Gruppenbild Apothekengipfel Kirchheim Teck
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„Apothekengipfel“ in Kirchheim: MdB Prof. Dr. Matthias Hiller stellt sich der Diskussion

Ein Besuch im Rahmen der Aktion "WIR MÜSSEN REDEN"
Erschienen am 3. Februar 2026 | Letzte Änderung 3. Februar 2026

Auf Einladung von Dr. Heike Pfäffle-Planck, Inhaberin der Pinguin Apotheken in Kirchheim unter Teck, besuchten die CDU-Politiker Prof. Matthias Hiller MdB und MdL Dr. Natalie Pfau-Weller die Pinguin-Apotheke in Kirchheim, um sich im direkten Austausch mit Apothekerinnen und Apothekern über die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen zu informieren. Am „Apothekengipfel“ nahmen zudem die Präsidenten von LAV und LAK, Tatjana Zambo und Dr. Martin Braun sowie weitere Kolleginnen und Kollegen aus der Region teil.

Eines der zentralen Themen bei dem über zweistündigen Besuch war das Versandhandelsverbot für Arzneimittel. Die Apothekerschaft kritisierte dabei deutlich die ungleichen Wettbewerbsbedingungen: Insbesondere ausländische Versandapotheken agieren mit Rabatt- und Preisvorteilen, während Vor-Ort-Apotheken an die strengen Vorgaben der Arzneimittelpreisbindung gebunden seien. Prof. Hiller, der auch Mitglied im Gesundheitsausschuss ist, machte deutlich, dass diese Problematik bereits mit dem Bundesministerium für Gesundheit intensiv erörtert worden sei. Ein generelles Versandhandelsverbot sei nach aktueller Rechtsauffassung sowie vorliegenden Gutachten jedoch nicht umsetzbar. Dass entsprechende Aktivitäten von ausländischen Versendern jedoch eingedämmt werden müssen, sei selbstverständlich. Hier sähe die geplante Reform eine Stärkung der sogenannten Paritätischen Stelle vor, so Hiller.
Intensiv diskutiert wurde außerdem die dringend notwendige Honoraranpassung für Apotheken. Neben der Forderung nach einer zügigen Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Anpassungen wurden auch alternative Modelle erörtert. Dabei fand insbesondere der jüngst vom Bundesrat vorgeschlagene Ansatz Beachtung, die ersten 20.000 abgegebenen Arzneimittelpackungen mit einer höheren Pauschale zu honorieren. Chance und Gefahren wurden in der Diskussion gegeneinander abgewogen. Prof. Hiller sicherte – ebenso wie zuvor Bundesgesundheitsministerin Warken an anderer Stelle – zu, dass sich die Bundesregierung zeitnah mit diesem Thema befassen werde.

Ein weiterer Diskussionspunkt war das derzeit im Bundestag beratene Medizinalcannabisgesetz. Im Mittelpunkt stand die Frage nach dem Sinn und Zweck eines geplanten Versandhandelsverbots für Medizinalcannabis. Prof. Hiller berichtete aus der Anhörung im Deutschen Bundestag und stellte klar, dass eine entsprechende Regelung ein ausdrücklicher Wille der CDU-Fraktion sei, der Koalitionspartner SPD sich aber auch andere Lösungen vorstellen könne.

Kontrovers wurde auch die zuletzt medial diskutierte mögliche Erhöhung von Zuzahlungen für Patientinnen und Patienten erörtert. Ein Großteil der Teilnehmenden sah es grundsätzlich als sinnvoll an, Patientinnen und Patienten stärker in die Verantwortung zu nehmen. Aber es spräche auch viel gegen eine entsprechende Anhebung der Zuzahlung.

Insgesamt zeigte sich die Apothekerschaft dankbar für den offenen Austausch. Die eingeladenen Abgeordneten hörten aufmerksam zu, bezogen jedoch vielfach noch keine konkreten Positionen. Insbesondere Prof. Hiller machte sich umfangreiche Notizen für die weitere Beratung im Gesundheitsausschuss und im Deutschen Bundestag.