Leichtfüßig durch den Sommer: So bleiben Venen in Schwung
Apotheken helfen bei müden, geschwollenen Beinen
Stuttgart – Mit steigenden Temperaturen im Sommer klagen viele Menschen – insbesondere Frauen – über müde, schwere und geschwollene Beine. Aber auch durch langes Sitzen im Büro oder während langen Reisen kann es zu solchen Symptomen mit Spannungsgefühlen und Schmerzen in den Beinen kommen. Ursache sind Wassereinlagerungen, die sogenannten Ödeme. Sie entstehen durch geweitete Blutgefäße aus denen Flüssigkeit in das umliegende Gewebe drückt. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg weist darauf hin, dass Ödeme nicht nur ein kosmetisches Problem sind und erklärt, was man dagegen tun kann.
„Der Körper verfügt über ein ausgeklügeltes System, um bei hohen Temperaturen nicht zu überhitzen. Wir beginnen zu schwitzen, wodurch die Haut gekühlt wird. Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße, und das Blut zirkuliert langsamer, um überschüssige Wärme an die Umgebung abzugeben“, erklärt Friederike Habighorst-Klemm, Patientenbeauftragte des Landesapothekerverbandes. „Dabei sackt das Blut in die Beinen ab und bleibt dort länger.“ Das führt häufig zu Flüssigkeitsansammlungen – zunächst in den Füßen, später auch in den Beinen.
„Diese eigentlich gute Funktion des Körpers macht uns dann im Sommer aber ganz schön zu schaffen. Durch das lange Verbleiben des Blutes in den weiten Gefäßen haben Betroffene das Gefühl, sie hätten Zement in den Beinen. Aber nicht nur das, es kann dadurch zu Blutgerinnseln kommen, die im schlimmsten Fall kleine Blutgefäße in den Beinen, der Lunge, im Kopf oder Herz verstopfen,“ erklärt Habighorst-Klemm. Folgen davon können unter anderem Herzinfarkt, Lungenembolie oder Schlaganfall sein. Dem kann man zum Beispiel mit Wechselduschen, Gymnastikübungen wie Radfahren auf dem Rücken und ausreichendem Trinken von Wasser gut entgegenwirken. Die Apothekerin rät: „Während langen Flügen oder Fahrten helfen häufigeres Aufstehen und das Wippen mit den Füßen um den Blutfluss in den Venen wieder anzuregen. Besonders gut helfen Reisestützstrümpfe um das Absacken des Blutes in die Beine zu verhindern.“ Wichtig ist auch auf sehr schweres und sehr scharfes Essen zu verzichten. Dieses erhitzt den Körper durch die aufwendige Verdauung zusätzlich und verstärkt das Problem.
Betroffene können schon vor den heißen Tagen oder vor Reiseantritt vorbeugend pflanzliche Arzneimittel mit Weinrebenblättern oder Rosskastaniensamen einnehmen. „Besonders gut für die Blutgefäße sind die OPCs, Oligomere Procyanidine, die es zum Einnehmen gibt,“ erklärt die Apothekerin. „Diese werden aus Traubenkernen gewonnen und sind extrem gefäßwirksam. Sie stabilisieren die Wände von Venen und Blutgefäßen.“ Patienten die bereits unter Krampfadern leiden und eine lange Flugreise planen sollten mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob möglicherweise Anti-Thrombosespritzen oder medizinische Kompressionsstrümpfe notwendig sind.
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