Politischer Austausch mit der SPD in der Paracelsus-Apotheke Böblingen
Ein Besuch im Rahmen der Aktion "WIR MÜSSEN REDEN"
Am 23. Februar traf sich die baden-württembergische Apothekerschaft mit der Bundestagsabgeordneten Dr. Lina Seitzl – die auch Mitglied im Bundesgesundheitsausschuss ist – und dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Florian Wahl zu einem intensiven Austausch in der Paracelsus-Apotheke in Böblingen. An dem Gespräch nahmen LAV-Präsidentin Tatjana Zambo sowie LAK-Präsident Dr. Martin Braun teil.
Honoraranpassung muss schnell kommen
Im Mittelpunkt des Treffens stand aus nach wie vor dringendem Anlass die wirtschaftlich angespannte Situation vieler Apotheken vor Ort. Die Vertreter der Apothekerschaft machten deutlich, dass die seit Jahren unveränderte Vergütung und die steigenden Kosten zahlreiche Betriebe zunehmend unter Druck setzen. Vor diesem Hintergrund wurde erneut die Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Honoraranpassung eingefordert.
Apotheken können und wollen mehr leisten
Ein weiterer Schwerpunkt war die geplante Apothekenreform. Intensiv diskutiert wurden dabei sowohl die begrüßten neuen Aufgaben für Apotheken in der Primärversorgung als auch eher abgelehnte Punkte des Gesetzentwurfs. Die Apothekerschaft machte deutlich, dass die Apotheken bereit sind, zusätzliche Aufgaben etwa in Prävention und Primärversorgung zu übernehmen. Voraussetzung hierfür seien jedoch verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Hingegen wird die Möglichkeit der zeitweisen PTA-Vertretung nach wie vor von der Apothekerschaft sehr kritisch gesehen und stelle einen problematischen Eingriff in das bewährte Versorgungssystem dar. Zambo und Braun warnten vor möglichen Auswirkungen auf Arzneimittelsicherheit und Versorgungsqualität. Hier zeigten die beiden SPD-Vertreter Verständnis für die formulierten Bedenken.
Cannabis nicht über den Versandweg
Neben den Reformplänen wurden weitere gesundheitspolitische Themen erörtert. So begrüßte die Apothekerschaft ausdrücklich das geplante Versandhandelsverbot für medizinisches Cannabis und betonte gegenüber den Abgeordneten die Bedeutung der wohnortnahen Versorgung durch öffentliche Apotheken. Die Präsidenten von LAV und LAK erklärten übereinstimmend: „Die Apotheken gewährleisteten nicht nur eine sichere Cannabis-Abgabe in der Fläche, sondern zudem auch die persönliche Beratung als Grundlage einer qualifizierten Versorgung der betroffenen Menschen.“