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Digitalisierung im Gesundheitswesen: Apotheken machen sich bereit für E-Rezept

Erschienen am 3. Juni 2022 | Letzte Änderung 3. Juni 2022

Stuttgart – In den kommenden Monaten löst das elektronische Rezept (E-Rezept) das bisherige rosa Papierrezept für alle Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab. Die bundesweite Einführung zum Jahresbeginn 2022 wurde zwar kurzfristig noch einmal verschoben, aber nach ausreichender technischer Testung soll das E-Rezept ab Herbst dieses Jahres für Millionen Patientinnen und Patienten Wirklichkeit werden. Die Apotheken bereiten sich intensiv auf diesen Meilenstein der Digitalisierung des Gesundheitswesens vor. Und das hat einen Grund: Nach dem Willen des Gesetzgebers müssen alle Apotheken ab September in der Lage sein, E-Rezepte annehmen zu können. Darauf weisen Landesapothekerkammer und Landesapothekerverband Baden-Württemberg anlässlich des Tags der Apotheke hin, der jedes Jahr am 7. Juni stattfindet.

Die Apotheken haben bereits flächendeckend die nötige Hardware – sogenannte Konnektoren und Lesegeräte sowie Institutionenkarten und Heilberufsausweise – angeschafft und eingerichtet. Zum sicheren Ausstellen von digitalen Impfzertifikaten haben sich die Apotheken voriges Jahr auch schon an die Telematik-Infrastruktur (TI) – das sichere Gesundheitsdatennetz – angeschlossen. Die kommenden Monate bis zum Start nutzen die Apotheken nun dazu, letzte Software-Anpassungen vorzunehmen und die Apotheken-Teams zu schulen.

So funktioniert das E-Rezept
Die Ärztin oder der Arzt erstellt die Verordnung elektronisch und legt sie geschützt auf einem zentralen und besonders gesicherten Server ab. Der Patient oder die Patientin bekommt – anders als bislang - nicht das eigentliche Rezept, sondern einen digitalen Schlüssel (E-Rezept-Token) ausgehändigt. Nur mit diesem Schlüssel kann jede Apotheke das digitale Originalrezept vom zentralen Server herunterladen und bearbeiten. Patientinnen und Patienten ohne Smartphone können sich den E-Rezept-Token in der Arztpraxis auf Papier ausdrucken lassen und mit in die Apotheke nehmen. Aber auch mit der kostenlosen App „Das E-Rezept“ der gematik kann man das E-Rezept verwalten. Voraussetzung dafür sind aber ein modernes Handy und eine elektronische Gesundheitskarte (eGK), die beide den kontaktlosen Datenaustausch über NFC (Near Field Communication) unterstützen. Zudem ist eine PIN von der Krankenkasse notwendig. Grundsätzlich gilt: E-Rezepte werden verschlüsselt transportiert und liegen auf einem geschützten Server in Deutschland, so dass sich niemand Sorgen um den Datenschutz machen muss. Fragen zum E-Rezept kann die Apotheke vor Ort beantworten.

„Tag der Apotheke“: Bundesweiter Aktionstag seit 1998
Jedes Jahr am 7. Juni ist der Tag der Apotheke. Der bundesweite Aktionstag hat zum Ziel, über Aufgaben und Leistungen der Apotheken vor Ort im deutschen Gesundheitssystem zu informieren. Viele Apotheken bieten zu diesem Datum besondere Aktionen an. Erstmals fand der Tag der Apotheke am 10. September 1998 statt. Der diesjährige Tag der Apotheke am 7. Juni 2022 steht im Zeichen des Leistungsvermögens der öffentlichen Apotheken seit Beginn der Corona-Pandemie.

Weitere Servicetexte zum Tag der Apotheke am 7. Juni 2022

Zu den Themen

  • Nacht- und Notdienst
  • Reiseapotheke
  • Hausapotheke
  • Kindergesundheit

Apotheken-Notdienst schnell finden
Plötzliches Fieber oder Zahnschmerzen mitten in der Nacht: Krankheit hält sich nicht an Öffnungszeiten. Im Notfall braucht man schnell ein Arzneimittel, egal ob vom Arzt verordnet oder in der Selbstmedikation. Deshalb ist der flächendeckende Notdienst der wohnortnahen Apotheken unverzichtbar. Um auf die Leistungen der Apotheken hinzuweisen, steht der ‚Tag der Apotheke‘ am 7. Juni unter dem Motto „Einfach da für dich“.

Die wohnortnahen Apotheken unterliegen einer Vielzahl so genannter Gemeinwohlpflichten. Das bedeutet: Apotheken sind gesetzlich zu Leistungen verpflichtet, die allen Menschen nützen. Dazu gehören neben dem Vorhalten eines breiten Arzneimittelsortimentes und dem Herstellen von individuellen Rezepturarzneimitteln auch Notdienste. Deshalb sind die Apotheken in xxx auch nachts oder an Sonn- und Feiertagen für ihre Patientinnen und Patienten da.

Die nächste dienstbereite Apotheke lässt sich über verschiedene Wege schnell und unkompliziert finden. Alle Möglichkeiten der Notdienst- und Apotheken-Suche hier auf einen Blick:

  • www.mein-apothekenmanager.de
  • www.aponet.de (Startseite)
  • Mobiles Web unter: apothekenfinder.mobi (bei Internetflat keine Extrakosten)
  • Anruf vom Festnetz unter 0800 00 22833 (kostenlos)
  • Anruf vom Handy (alle Netze) unter 22833 (69 c/Min)
  • SMS mit der 5-stelligen PLZ (alle Netze) an 22833 (69 c/SMS)
    Wer weder das Telefon noch das Internet nutzen will: Im Schaufenster jeder Apotheke gibt es einen Hinweis auf die nächste dienstbereite Apotheke.

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Vor dem Urlaub Reiseapotheke planen

Eine Reiseapotheke ist unterwegs unverzichtbar – denn wer will schon mit Durchfall wandern oder mit Kopfschmerzen in der Sonne liegen? Der 7. Juni ist der ‚Tag der Apotheke‘ mit dem Motto „Einfach da für dich“. Viele Apotheken in xxx bieten am Aktionstag eine Beratung zur Reiseapotheke an. Was da genau hineingehört, hängt unter anderem vom Reisestil und der medizinischen Versorgung im Urlaubsland ab. Denn bei einer mehrwöchigen Rucksacktour durch Südostasien braucht man eine andere Ausrüstung als bei einem kurzen Strandurlaub auf Mallorca.

Die umfassende Reiseapotheke enthält die Medikamente, die in eine Hausapotheke gehören, ergänzt um Arzneimittel gegen häufige Reisebeschwerden wie zum Beispiel Durchfall oder Reiseübelkeit. Außerdem sollten Urlauber*innen dauerhaft benötigte Medikamente in ausreichender Menge mitnehmen. Unentbehrlich sind auch bei Tagesausflügen Schmerzmittel, Medikamente gegen Durchfall, ein Desinfektionsmittel und Verbandstoffe.

Empfehlenswert ist, alle notwendigen Medikamente aus Deutschland mitzunehmen. Es wäre leichtsinnig, darauf zu vertrauen, dass im Notfall im Urlaubsland eine ad hoc-Versorgung möglich ist. Besonders in Ländern mit schlechter Gesundheitsversorgung sollten Reisende damit rechnen, dass es vor Ort keine Apotheke gibt oder diese nicht erreichbar ist. In einigen Ländern sind viele Medikamente nicht zuverlässig verfügbar oder gefälscht. Hinzu kommt die Sprachbarriere und dass Wirkstoffe im Ausland häufig unter anderen Namen vermarktet werden als in Deutschland.

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Hausapotheke jetzt überprüfen lassen

Viele Apotheken in xxx bieten rund um den ‚Tag der Apotheke‘ am 7. Juni einen Hausapotheke-Check an. Unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittelreste werden dabei aussortiert. Ist das Haltbarkeitsdatum eines Medikaments überschritten, darf es nicht mehr angewendet werden. Das gilt auch, wenn es äußerlich einwandfrei erscheint. Denn Arzneistoffe verändern sich auch bei sachgemäßer Lagerung im Laufe der Zeit. Zu lange gelagerte Medikamente können unwirksam werden oder im schlimmsten Fall sogar schädliche Nebenwirkungen hervorrufen. Diese Veränderungen sind nur selten äußerlich erkennbar.

In die Hausapotheke gehören neben individuell benötigten Medikamenten vor allem Präparate gegen akute Erkrankungen, zum Beispiel gegen Schmerzen oder Durchfall. Ebenfalls empfehlenswert sind Verbandstoffe wie Mullbinden oder Kompressen sowie ein Fieberthermometer und eine Pinzette. Auch die wichtigsten Adressen und Telefonnummern sowie eine Erste-Hilfe-Anleitung sollten nicht fehlen. Was in eine Hausapotheke gehört, hängt auch von den Lebensumständen und den individuellen Bedürfnissen ab. Eine Familie mit kleinen Kindern braucht eine andere Hausapotheke als ein sportlicher Single. Das Apothekenteam hilft gerne bei der Zusammenstellung.

Der ‚Tag der Apotheke‘ findet jedes Jahr am 7. Juni statt. Der bundesweite Aktionstag mit dem Motto „Einfach da für dich“ soll auf die vielfältigen Leistungen der Apotheken aufmerksam machen.

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Medikamente für Kinder richtig dosieren

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – das gilt besonders bei der Arzneimitteltherapie. Immer wieder werden die Medikamente für das jeweilige Kind falsch dosiert. Das kann gefährlich werden: Bei Überdosierungen steigt das Risiko für Nebenwirkungen. Auch Unterdosierungen können schwerwiegende Folgen haben, etwa wenn eine Erkrankung nicht ausreichend handelt wird oder sich bei Antibiotika Resistenzen bilden. Deshalb ist eine ausgiebige Beratung in der Apotheke vor Ort für Eltern wichtig. Der bundesweite Aktionstag ‚Tag der Apotheke‘ am 7. Juni steht unter dem Motto „Einfach da für dich“.
Kleine Kinder können Tabletten noch nicht schlucken. Deshalb bekommen sie flüssige Medikamente wie Arzneisäfte. Eltern sollten sich den Umgang damit in der Apotheke demonstrieren lassen. Arzneisäfte sollten nie mit Tee- oder Esslöffeln dosiert werden, denn das wäre zu ungenau. Die Apothekerin oder der Apotheker kann zum Bespiel das korrekte Abmessen mit der Einwegspritze demonstrieren. Der Saft wird damit langsam in die Wangentasche hinter die Backenzähne gespritzt, so kann der Würgereiz vermieden werden. Das Kind sollte dabei nicht liegen, sondern sitzen oder stehen. Ein positiver Nebeneffekt: Viele Kinder finden es spannend, wenn ihre Eltern ihnen einen Arzneisaft mit einer Einwegspritze – natürlich ohne Nadel – in den Mund spritzen. Sie nehmen die Medizin dann leichter ein. Bei Säuglingen können flüssige Arzneiformen mit einem Medikamentenschnuller verabreicht werden.
Vorsicht auch beim Griff in die elterliche Hausapotheke: Einige für Erwachsene gängige rezeptfreie Arzneimittel sind für Kinder nicht geeignet. Ein bekanntes Beispiel ist das Schmerzmittel ASS. Es kann bei kleinen Kindern das Reye-Syndrom, eine akute Leber- und Gehirnerkrankung, auslösen. Rezeptfreie Durchfallmittel mit Loperamid sollten Eltern ihren kleinen Kindern nicht geben, da es sie sehr müde machen kann. Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen wie Menthol oder Kampfer sind wegen der Gefahr eines Kehlkopfkrampfes für Kinder unter zwei Jahren ungeeignet.

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