Mit Mikroskopen gegen Malaria
Pensionierter Apotheker kämpft für Kinder in Uganda
Was passiert eigentlich mit Mikroskopen, wenn Apotheken schließen? Für den pensionierten Apotheker Harald Schnapka aus Kuchen könnten genau diese Geräte zum Lebensretter werden – für Kinder und Familien in Uganda.
Hilfsprojekt zufällig entstanden
Seit August 2025 unterstützt Schnapka auf eigene Initiative Hilfsprojekte in dem ostafrikanischen Land. Gemeinsam mit der „Luke Foundation Uganda“, die auch ein Waisenhaus mit derzeit 26 Kindern betreibt, organisiert er medizinische Hilfseinsätze in ländlichen Regionen rund um Jinja am Nil. Entstanden ist das Projekt durch eine Zufallsbekanntschaft auf seiner Reise im letzten Sommer.
Im März 2026 kehrte Harald Schnapka schon mit zwei Lichtmikroskopen im Gepäck nach Uganda zurück. Beim dortigen „Medical Camp“ wurden innerhalb von nur zehn Stunden mehr als 350 Menschen behandelt – darunter viele Kinder und Jugendliche. Rund 150 Menschen wurden positiv auf Malaria getestet. „Mit vergleichsweise einfachen Mitteln kann man dort unglaublich viel bewirken“, sagt Schnapka. Die mikroskopische Untersuchung gilt bis heute als Goldstandard der Malariadiagnostik – und kann langfristig helfen, Krankheiten zuverlässig und kostengünstig zu erkennen. Wenn mit Testkits auf Malaria untersucht werden muss, entsteht ein Vielfaches an Kosten.Ein einziger Einsatztag im Medical Camp kostet rund 1.900 US-Dollar für Testkits und Medikamente. Mit dem Mikroskop-Einsatz entfallen die Kosten für die nicht sehr zuverlässigen Schnelltests, die immerhin pro Stück 1,40 Euro kosten.
Großes privates Engagement
Besonders beeindruckend: Der Apotheker organisiert und finanziert seine Reisen selbst. Für Anfang 2027 plant Harald Schnapka bereits die nächste Reise. Sein Wunsch: weitere fünf bis sechs Mikroskope mitnehmen – möglichst aus Apotheken, in denen die Geräte nicht mehr benötigt werden. „Vielleicht stehen irgendwo noch funktionierende Mikroskope im Keller“, hofft Schnapka. „Für uns sind es alte Geräte – dort können sie Leben retten.“
Der LAV unterstützt dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement ausdrücklich und möchte den Spendenaufruf gerne weitertragen. Wer ein Mikroskop, bevorzugt mit Kreuztisch, abzugeben hat, wendet sich bitte direkt an:
Harald Schnapka
Haydnstraße 7
73329 Kuchen
Mobil: 0151 14783170
Mail: pillendreher@t-online.de
Weitere Informationen finden Sie hier.