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Ein Lesepate erzählt: Mit Geschichten Brücken bauen

Hilfswerk bringt Lektüre und Lachen ins Klassenzimmer
Erschienen am 11. Februar 2026 | Letzte Änderung 11. Februar 2026


"Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie" (James Daniel)


Am 21. November hat der bundesweite Vorlesetag stattgefunden und die Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema gelenkt: Das Vorlesen. Begleitend dazu wurde der Vorlesemonitor 2025 veröffentlicht und der offenbart: Rund einem Drittel der 1- bis 8-jährigen bleibt der Ausflug in das Reich der Phantasien verwehrt, da ihnen selten bis gar nicht vorgelesen wird. Um diesen Kindern dennoch das Abtauchen in Bücher zu ermöglichen, kommen die Lesepaten des Vereins „Leseohren“ ins Spiel. Das Hilfswerk baden-württembergischer Apothekerinnen und Apotheker will dieses wichtige Ehrenamt unterstützen und sammelt Spenden für das Projekt.

Smartphone ist mächtiger Konkurrent
Die Gründe, warum Kindern nicht mehr vorgelesen wird, sind vielfältig und reichen von Zeitmangel, der geringen (Vor-)lesekompetenz der Eltern bis zum Kampf des Mediums "Buch" gegen Smartphone und Spielekonsole um die Aufmerksamkeit der Kinder, der häufig zu Ungunsten des Buches ausgeht. Die Lehrer und Lehrerinnen können im Unterricht durch einen engen Lehrplan, vielen sonstigen Herausforderungen und durch den unterschiedlichen Entwicklungsstand der Kinder bezüglich des Lesens, die Lücken nicht schließen. Diese Lücke, die schon bei der PISA-Studie im Jahr 2002 offensichtlich wurde, zu schließen, ist die Hauptaufgabe des Leseohren e.V. Stuttgarts. Was braucht man dazu: Bücher, Zeit, Kinder sowie viele engagierte Vorlesepaten.

Apotheker ist Lesepate
Ich (36) lese selber an der Martin-Luther-Schule in Bad-Cannstatt 1 x pro Woche donnerstags in der 1. und 2. Stunde in der 2a und 2b vor. Wie es dazu kam, später mehr...
Der Leseohren e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel Kindern die Freude an der Sprache und am Buch zu vermitteln. Der Verein schult und betreut mittlerweile rund 600 ehrenamtlich engagierte Vorlesepatinnen und Vorlesepaten, die im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet in Kindertagesstätten, Stadtteilbibliotheken, Schulen und anderen Trägern regelmäßig vorlesen.
Durch die Hauptprojekte:

  • Vorlesen in Kindertagesstätten
  • Leselust, statt Notenfrust - Vorleseprojekt in Grundschulen
  • Leseheimat - Vorleseprojekt für geflüchtete Kinder
  • Lesebrücke - Vorlesen in Herzenssprache (Muttersprache)
  • EhrenWort - Jugendliche lesen Kindern vor (NEUES Projekt)
    ist der Verein in Stuttgart stark verwurzelt und leistet seit über 20 Jahren einen unschätzbaren Teil zum Zusammenhalt der Gesellschaft und verbindet die Generationen in unserer Landeshauptstadt.

Lesen ohne Leistungsdruck
Wie kommt man nun als männlicher und junger Apotheker zu den Leseohren?
Alles begann vor 2 Jahren mit der Freiwilligenbörse der Landeshauptstadt Stuttgart. Mit wenigen Klicks und der Angabe meiner Präferenzen, für ein Ehrenamt über die Suchmaske, war ich nur noch einen Klick von den Leseohren entfernt. Nach dem Stöbern auf der Website war mir gleich klar: Das will ich machen! Und kaum hat man die Infoveranstaltung (der nächste Termin ist am 15. Januar 2026) und Leseohrenluft geschnuppert, kommt man von ihnen nicht wieder los. Das sehr engagierte und herzliche Team organisiert einen Vorleseplatz für die Vorlesepaten an den oben genannten Einrichtungen und dann ist es nicht mehr weit zur ersten Vorlesestunde. Bei so einer Vorlesestunde nimmt man die Kinder in kleiner Gruppe in die Welt der Bücher und deren Geschichten mit. Dabei steht das „Vorlesen im Dialog“ im Vordergrund und die Kinder können die Stunde aktiv mitgestalten. Durch das, was die Kinder selber in die Vorlesestunde einbringen, entsteht ein lebendiger Austausch mit den Kindern über das Buch. Sie erleben so einen Erfolg für sich im Zusammenhang mit der Geschichte. Ich kann das Vorlesen inklusive der Buchauswahl je nach Altersstufe frei gestalten, wobei kleine Rituale wie kurze Bewegungs-
oder Fingerspiele je nach eigenen Vorstellungen und Talent, die Vorlesestunde begleiten können. Es wird aufmerksam zugehört, gelacht und es darf auch mal Quatsch gemacht werden. Die Kinder werden nicht benotet und sie sind in der Vorlesezeit einfach Kind und nicht Schüler. Wenn die kleinen Zuhörer auch noch Wochen später von einem Buch, dass ihnen besonders gefallen hat, sprechen, gerne die Fortsetzung vorgelesen haben möchten oder besser noch sich diese gekauft oder ausgeliehen haben, freue ich mich sehr, dass das Vorlesen Früchte getragen hat.

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Lesen verbindet auch Generationen
Das Vorlesen ist nicht nur für den sozialen Zusammenhalt wichtig, sondern bietet durch die gegenseitige Wertschätzung (Kind-Pate-Verhältnis) einen Beitrag für eine bessere mentale Gesundheit, wirkt der Vereinsamung von Senioren entgegen, fördert das Selbstbewusstsein und leistet einen bedeuteten Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit der Kinder. Die Paten unterstützen die Kinder bei Ihrer sprachlichen Entwicklung und dienen als Lese-Vorbild. Das Vorlesen wird in der heutigen Zeit mehr denn je gebraucht.

Unterstützen Sie die gute Sache
Sie müssen es einfach selber erleben. Werden Sie Vorlesepate und/oder Mitglied bei Leseohren e. V.! Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und ich habe einen Wunsch: Ich wünsche mir mehr pharmazeutisches Personal als Vorlesende.
Gerne dürfen Sie, wie das LAV-Hilfswerk, den Leseohren e.V. finanziell unterstützen, damit auch in Zukunft die Kinder Stuttgarts in den Genuss des Vorlesens kommen.
Leseohren e.V.
IBAN: DE21 6005 0101 0002 2364 01
BIC: SOLADEST600
Adresse: Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1 70173 Stuttgart
Homepage: www.leseohren-aufgeklappt.de
Mail: info@leseohren-aufgeklappt.de
Telefon: 0711 / 216 96 535