Warken bei Leiter
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Austausch auf Augenhöhe: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu Gast in Schorndorf

Ein Besuch im Rahmen der Aktion "WIR MÜSSEN REDEN"
Erschienen am 3. Februar 2026 | Letzte Änderung 3. Februar 2026

Am 31. Januar 2026 war Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zu Gast in der Apotheke von Thorsten Leiter in Schorndorf. Der Inhaber hatte bewusst nicht zu einem berufspolitischen Termin eingeladen, sondern zu einem offenen Gespräch lebensnah von der Basis. Neben Apothekerinnen und Apothekern nahmen acht Vertreter anderer Heilberufe teil – vom Facharzt über den Orthopädietechniker bis hin zum Pflege- und Klinikheimbetreiber. Ziel war es, die aktuelle Versorgungslage lokal, authentisch und ohne Filter zu schildern.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die wirtschaftliche Situation der Apotheken und insbesondere die dramatische Entwicklung beim pharmazeutischen Nachwuchs. Thorsten Leiter machte die Dringlichkeit einer Honorarerhöhung sehr konkret: Die tariflichen Einstiegsgehälter für PTA liegen mittlerweile rund 1.000 Euro brutto monatlich unter den Einkommen vergleichbarer Berufe in der Pflege oder bei Erzieher:innen. So kommt es natürlich zum Fachkräftemangel, der Nachwuchs geht in andere Berufe.
Gleichzeitig dankte Leiter der Ministerin für die Erweiterung pharmazeutischer Leistungen, wie etwa für zusätzliche Impfangebote und die Aussicht der Rx-Abgabe in bestimmten Fällen. Bei den pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) bat er jedoch eindringlich um mehr Vertrauen in die Apotheken. Die derzeitige Dokumentationsflut mache viele pDL in der Praxis unwirtschaftlich und konterkariere den eigentlichen Versorgungsauftrag. Hier versprach die Ministerin Verbesserungen.

Ein zentrales Signal aus dem Gespräch: Das Fixhonorar für rezeptpflichtige Arzneimittel soll sehr zeitnah steigen. Konkret ist eine Anhebung von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro abgegebener Packung vorgesehen. Diese Erhöhung sei erklärter Wille der Bundesgesundheitsministerin. Auf einen konkreten Zeitplan ließ sie sich aber nicht festlegen.

Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt vom Auftritt der Ministerin: Sie war tief im Detail, sehr offen in der Diskussion und nahm sich Zeit für die Anliegen der Anwesenden. Statt der geplanten Dauer blieb sie rund 30 Minuten länger, hörte zu, fragte nach und argumentierte sachlich. Ihr konstruktiver Stil wurde von allen Seiten ausdrücklich geschätzt.

Der Termin in Schorndorf zeigte, wie wertvoll der direkte Dialog zwischen Politik und Heilberufen ist – und dass tragfähige Lösungen nur dann entstehen, wenn die Realität der Versorgung vor Ort gehört und ernst genommen wird. Deshalb rät Thorsten Leiter allen Kolleg:innen, die Abgeordneten einzuladen. Nur so lernt die Politik authentisch den Alltag der Apotheken kennen.