheken ein Impfangebot für Besucherinnen und Besucher an. Dabei wurden insgesamt 412 Impfungen gegen Grippe und Covid-19 verabreicht. Organisiert wurde die Aktion unter anderem von Felix Maertin, LAV-Beirat für die Region Karlsruhe. Da Felix Maertin bereits mehrfach große Impfaktionen umgesetzt hatte, gab er sein Wissen und seine Tipps in einem LAV-Podcast an seine Kolleg:innen weiter.

Auch in Bad Rappenau setzte Rouven Steeb, LAV-Vizepräsident und Inhaber der Bahnhof-Apotheke, ein zusätzliches Impfangebot im Notdienst am 27. Oktober 2025 um. Beide Aktionen zeigten beispielhaft, wie Apotheken mit niedrigschwelligen, wohnortnahen Angeboten zur Prävention beitragen, Versorgungslücken schließen und Patientinnen und Patienten direkt erreichen können – auch außerhalb klassischer Versorgungsstrukturen in der Arztpraxis.

MASSIVE KRITIK DES LAV AN GEPLANTER APOTHEKENREFORM

Mit deutlichen Worten kritisierte der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) im Oktober 2025 den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine Apothekenreform. LAV-Präsidentin Tatjana Zambo sprach gegenüber den Medien von einer „Gefährdungsanzeige für die Versorgung“ und warf der Politik vor, zentrale Probleme der Apotheken bewusst zu ignorieren.

„Dieser Entwurf ist weder Reform noch Fortschritt, sondern ein Rückbau des Apothekensystems und der Arzneimittelversorgung in Deutschland“, erklärte Zambo. Der LAV forderte einen grundlegenden politischen Neustart statt weiterer Belastungen für die Vor-Ort-Apotheken.

Kritik an „Apotheken light“

Besonders scharf kritisierte der Verband die geplante Möglichkeit, Apotheken zeitweise ohne approbierte Apotheker:innen zu betreiben. Nach den Plänen des BMG sollen speziell qualifizierte PTA die Leitung übernehmen können. Für Zambo ist dies ein Angriff auf den Heilberuf Apotheker: „Eine Apotheke ohne Apotheker ist wie eine Arztpraxis ohne Arzt. Das geht gar nicht. Was hier als Flexibilisierung verkauft wird, ist in Wahrheit die Schleifung des Heilberufs Apotheker unter dem fadenscheinigen Deckmantel der Versorgungssicherung.“

Fehlende Honoraranpassung trotz Apothekenschließungen

Große Enttäuschung äußerte der LAV zudem über die weiterhin ausbleibende Honoraranpassung. Trotz steigender Kosten, Inflation und mehr als 1.000 Apothekenschließungen innerhalb von zwei Jahren bleibe die Vergütung der Apotheken faktisch eingefroren. „Wir fühlen uns maximal verschaukelt und verkauft“, so Zambo. „Ohne angemessene Anpassung unserer Honorierung ist jede weitere Forderung an die Apotheken politischer Zynismus. Wer ständig neue Aufgaben verteilt, aber die wirtschaftliche Grundlage verweigert, plant bewusst das Ausbluten eines kompletten Versorgungsbereichs.“

Reformpunkte in der Kritik

Die Kritik des LAV machte sich insbesondere an mehreren konkreten Punkten des Referentenentwurfs fest:

Apothekenbetrieb ohne Apotheker:innen vor Ort:

Der Entwurf sah vor, dass Apotheken zeitweise ohne approbierte Apotheker:innen betrieben werden können. Der LAV bewertete dies als Gefährdung der Arzneimittelsicherheit und des heilberuflichen Charakters der Apotheke.

Ausbleibende Honoraranpassung

Trotz steigender Kosten und zahlreicher Apothekenschließungen enthielt der Entwurf keine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken. Der LAV kritisierte insbesondere, dass politische Zusagen aus dem Koalitionsvertrag nicht umgesetzt wurden.

Ausbau von Zweigapotheken:

Geplant war eine stärkere Nutzung von Zweigapotheken zur Versorgung ländlicher Regionen. Der LAV sah darin die Gefahr einer „Versorgung zweiter Klasse“ mit eingeschränkten Leistungen und reduzierten Öffnungszeiten. Zambo erklärte hierzu: „Das ist Versorgung nach Kassenlage und hat mit ernst gemeinter Sicherung der Arzneimittelversorgung nichts mehr zu tun.“

Flexibilisierung von Öffnungszeiten:

Vorgesehen waren größere Spielräume bei Öffnungs- und Präsenzzeiten. Der Verband kritisierte, dass dies kein modernes Versorgungskonzept sei, sondern Ausdruck wirtschaftlicher Notlagen vieler Betriebe.

Unzureichender Bürokratieabbau:

Zwar enthielt der Entwurf einzelne Entlastungen, aus Sicht des LAV fehlten jedoch echte strukturelle Verbesserungen. Zambo sprach von einem „Feigenblatt“ und erklärte: „Das ist keine Reform, das ist Realitätsverweigerung.“

Erweiterte Kompetenzen ohne Finanzierung:

Positiv bewertet wurden grundsätzlich neue Aufgabenfelder wie zusätzliche Impfangebote oder pharmazeutische Dienstleistungen. Der LAV kritisierte jedoch, dass die wirtschaftliche Grundlage für zusätzliches Personal und notwendige Investitionen fehle. „Uns fehlt schlicht und ergreifend das wirtschaftliche Fundament“, so Zambo.

Mit Presseinformationen, Interviews und Video-Statements, Politikergesprächen und auch in einer ausführlichen Stellungnahme gegenüber dem baden-württembergischen Sozialministerium machte der LAV seine Haltung öffentlich deutlich und forderte den Stopp der Reformpläne. „Die Apotheken brauchen keine Übergangslösungen, sondern klare Perspektiven. Wir fordern eine echte Reform, keine Aushöhlung unserer flächendeckenden Versorgung und unseres Berufsstands“, lautete das Fazit der LAV-Präsidentin.

APOTHEKENREFORM SORGTE FÜR DEUTLICHE KRITIK IM LAV-BEIRAT

Auch bei der LAV-Beiratssitzung am 21. Oktober 2025 in Leinfelden-Echterdingen stand der kurz zuvor veröffentlichte Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für das Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG) im Mittelpunkt. Als Gast berichtete Thomas Preis, Präsident der ABDA, über die Inhalte und bewertete den Entwurf deutlich: „Dieser Entwurf ist schlimmer als das damals von Karl Lauterbach vorgelegte Reform-Papier.“ Kritisiert wurden insbesondere das Ausbleiben einer Honoraranpassung, die geplante Möglichkeit von Apotheken ohne Apotheker sowie der Plan für Zweigapotheken mit reduziertem Leistungsumfang.

Auch Tatjana Zambo, Präsidentin des LAV Baden-Württemberg, widersprach dem Entwurf entschieden und formulierte als zentrale Forderung des Verbandes: „Wir fordern eine echte Reform, keine Aushöhlung unserer wohnortnahen Versorgung.“ Für den weiteren Gesetzgebungsprozess war Anfang November 2025 die Verbändeanhörung im Bundesgesundheitsministerium vorgesehen, der Kabinettsbeschluss sollte im Dezember folgen; die Beratungen im Bundestag waren ab Januar 2026 geplant. Der LAV kündigte an, den politischen Prozess weiterhin intensiv und kritisch zu begleiten.

Ein Abschied wirft Schatten voraus

Im Rahmen der LAV-Beiratssitzung am 21. Oktober 2025 würdigte der Beirat Ina Hofferberth, Geschäftsführerin des LAV Baden-Württemberg, anlässlich ihrer letzten Teilnahme an diesem Gremium vor dem Eintritt in den Ruhestand Ende Januar 2026. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Verband – davon nahezu 30 Jahre als Geschäftsführerin – dankten ihr Beirat und Präsidium für ihr außergewöhnliches Engagement, ihre prägende Arbeit und ihre enge Verbundenheit mit dem LAV. Zum Abschied erhielt sie großen Applaus und ein Geschenk des Beirats. Ina Hofferberth nutzte die Gelegenheit für einen persönlichen Appell an die Mitglieder: „Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Die Apothekerinnen und Apotheker sind unverzichtbar.“

TI: NOTWENDIGE UPDATES BEI KARTENTERMINALS

Der LAV Baden-Württemberg informierte seine Mitgliedsapotheken im Oktober 2025 über neue Vorgaben der gematik zu Kartenterminals in der Telematikinfrastruktur (TI). Hintergrund war die Ankündigung, dass Geräte mit veralteter Firmware ab dem 20. November 2025 vom Zugang zur TI ausgeschlossen werden können.

Apotheken wurden deshalb aufgefordert, gemeinsam mit ihren IT-Dienstleistern die eingesetzten Kartenterminals und deren Firmwareversionen zu überprüfen sowie notwendige Updates frühzeitig durchzuführen. Der Verband empfahl zudem, automatische Update-Funktionen zu aktivieren, um die Stabilität, Sicherheit und dauerhafte Funktionsfähigkeit der TI-Anbindung sicherzustellen.

November

IMPFANGEBOTE DER APOTHEKEN ONLINE SICHTBARER GEMACHT

Mit Blick auf die steigende Nachfrage nach Schutzimpfungen informierte der LAV Baden-Württemberg die Mitgliedsapotheken über die Möglichkeit, ihre Impfangebote in der ApoGuide-App und im Mein-Apothekenportal sichtbar zu machen.

Apotheken, die Grippe- oder COVID-19-Impfungen anbieten, wurden gebeten, ihre Angaben im Portal zu aktualisieren. Dadurch konnten Patient:innen online gezielt nach impfenden Apotheken suchen und sich zuverlässig über wohnortnahe Impfangebote informieren. Ergänzend stellte die GEDISA ein Handout mit Informationen zum digitalen Impfprozess und zur Dokumentation bereit.

HERZWOCHEN 2025: APOTHEKEN STÄRKEN PRÄVENTION UND AUFKLÄRUNG

Im Rahmen der Herzwochen vom 1. bis 30. November 2025 rückten die Deutsche Herzstiftung, die ABDA und die Apotheken vor Ort die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Gesunde Gefäße – gesundes Herz. Den Herzinfarkt vermeiden!“ sollten insbesondere Risiken der koronaren Herzkrankheit (KHK) stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Der LAV Baden-Württemberg rief die Apotheken dazu auf, sich aktiv an den Herzwochen zu beteiligen und Patient:innen durch Blutdruckmessungen, Medikationsberatungen sowie alltagsnahe Hinweise zu Bewegung, Ernährung und Rauchstopp zu unterstützen. Zur Unterstützung standen kostenfreie Informations- und Aktionsmaterialien der Deutschen Herzstiftung zur Verfügung. Damit unterstrichen die Apotheken erneut ihre wichtige Rolle bei Prävention, Früherkennung und wohnortnaher Gesundheitsberatung.

Passend zu den Herzwochen widmete sich auch die Online-Fortbildung „pDL Campus live!“ am 3. November 2025 dem Thema Herzgesundheit und koronare Herzkrankheit. Darin wurde gezeigt, wie Apotheken durch pharmazeutische Dienstleistungen zur besseren Versorgung von Herzpatientinnen und Herzpatienten beitragen können. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstellen einen wichtigen Beitrag zur Herzgesundheit der Bevölkerung leisten.

MEILENSTEIN BEI REZEPTUR-RETAXATIONEN ERREICHT: POSITIVE ENTSCHEIDUNG DES BUNDESSOZIALGERICHTES

Ein zentrales und für viele Apotheken über Monate wirtschaftlich wie organisatorisch stark belastendes Thema war 2025 die Auseinandersetzung um Rezeptur-Retaxationen nach der Kündigung der Anlagen 1 und 2 der Hilfstaxe. Zahlreiche Krankenkassen hatten Rezepturabrechnungen beanstandet und Retaxationen vorgenommen, weil sie lediglich die tatsächlich verwendete Wirkstoffmenge anerkennen wollten – nicht jedoch die gesamte für die Herstellung benötigte Packungsgröße. Für viele Apotheken bedeutete dies erhebliche finanzielle Unsicherheit.

Mit seinem Urteil vom 13. November 2025 bestätigte das Bundessozialgericht die Rechtsauffassung der Apothekerschaft und des LAV Baden-Württemberg vollumfänglich. Das Gericht stellte klar, dass bei Rezepturen gemäß § 5 Arzneimittelpreisverordnung der Apothekeneinkaufspreis der erforderlichen Packungsgröße maßgeblich ist. Der LAV bewertete das Urteil als richtungsweisenden Erfolg und forderte die Krankenkassen auf, Retaxationen zurückzunehmen und unrechtmäßig einbehaltene Beträge wie die Kassenabschläge vollständig zu erstatten.

Trotz dieses wichtigen Erfolgs blieb das Thema für viele Apotheken über das Jahr 2025 hinaus belastend. Allein bei den Apothekenabschlägen ging es bundesweit um Forderungen in Höhe mehrerer hundert Millionen. Der LAV und der DAV drängten deshalb auf ein bundesweit einheitliches, möglichst unbürokratisches Verfahren zur Rückabwicklung, da einzelne Apotheken mit der Vielzahl an Rückforderungen organisatorisch kaum belastbar gewesen wären. Das Thema Rezeptur-Retaxationen entwickelte sich damit zu einem der bedeutendsten wirtschafts- und abrechnungspolitischen Konflikte der Apothekerschaft in den Jahren 2025 und 2026.

SICHERER DATENRAUM ERWEITERT DIGITALES ANGEBOT FÜR APOTHEKEN

Schon seit dem 1. Oktober 2025 stand LAV-Mitgliedern im Rahmen des kostenfreien GEDISA-Plus-Pakets auch der „Sichere Datenraum“ (SDR) zur Verfügung. Die Anwendung ermöglicht die verschlüsselte und revisionssichere Speicherung sensibler Dokumente wie Retax-Unterlagen, Personalakten oder Steuerdokumente. Zur Unterstützung stellte die GEDISA Erklärvideos und Handreichungen für die praktische Nutzung im Apothekenalltag bereit.

APOTHEKERSCHAFT IM DIALOG AUF DEM SPD-LANDESPARTEITAG

Beim SPD-Landesparteitag am 15. November 2025 in Ulm begleiteten Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) und Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK) den Wahlkampfauftakt der Sozialdemokraten mit einem gemeinsamen Dialogstand. Vor Ort suchten Tatjana Zambo, Präsidentin des LAV Baden-Württemberg, Martin Buck, Vorstandsmitglied des LAV, Dr. Martin Braun, Präsident der LAK Baden-Württemberg, und Andrea Ulsamer, Vorstandsmitglied der LAK, das Gespräch mit Delegierten und politischen Gästen.

Im Mittelpunkt standen die geplante Apothekenreform sowie die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken. Gegenüber Andreas Stoch, Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg, Florian Wahl, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Landes- und Bundespolitik warben LAV und LAK insbesondere für die zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Honoraranhebung. Tatjana Zambo machte dabei deutlich: „Wir erwarten nichts weiter, als dass Sie zu Ihrem politischen Wort stehen und Ihre Vereinbarungen im Koalitionsvertrag schnell politisch umsetzen.“

LAV-TREFF SPEZIAL: REFORMPLÄNE IM FOKUS

Beim LAV-Treff Spezial am 18. November 2025 diskutierten mehr als 110 Apothekerinnen und Apotheker online die geplante Apothekenreform und ihre Auswirkungen auf die Vor-Ort-Apotheken. Im Mittelpunkt standen die weiterhin ausbleibende Honoraranhebung, die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken sowie die geplante PTA-Vertretung. Tatjana Zambo, Präsidentin des LAV Baden-Württemberg, machte die Haltung des Verbandes deutlich: „Das ist unsere zentrale Kernforderung!“ – mit Blick auf die dringend notwendige Anhebung des Apothekenhonorars. Zugleich rief sie die Apothekerschaft dazu auf, den politischen Dialog weiter aktiv zu suchen, um die Reformpläne im Sinne der Apotheken vor Ort mitzugestalten. Begleitend stellte der LAV seinen Mitgliedern auf der Website umfangreiche Materialien und praktische Hilfestellungen für Gespräche mit Politikerinnen und Politikern zur Verfügung. Ergänzend griff auch der Podcast „LAV-Studio“ die Reformpläne auf und ordnete sie mit Tatjana Zambo und Rouven Steeb, Vizepräsident des LAV Baden-Württemberg, ausführlich ein.

Ein Beispiel für den direkten politischen Austausch war der Besuch von Karin Schütz und Robin Schuster, CDU-Landtagskandidaten, in der Bahnhof-Apotheke Durlach. Gemeinsam mit Andrea Ulsamer, Inhaberin der Bahnhof-Apotheke, und Dr. Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, diskutierten sie über die wirtschaftliche Lage der Apotheken und die Zukunft der wohnortnahen Versorgung.

AUSTAUSCH MIT MDB MARIA-LENA WEISS IN SCHÖMBERG

Im November 2025 besuchte Dr. Maria-Lena Weiss, Bundestagsabgeordnete und Mitglied der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Rahmen der Aktion „WIR MÜSSEN REDEN!“ die Stadtapotheke Schömberg. Dort sprach sie mit Caspar Spindler, Vorstandsmitglied des LAV Baden-Württemberg und Inhaber der Stadtapotheke Schömberg, Simon-Peter Skopek, Beirat des LAV Baden-Württemberg, sowie Tilmann Schöll, Vorstandsmitglied der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, über die geplante Apothekenreform und die wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken. Im Mittelpunkt standen die weiterhin fehlende Honoraranpassung sowie die Sorge vor strukturellen Veränderungen zulasten der flächendeckenden Arzneimittelversorgung. Dr. Weiss nahm die Anliegen der Apothekerschaft im direkten Austausch mit nach Berlin.

MIT GESCHICHTEN BRÜCKEN BAUEN

Rund um den bundesweiten Vorlesetag am 21. November 2025 unterstützte das Hilfswerk baden-württembergischer Apothekerinnen und Apotheker die Arbeit des Stuttgarter Vereins Leseohren e. V. und sammelte Spenden für dessen Lesepaten-Projekte. Ein besonderes Beispiel für dieses Engagement gab ein Stuttgarter Apotheker selbst in einem aufschlussreichen Artikel: Er engagierte sich ehrenamtlich als Lesepate an einer Grundschule in Stuttgart und las dort regelmäßig Kindern vor. Der Verein Leseohren e. V. begleitet seit über 20 Jahren Kinder in Kitas und Schulen mit Vorleseangeboten und stärkt damit Sprachentwicklung, Lesefreude und Bildungsgerechtigkeit. Mit seiner Unterstützung setzte das Hilfswerk ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und dafür, Kindern frühzeitig Zugang zu Sprache, Büchern und gemeinschaftlichem Erleben zu eröffnen.

KARTENLESEGERÄTE UND IT-SICHERHEIT BEI POPP

Der LAV Baden-Württemberg informierte Ende November 2025 über die geplante Einführung des Verfahrens „Proof of Patient Presence“ (PoPP) zum Zugriff auf Versichertendaten. Künftig sollten neben klassischen eHealth-Kartenterminals auch Standardkartenleser oder NFC-fähige Smartphones (NFC = Near Field Communication ) genutzt werden können.

Der Verband wies darauf hin, dass diese Geräte als IT-Peripherie denselben Sicherheitsanforderungen wie andere IT-Komponenten unterliegen. Empfohlen wurden deshalb vertrauenswürdige Geräte, regelmäßige Updates und die Beachtung von Sicherheitsstandards und BSI-Zertifizierungen.

LAV WARNT VOR PHISHING-MAILS ANGEBLICH VON ELSTER

SPAM und kein Ende in Sicht: Ende November 2025 warnte der LAV Baden-Württemberg seine Mitglieder erneut vor professionell gestalteten Phishing-Mails. Besonders betroffen waren diesmal gefälschte Nachrichten im Namen von ELSTER beziehungsweise des Bundeszentralamts für Steuern.

In den E-Mails wurden Empfänger dazu aufgefordert, angeblich „ausstehende Vorgänge“ zu prüfen oder zu berichtigen. Der LAV riet dringend davon ab, Links in solchen Nachrichten anzuklicken.

Dezember

HILFSWERK UNTERSTÜTZT WÜNSCHEWAGEN-PROJEKT IN DER WEIHNACHTSZEIT

Mit dem Weihnachts-Spendenprojekt 2025 unterstützte das Hilfswerk der baden-württembergischen Apothekerinnen und Apotheker den „Wünschewagen – letzte Wünsche wagen“ in Baden-Württemberg. Das Projekt erfüllt schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase noch einmal einen besonderen Herzenswunsch – wie etwa eine Reise ans Meer.

Tatjana Zambo, Vorsitzende des Hilfswerks, warb für Unterstützung des Projekts und betonte: „Der Wünschewagen steht für Mitmenschlichkeit, Würde und Zuwendung – Werte, die unseren Berufsalltag prägen und die wir über die Offizin hinaus weitergeben können.“ Mit den Spenden sollten ehrenamtliche Begleitung, medizinische Betreuung und die Fahrten des Wünschewagens unterstützt werden.

FDP-LANDTAGSFRAKTION LÄDT ZUM GESUNDHEITSPOLITISCHEN DIALOG EIN

Die FDP-Landtagsfraktion Baden-Württemberg lud die Mitglieder des LAV am 9. Dezember 2025 zu einem gesundheitspolitischen Fachgespräch unter dem Titel „Perspektiven für die öffentlichen Apotheken“ ein. Die Veranstaltung fand im Hybrid-Format statt.

Politische Gesprächspartner waren Jochen Haußmann, MdL, Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Sprecher für Gesundheitspolitik, Rudi Fischer, MdL, Sprecher für Haushalt, Ländlichen Raum und Senioren, sowie Markus Flandi, Stellvertretender Fraktionsgeschäftsführer und parlamentarischer Berater.

Im Mittelpunkt standen die aktuelle Lage der Vor-Ort-Apotheken und gesundheitspolitische Perspektiven für die Arzneimittelversorgung in Baden-Württemberg. Neben der digitalen Teilnahme war auch eine begrenzte Präsenzteilnahme in Stuttgart möglich. LAV-Vorstand und LAV-Geschäftsführung waren in kompletter Besetzung vor Ort, so dass es einen regen inhaltlichen Austausch gab.

„VERSORGUNGSBLACKOUT“: APOTHEKEN SETZEN BUNDESWEIT PROTESTZEICHEN

Mit der bundesweiten Protestaktion „Versorgungsblackout“ am 17. Dezember 2025 machte die Apothekerschaft auf die dramatische wirtschaftliche Lage vieler Vor-Ort-Apotheken aufmerksam. Hintergrund war die weiterhin ausbleibende Honoraranpassung trotz entsprechender Zusagen im Koalitionsvertrag sowie die zeitgleich geplante Verabschiedung des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) im Bundeskabinett.

Nach 13 Jahren Honorarstillstand, massiv gestiegenen Betriebskosten und anhaltendem Apothekensterben sahen viele Apotheken ihre wirtschaftliche Existenz zunehmend gefährdet. Die ABDA rief deshalb bundesweit dazu auf, symbolisch die Lichter auszuschalten und nur eine Notbeleuchtung eingeschaltet zu lassen. Ziel war es, Politik und Öffentlichkeit sichtbar zu machen, was ein Wegbrechen der flächendeckenden Arzneimittelversorgung bedeuten würde – ohne dabei die Versorgung der Patient:innen einzuschränken.

Auch zahlreiche Apotheken in Baden-Württemberg beteiligten sich an der Aktion. In Stuttgart-Weilimdorf berichtete das örtliche Lokalportal unter der Überschrift „Wenn die Offizinen Trauer tragen – Weilimdorfer Apotheken beteiligen sich an bundesweiter Protestaktion“ über abgedunkelte Offizinen, Protestplakate und Informationsmaterialien für Patient:innen.

Bundesweit erzielte die Aktion ein großes Medienecho. Die ABDA sprach von einer dominierenden Nachrichtenlage rund um die Apothekenreform. Über die Proteste berichteten unter anderem die Tagesschau, Spiegel Online, der WDR, der rbb, der Deutschlandfunk, die Zeit, die BILD sowie zahlreiche Regionalmedien. Die Apotheken Umschau berichtete unter der Überschrift „Apotheken knipsen das Licht aus – als Protest gegen Regierungspläne“ ausführlich über die wirtschaftliche Lage der Apotheken und die Hintergründe des Aktionstages. In zahlreichen Apotheken wurden zusätzlich rot-weißes Flatterband, Handzettel und Social-Media-Aktionen unter dem Hashtag #Versorgungsblackout eingesetzt. Viele Apothekenteams nutzten den Protesttag bewusst, um mit Patient:innen über die Folgen des Apothekensterbens, die Unterfinanzierung der Betriebe und die Bedeutung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung ins Gespräch zu kommen.

„RICHTIG TAXIEREN“: ERFOLGREICHE SEMINARREIHE WIRD DIGITAL ERWEITERT

Auch 2025 gehörten die Seminare „Richtig taxieren – Geben Sie Retaxationen keine Chance“ erneut zu den erfolgreichsten Fortbildungsangeboten der LAV-Akademie. Insgesamt 186 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an fünf Präsenzterminen teil und informierten sich zu korrekter Abrechnung und Belieferung, aktuellen rechtlichen Vorgaben sowie typischen Stolperfallen im Apothekenalltag. Besonders geschätzt wurden dabei die hohe Praxisnähe der Inhalte und die fachliche Expertise von Andrea Jansen, Leiterin der Abteilung Taxation im LAV, und ihrem Team.

Zum Jahreswechsel kündigte der LAV zudem eine Weiterentwicklung des Formats an: Ab 2026 wurde die erfolgreiche Seminarreihe durch „Richtig taxieren – digital“ ergänzt. Neben den bewährten Präsenzseminaren sollten dann erstmals verschiedene thematisch abgeschlossene Online-Module angeboten werden, die flexibel einzeln gebucht werden konnten. Damit reagierte die LAV-Akademie auf den Wunsch vieler Apotheken nach noch mehr individueller und ortsunabhängiger Fortbildung im Bereich Taxation.

ERNEUTE PHISHING-ANGRIFFE AUF APOTHEKEN: BETRUGSMASCHEN WERDEN IMMER RAFFINIERTER

Auch Ende 2025 warnte der LAV Baden-Württemberg nochmals vor täuschend echt gestalteten Phishing-Mails, die gezielt Apotheken und deren Mitarbeitende erreichen sollten. Im Dezember kursierten unter anderem gefälschte E-Mails eines angeblichen „AOK Service“. Darin wurde behauptet, ein Antrag sei erfolgreich abgeschlossen worden und eine Rückzahlung in Höhe von 470 Euro stehe bereit. Empfänger sollten über einen Link die „Auszahlung starten“ und ihre Kontodaten eingeben. Der LAV stellte klar: Die Nachrichten stammten nicht von einer Krankenkasse, sondern dienten dem Datendiebstahl.

IMPF-DIALOG STARTET MIT RÜCKENWIND INS NEUE JAHR

Im Dezember 2025 zog die LAV-Akademie eine positive Bilanz ihres Fortbildungsformats „Impf-Dialog“. Rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – darunter Apothekerinnen, Apotheker und PTA – nutzten im Jahresverlauf die Angebote rund um das Thema Impfen in der Apotheke. Die hohe Resonanz und sehr guten Bewertungen bestätigten den Erfolg des Formats. Gleichzeitig richtete sich der Blick bereits nach vorne: Vor dem Hintergrund der geplanten Apothekenreform, mit der das Bundesgesundheitsministerium eine Ausweitung der Impfkompetenzen und zusätzliche Impfangebote in Apotheken vorsah, kündigte die LAV-Akademie an, den „Impf-Dialog“ ab 2026 mit einem digitalen Format zu beginnen. Die bewährten Präsenz-Termine des Impf-Dialogs sollten dann in vier Städten folgen. Ziel blieb weiterhin, Apothekenteams flexibel und praxisnah auf neue Aufgaben in Impfberatung und Impfversorgung vorzubereiten.

LAV-PRÄSIDENTIN: SORGE UM DIE ZUKUNFT DER VOR-ORT-APOTHEKEN

Mit einem eindringlichen Brief zum Jahresende wandte sich LAV-Präsidentin Tatjana Zambo noch am 22. Dezember an die Mitgliedsapotheken in Baden-Württemberg. Besinnliche Stimmung wollte angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage vieler Vor-Ort-Apotheken jedoch kaum aufkommen. Vielmehr zeichnete Zambo das Bild einer Apothekerschaft, die sich seit Jahren unter enormem Druck behaupten muss – und der mit der geplanten Apothekenreform weitere Belastungen drohen könnten.

Die Präsidentin beschrieb 2025 als ein Jahr des „ständigen Improvisierens, des Reagierens, des Durchhaltens“. Steigende Kosten, Personalmangel, Lieferengpässe, wirtschaftlicher Druck, Bürokratie und ein weiterhin unzureichendes Honorarsystem hätten viele Apotheken an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Besonders kritisch bewertete sie den Widerspruch zwischen politischen Bekenntnissen zur Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken und den tatsächlichen gesundheitspolitischen Entscheidungen.

Zambo machte deutlich, dass der LAV im Laufe des Jahres intensiv gegen diese Entwicklungen gearbeitet habe – mit zahllosen politischen Gesprächen, vielen Stellungnahmen und immer wieder auch mit öffentlicher Kritik. Der Verband habe „klare Kante gezeigt“ und Druck aufgebaut, um die Interessen der Apotheken und die Arzneimittelversorgung sichtbar zu machen.

Große Sorge bereitete dem LAV weiterhin die geplante Apothekenreform (ApoVWG). Zwar seien einzelne besonders kritische Regelungen entschärft worden, die zentrale Forderung der Apothekerschaft bleibe jedoch unerfüllt: die im Koalitionsvertrag zugesagte Honoraranpassung. „Die Reform sieht an keiner Stelle vor, dass ‚frisches‘ Geld ins System kommt“, stellte Zambo fest. Kritisch bewertete sie außerdem zusätzliche bürokratische Belastungen und Entwicklungen hin zu einer „Apotheke light“.

Besonders eindringlich appellierte die LAV-Präsidentin an die Mitgliedsapotheken, sich im Landtagswahlkampf 2026 selbst politisch einzubringen und Abgeordnete in die Apotheken einzuladen. „Wir vertreten keine Partikularinteressen“, betonte Zambo. „Wir kämpfen für eine sichere, wohnortnahe und stabile Arzneimittelversorgung – heute und in Zukunft.“

LAV WARNTE VOR VERJÄHRUNG BEI REZEPTUR-RETAXATIONEN

Nach dem Urteil des Bundessozialgerichts vom 13. November 2025 zur Rezepturabrechnung informierte der LAV seine Mitgliedsapotheken über mögliche Rückforderungsansprüche und drohende Verjährungsfristen. Das Gericht hatte höchstrichterlich bestätigt, dass bei Rezepturen die gesamte benötigte Packungsgröße eines Fertigarzneimittels abgerechnet werden darf.

Betroffen waren insbesondere Retaxationen aus dem Jahr 2021, für die zum 31. Dezember 2025 Verjährung drohen konnte. Der LAV wies darauf hin, dass zur Hemmung der Verjährung rechtzeitig Klage beim Sozialgericht erhoben werden müsse. Für Mitgliedskassen des vdek galt ein Verzicht auf die Einrede der Verjährung bis zum 30. Juni 2026, für die IKK classic sogar bis Ende 2027.

LAV VERHANDELT PRAXISTAUGLICHE REGELUNG FÜR DIE REZEPTABRECHNUNG

Mit der Neuregelung der Abrechnungsbestimmungen im Arzneimittelversorgungsvertrag mit der AOK Baden-Württemberg und der SVLFG ab dem 1. Januar 2026 konnte der LAV Baden-Württemberg im Dezember noch wichtige Verbesserungen und mehr Planungssicherheit für die Apotheken erreichen. Hintergrund waren veränderte Rahmenbedingungen bei der Zusammenarbeit der Krankenkassen mit den Apothekenrechenzentren.

Ab dem 1. Januar 2026 galt erstmals eine einheitliche vertragliche Regelung zur Abschlagszahlung an Rechenzentren. Diese konnten bereits bis zum dritten Kalendertag eines Monats eine Abschlagszahlung in Höhe von 90 Prozent des durchschnittlichen Abrechnungsvolumens des Vorquartals erhalten. Dadurch wurde die Liquidität der Rechenzentren gestärkt und der Aufwand für die Vorfinanzierung von Rezeptabrechnungen deutlich reduziert.

Von der Neuregelung profitierten auch die Apotheken. Die verbesserte Liquiditätsbasis der Rechenzentren schaffte die Voraussetzung für stabile und attraktive Vorfinanzierungs- und Abrechnungskonditionen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Ausgaben für hochpreisige Arzneimittel stellte die Vereinbarung einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität der Apotheken dar. Mit der Einigung wurde zugleich ein einheitlicher vertraglicher Rahmen geschaffen, der für alle Beteiligten künftig mehr Planungssicherheit und Transparenz bei der Abwicklung der Rezeptabrechnung bot.

NEUES JAHR – NEUE REGELUNGEN

Mit dem Jahreswechsel 2026 traten zahlreiche arbeitsrechtliche und tarifliche Änderungen in Kraft, die auch für Apothekenbetriebe unmittelbare Auswirkungen hatten. Besonders relevant war die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde zum 1. Januar 2026. Dadurch stieg automatisch auch die Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 Euro monatlich.
Mit dem neuen Format wollte der LAV nicht nur den kollegialen Austausch stärken, sondern für die Zukunft auch neue Impfanreize setzen – im Sinne einer wachsenden Impfquote und zur Vorbereitung auf die geplante Ausweitung der Impftätigkeit durch Apotheken.

Für Apotheken bedeutete dies vor allem Anpassungsbedarf bei geringfügig Beschäftigten, etwa bei PKA, Botendienst-Mitarbeitenden, Reinigungskräften oder studentischen Aushilfen. Betriebe mussten Arbeitszeiten und Vergütungen neu prüfen, um ein unbeabsichtigtes Überschreiten der Minijobgrenze und damit Änderungen beim Sozialversicherungsstatus zu vermeiden. Gleichzeitig bot die höhere Grenze auch etwas mehr Flexibilität bei der Einsatzplanung und Personalbindung. Branchenverbände und Sozialversicherungsträger wiesen darauf hin, dass Arbeitgeber Beschäftigungen zum Jahresbeginn neu bewerten mussten.

Haushaltsbericht der Geschäftsführung

HAUSHALTSBERICHT DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

Das Geschäftsjahr bei allen drei LAV-Unternehmen war beeinflusst durch rückläufige Mitgliedszahlen wegen des anhaltenden Apothekensterbens. Die nach wie vor prekäre wirtschaftliche Situation vieler Apotheken wegen der längst überfälligen Honoraranpassung zeigte sich in nachhaltig gedrückter Kaufstimmung im LAV-SOFO-MARKT und auch bei der Nutzung und Buchung angebotener Fortbildungs- und Schulungsmaßnahmen für Mitarbeitende in Apotheken. Wie die Wirtschaft insgesamt verharrten auch die Apotheker:innen in einem rezessionsbedingten Tief.

DER LAV JAHRESABSCHLUSS 2025
Trotz des unverändert großen Apothekensterbens war das Beitragsaufkommen 2025 insgesamt stabil geblieben. Da die wirtschaftliche Lage bei den Mitgliedsapotheken immer auch auf den LAV durchschlägt, wurde weiterhin ein strikter Sparkurs gefahren und alle Kosten regelmäßig auf den Prüfstand gestellt.

Bei den sonstigen Erträgen sei zu erwähnen, dass das Konzept der vom LAV entwickelten PTA-Patenschaften nebst Unterlagen, Musterverträgen und Einführungsveranstaltung auch anderen Apothekerverbänden zur Verfügung gestellt wurden. Dies geschah gegen eine moderate Gebühr in Höhe von 3.500 Euro je Verband zur Refinanzierung der Projektkosten. Hier konnten einmalig im Jahr 2025 insgesamt 52.500 Euro refinanziert werden.

Die Mieteinnahmen des Mietshauses im Oberen Hoppenlauweg entwickelten sich dank lückenloser Anschlussvermietung stabil. Der Aufwand des Mietshauses besteht zum überwiegenden Teil in den Nebenkosten, die auf die Mieter umgelegt wurden.

Mit der Volksbank Leonberg Strohgäu konnte ein Vergleich in Höhe von 10.000 Euro über die Rückzahlung erhobener Negativzinsen nach der ergangenen BGH-Rechtsprechung erzielt werden. Weitere 3.776 Euro wurden vom DAV nach der Auflösung des DAV Treuhandvermögens im Zuge der GEDISA-Gründung an den LAV zurückbezahlt.

Durch die interne Geschäftsführungsnachfolge und weiterhin Nicht-Nachbesetzung von zwei Vollzeitstellen konnte der Budgetansatz in den Personalkosten deutlich unterschritten werden.

Die LAV-Service GmbH und der LAV–SOFO-MARKT erstatten dem LAV anteilig die Kosten für die Geschäftsführung. Die gemeinsame Nutzung von personeller Infrastruktur wie Empfang und Telefonzentrale wurde innerhalb der einzelnen drei Unternehmen durch Weiterberechnungen ausgeglichen.

Die Ausgaben für die Stromversorgung waren aufgrund der Photovoltaik-Anlage stabil geblieben. Gleiches galt für die weiteren Energie- und Betriebskosten. Aufgrund zunehmender Sturmereignisse lässt der LAV jährlich den alten Baumbestand auf den Grundstücken hinsichtlich deren Standfestigkeit überprüfen und pflegen – so auch im Jahr 2025.

Die Kontrolle und Optimierung des Versicherungsschutzes erfolgte in Absprache mit dem Versicherungsmakler. In 2025 wurden die Deckungssummen für diverse Haftpflicht- und Sachversicherungen angepasst.

Im Vergleich zu 2024 war der ABDA-Beitrag planmäßig um 28.300 Euro, was 2,7 Prozent entspricht, gestiegen.

Die festen Finanzierungszusagen der Gesellschafter an die GEDISA umfassten nur den Zeitraum von 2022 bis 2024. Mittelfristig sollte die GEDISA sich aus ihren kostenpflichtigen Angeboten an die Apotheken finanzieren. Allerdings war die Repräsentanz aller Mitgliedsapotheken auf dem Apothekenportal, welches das führende Apotheken-Portal in Deutschland werden sollte, immens wichtig. Noch hatten zu wenige Mitgliedsapotheken dies und den Nutzen der GEDISA-Angebote für sich erkannt, so dass der LAV für das Jahr 2025 für all seine Mitgliedsapotheken ein Basispaket bei der GEDISA für 19 Euro pro Mitgliedsapotheke und Monat gebucht hatte. Dies hatte außerbudgetär aus den Rücklagen und dem Jahresüberschuss aus 2024 finanziert werden müssen. Aufgrund der strategisch wichtigen Bedeutung der Repräsentanz aller Mitgliedsapotheken auf dem Apotheken-Portal und der Bündelung der Digitalisierungsbestrebungen für die Apotheken auf dem Apotheken-Portal – wie zum Beispiel die Schaffung eines gemeinsamen Retaxationsbearbeitungsportals – hatte der Vorstand in Abstimmung mit dem Beirat und der Mitgliederversammlung daher entschieden, auch in 2025 die digitale Repräsentanz der Mitgliedsapotheken auf dem Apotheken-Portal wirtschaftlich sicherzustellen.

Die GEDISA entwickelte für mittlerweile 10 Landesapothekerverbände eine gemeinsame Verbandssoftware mit Mitgliederverwaltung. Der Rollout für Baden-Württemberg soll voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen. Die Finanzierung der Entwicklungskosten für die erste Stufe in Höhe von etwa 324.800 Euro wurde entsprechend bereits 2025 vorgesehen. Die Mittel werden wahrscheinlich erst in 2026 abhängig vom Entwicklungsfortschritt abgerufen und fällig.

Darüber hinaus entwickelte die GEDISA im Auftrag aller Gesellschafter ein Retaxportal zur übergreifenden Bearbeitung von Retaxationen für alle Gesellschafterverbände und deren Mitglieder. Da hierfür auch die Nutzung des sicheren Datenraums durch alle Mitgliedsapotheken unumgänglich sein würde, hatte der Vorstand beschlossen, ab Oktober 2025 bei der GEDISA für alle Mitgliedsapotheken das Basis-Plus Paket für 39 Euro pro Monat und Betriebsstätte zu buchen. Hintergrund war, dass darin auch die Kosten für das Retaxportal und den sicheren Datenraum beinhaltet waren und der Paketpreis deutlich preiswerter war, als wenn die Einzelleistungen durch die Mitglieder direkt gebucht werden müssten. Die voraussichtlichen Zahlungen an die GEDISA im Jahr 2026 werden sich daher auf insgesamt rund 1.277.000 Euro belaufen. Darin sind finanzielle Mittel für die gemeinsame Verbändesoftware für das CRM (Customer Relation Management) in Höhe von 324.800 Euro enthalten, die in 2025 noch nicht abgeflossen waren und deren Zahlung in 2026 zu erwarten ist.

Die Anzahl von Präsenzveranstaltungen und Gremiensitzungen sowie die damit verbundenen Reisekosten waren mittlerweile wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angekommen. So wurden auch die Räumlichkeiten im Haus der LAV Service GmbH wieder stärker genutzt, was sich in den gestiegenen Bewirtungskosten verdeutlichte. Die Bewirtungskosten von externen Veranstaltungen konnten hingegen unter dem budgetierten Ansatz bleiben.

Die Ausschüttungen der Beteiligungsgesellschaften (Pharmafakt, BAG) hatten trotz schwieriger Marktlage erfreulicherweise den Budgetansatz übertroffen. Demgegenüber waren die Zinseinnahmen geringer geworden, was auf die Finanzierung des GEDISA-Basispaketes aus Rücklagen und geringerer Verzinsung zurückzuführen ist.

Abschließend waren noch die Ertragssteuerzahlungen auf die Gewinnausschüttungen der Pharmafakt GmbH sowie die Grundsteuern auf die dem LAV gehörenden Grundstücke Hölderlinstraße 11 und 12 zu nennen. Das Jahr 2025 endete mit einem Liquiditäts-Überschuss in Höhe von 430.059 Euro.

DER LAV-SOFO-MARKT JAHRESABSCHLUSS 2025
Die verschlechterte wirtschaftliche Lage und der weitere Rückgang der Apotheken (und damit ein Rückgang des Kundenkreises, den der LAV-SOFO-MARKT ausschließlich bedient) hielten auch in 2025 unverändert an. Trotz der angespannten Situation der Apotheken konnte der LAV-SOFO-MARKT den Vorjahresumsatz mit attraktiven Angeboten bei hohem Werbeaufwand in 2025 um 240.000 Euro steigern und erreichte damit fast wieder das Umsatzniveau von 2023. Der angesetzte Planumsatz für 2025 konnte trotzdem nicht erreicht werden.

Die Werbekostenzuschüsse für das LAV-SOFO-MARKT Handelsgeschäft konnten im Vergleich zu 2024 in 2025 um 40 Prozent auf 63.000 Euro gesteigert werden. Die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft der LAV-Nachrichten konnten konstant auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.

Im Aufbau befinden sich seit 2025 Partnerschaften mit Firmen, die nicht warenkorbgängige Produkte im Apothekenmarkt anbieten und den LAV-SOFO-MARKT als Werbeplattform nutzen möchten. Hierfür bieten sie neben Werbekostenzuschüssen auch Sonderkonditionen für die Kunden des LAV-SOFO-MARKTes an.

Die Personalkosten waren auf Vorjahresniveau und unterhalb des Budgetansatzes geblieben. Gemeinsam genutzte Personalstellen wie Zentrale/Empfang, Buchhaltung, QMS wurden anteilig weiterberechnet. Für die Geschäftsführungstätigkeit zahlte der LAV-SOFO-MARKT anteilig einen Betrag an den LAV.

Der Wareneinsatz hatte sich mit steigendem Umsatz und vermehrter Kundennachfrage nach vorrätig gehaltenen Lagerartikeln wie Serviceverpackungen und konstant steigenden Bezugspreisen wieder erhöht. Das Lager-Produktsegment der Serviceverpackungen wurde entsprechend der erhöhten Nachfrage ausgebaut. Dementsprechend waren auch die Lagerkosten gestiegen aber im budgetierten Rahmen geblieben.

Die Handlings- und Versandkosten des LAV-SOFO-MARKTes konnten entgegen dem Marktrend mit stark steigenden Porto- und Versandkosten durch eine Optimierung der Verpackungs- und Versandeinheiten der Lagerprodukte konstant gehalten oder sogar etwas gesenkt werden. Das Einsparpotential in diesem Bereich war damit weitgehend ausgeschöpft. Für die Zukunft werden Kostensteigerungen gemäß dem Markttrend erwartet.

Der neue LAV-SOFO-MARKT-Onlineshop ging im Dezember 2024 online und basierte seitdem auf dem neuesten Technischen Standard. Kleine Verbesserungen vornehmlich im Handling der individuellen Produkte, der Rabatt-Partner, Berufskleidung, Filter- und Sortiermöglichkeiten, Steuerung von Kundengruppen oder Rabatt-Aktionen wurden gleich mitumgesetzt. Das angesetzte Budget für den modernen LAV-SOFO-MARKT-Onlineshop konnte eingehalten werden. Aufträge des LAV-SOFO-MARKTes gehen inzwischen zum größten Teil darüber ein.

Der LAV-SOFO-MARKT nutzt im LAV Gebäude drei Büroräume und die komplette Infrastruktur, was alljährlich in Form einer Allgemeinkostenumlage an den LAV erstattet wird.

Bei den KFZ-, Werbe- und Repräsentations- und Reisekosten gelang es unterhalb der budgetierten Ansätze zu bleiben. Die anteilige Nutzung des SOFO-MARKT-Fahrzeuges durch LAV und LAV Service GmbH wurde anteilig weiterberechnet.

Die Zinseinnahmen des LAV-SOFO-MARKTES bestanden zum einen in den Darlehenszinsen, die die LAV-Service GmbH an den LAV-SOFO-MARKT für die Finanzierung des Kaufes des Tagungshauses bezahlt und zum anderen in Zinsen aus Festgeldanlagen und Ausschüttungen aus Wertpapieren.

Das Geschäftsjahr 2025 endete für den LAV-SOFO-MARKT mit einem Liquiditäts-Überschuss in Höhe von 62.279 Euro.

DER LAV-SERVICE GMBH JAHRESABSCHLUSS 2025
Ein erneut schweres Jahr lag hinter der LAV-Service GmbH mit ihrem Geschäftsbereich LAV-Akademie. Die erhofften Erlöse für kostenpflichtige Seminare und Webinare blieben leider aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Apotheken und auch aufgrund der Personalknappheit noch hinter dem Erhofften zurück. Strategisch wurde dementsprechend in diesem Bereich das Angebot reduziert. Ausgebaut wurde indes das Angebot der sogenannten Info-Veranstaltungen, die zur kostenfreien Teilnahme angeboten werden können. Die Erlöse aus diesen von der Industrie gesponserten Informationsveranstaltungen waren im Vergleich zum Vorjahr um 32.000 Euro gewachsen und liegen im Budgetplan.

Sowohl die zur Teilnahme kostenpflichtigen als auch die kostenfreien Veranstaltungen wurden in einem Mix aus Präsenz- und Online-Veranstaltungen angeboten. In beiden Veranstaltungsformen konnten über 5.700 Teilnehmende erreicht werden.

Insgesamt war es durch einen strikten Sparkurs im Bereich der Akademie gelungen, ein negatives Ergebnis zu verhindern. Insbesondere konzentrierte sich die Organisation von Fortbildungsmaßnahmen nur noch auf solche, bei denen mit ausreichend Teilnehmenden gerechnet werden konnte. Dadurch sank der Planungs- und Absageaufwand.

Sinkende Erträge und Spardruck in den Apotheken führten nach wie vor zu geringeren Provisionszahlungen unserer Vorteilspartner, so dass die LAV Service GmbH unter dem Planbudget geblieben war, jedoch einen Zuwachs zum Vorjahr verzeichnen konnte.

Die Erlöse aus dem Vertrieb des QM-Online-Moduls hatten sich stabil entwickelt und lagen 2025 deutlich über dem Vorjahreswert und dem Planbudget. Das QM-Online-Modul wird mittlerweile auch anderen Verbänden für ihre Mitglieder angeboten und refinanziert sich durch jährliche Lizenzgebühren. Die fachliche, inhaltliche Verantwortlichkeit für unser QM-Onlinemodul liegt weiterhin bei der Firma Cultus, die hierfür die Hälfte der Gebühreneinnahmen erhielt.

Die Erlöse aus der Motivations- und Aufklärungskampagne „Impfopoint“ zur Förderung der Grippeschutzimpfungen in den Apotheken blieben hinter dem Vorjahr und Plansoll zurück, nachdem sich der Industriepartner aufgrund des bestehenden Spardrucks aus dem Sponsoring zurückgezogen hatte. Insofern endete die Kampagne im Frühjahr 2025 und wird leider auch 2026 nicht weiter fortgesetzt.

Weiter erzielte die LAV Service GmbH Mieteinnahmen aus der Vermietung einer Wohnung im Gebäude Hölderlinstr. 10, die in 2025 leicht gestiegen waren.

Die Mieteinnahmen aufgrund der Nutzung der Besprechungsräume haben nach wie vor nicht den vollen Umfang wie vor der Pandemie angenommen. Weiterhin wurden viele Abteilungsbesprechungen und Besprechungen beispielsweise mit Kunden oder Referenten online abgehalten.

Bei den Personalkosten war man unter denen des Vorjahres geblieben. Eine Vollzeitmitarbeiterin, die den Verband zum Jahresende 2023 verlassen hatte, wurde weiterhin nicht ersetzt. Stattdessen wurde eine LAV-Mitarbeiterin teilweise in der Akademie eingesetzt.

Für die Geschäftsführungstätigkeit zahlte die LAV Service GmbH anteilig einen Betrag an den LAV.

Die Betriebs- und Reinigungskosten überstiegen aufgrund der Verteuerung der Energiekosten sowie wegen der Anhebung des Mindestlohns die Vorjahreswerte, lagen aber unter dem Planansatz.

Die Kfz-Kosten waren ebenfalls unter dem Budgetansatz geblieben.

Aufgrund der nach wie vor wenigen Veranstaltungen, die vorzugsweise in den eigenen Räumen durchgeführt wurden, stiegen die Bewirtungskosten moderat.

Einladungen zu Infoveranstaltungen wurden trotz höherer Portokosten 2025 weiter per Post verschickt, da sich gezeigt hatte, dass E-Maileinladungen in den Apotheken weit weniger wahrgenommen werden – insbesondere bei den Apothekenmitarbeiter:innen.

Aufgrund zunehmender Sturmereignisse muss jährlich der alte Baumbestand auf dem Grundstück hinsichtlich dessen Standfestigkeit überprüft werden – was auch 2025 anfiel.

Die LAV-Service GmbH hatte auch in 2025 das vom LAV 2004 gewährte Darlehen zum Kauf des Veranstaltungshauses sowohl mit Darlehenszinsen, als auch mit Tilgungen bedienen können.

Das erneut schwierige Geschäftsjahr der LAV Service GmbH endete dennoch mit einem Einnahmenüberschuss in Höhe von 15.015 Euro.

Der Haushaltsbericht der Geschäftsführung wird begleitet wird von erläuternden Folien. Diese finden Sie entweder hier direkt zum Download oder im untenstehenden Download zum Jahresbericht 2025.

Der LAV Baden-Württemberg in Zahlen

Den vollständigen Zahlenteil finden Sie im Download zum Geschäftsbericht 2025 und direkt hier.