Presse

Pressemitteilungen 2017

Informiert sein: Um Interessierte über aktuelle und vergangene Geschehen zu informieren, stellt der LAV hier seine Pressemitteilungen digital bereit.

Hier finden Sie unsere aktuellen Pressemitteilungen, die über unsere Verteiler an Journalisten und Redaktionen verschickt werden.

Das Kommunikationsteam steht Ihnen Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr unter der Hotline Tel. 0711 22334-77 für Fragen zur Verfügung!

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Stuttgart – Der LAV Baden-Württemberg hat sein Online-Angebot LAV-STELLENMARKT überarbeitet und verbessert. Mit einer komfortableren Navigation und neuen Suchoptionen können nun Bewerber oder offene Stellen schneller gefunden werden. Geblieben ist der Grundsatz, dass nur LAV-Mitglieder auf Bewerberprofile zugreifen können. Auf ausgeschriebene Stellen von LAV-Mitgliedern können sich hingegen auch Nichtmitglieder bewerben. Besonders nutzerfreundlich ist die neue Suchfunktion über Postleitzahlen. Bisher war eine räumliche Zuordnung über die 22 LAV-Regionen in Baden-Württemberg erfolgt. Da die Postleitzahlenräume kleiner gefasst sind, können Stellen jetzt zielgenauer gefunden werden. Wer einen größeren Radius durchsuchen möchte, gibt einfach nur die ersten beiden Stellen des Postleitzahlenbereiches ein.

Mitglieder haben im aktualisierten LAV-STELLENMARKT mehr Freiheiten, ihre Stellenanzeigen individuell zu gestalten. Neben den erweiterten Auswahloptionen bei Drop-Down-Menüs stehen künftig auch größere Freitextfelder zur Verfügung. Apotheker, die Personal in Teilzeit suchen, können beispielsweise den konkreten Zeitumfang eintragen. Auch wer wegen akuten Personalmangels eine/n Approbierte/n oder auch eine/n PTA einstellen würde, muss nicht mehr zwei getrennte Anzeigen schalten. Eine Suche über den Zielgruppenfilter „Approbierte/r oder PTA“ zeigt Bewerber/innen an, die mindestens eine der beiden Qualifikationen enthalten.

Stellen- wie Personalsuchende profitieren insgesamt von der optimierten Navigation im LAV-STELLENMARKT freut sich LAV-Geschäftsführerin Ina Hofferberth über die neuen Funktionen: „Gerade in Zeiten, in denen gutes Personal in Apotheken sehr gefragt und ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist, wollen wir unsere Mitglieder bestmöglich unterstützen. Schon heute gehört der LAV-STELLNMARKT zu den meistgenutzten Seiten von www.apotheker.de. Auch deshalb werden wir den LAV-STELLENMARKT kontinuierlich weiterentwickeln.“

Eine ausführliche Beschreibung aller neuen Features des LAV-STELLENMARKTES steht unter dem Webcode V23638 auf der Verbandshomepage www.apotheker.de.

Stuttgart – Schon mehr als 122.000 Menschen in Baden-Württemberg haben sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt und Schutz der wohnortnahen Apotheken zwischen Bodensee und dem Odenwald ausgesprochen. Das ist der bisherige Stand der Auswertung für die Unterschriftenaktion „Gesundheitssystem in Gefahr“, die zwischen Weihnachten und Ende Februar in baden-württembergischen Apotheken als Teil einer bundesweiten Aktion lief. Mehr als 640 Apotheken in Baden-Württemberg haben Unterschriftenlisten eingeschickt – und noch immer gehen weitere Unterschriften bei der zentralen Auswertungsstelle der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ein.

Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV) wertet die Aktion als klares Signal: "Wenn mehr als 122.000 Bürger mit ihrer Unterschrift eine sozial gerechte und wohnortnahe Arzneimittelversorgung für die Zukunft einfordern, dann ist das ein klarer Auftrag in Richtung Politik zu handeln. Und zu handeln, heißt in diesem Fall: den Versand von Arzneimitteln auf den Bereich nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel zurückzuführen und das entsprechende Gesetz zügig zu verabschieden." Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer ergänzt: "Nachdem sich in den letzten Wochen schon Berufsverbände und Patientengruppierungen für unser Ziel stark gemacht haben, freue ich mich, dass jetzt auch so viele Menschen individuell ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben. Und den vielen Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken vor Ort bin ich dankbar für ihr Engagement."

Am 19. Oktober 2016 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, dass ausländische Versandanbieter sich im Gegensatz zu den öffentlichen Apotheken in Deutschland nicht an die Festpreisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel halten müssen. Um die daraus resultierenden Probleme zu lösen, setzt sich die Apothekerschaft in Baden-Württemberg für ein Versandverbot rezeptpflichtiger Medikamente ein, wie es auch ein Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorsieht. Zwischen dem 20. Dezember 2016 und dem 1. März 2017 haben zahlreiche Apotheken in Baden-Württemberg und auch bundesweit Unterschriftenbögen ausgelegt, die folgenden Text enthielten: "Aktuelle Entscheidungen der EU machen es ausländischen Konzernen noch einfacher, sich an unserem Gesundheitssystem zu bereichern. Internationale Versandhändler wollen die Rosinen aus unserem System picken, ohne das zu leisten, was meine Apotheke vor Ort macht: Nacht- und Notdienst, persönliche Beratung, Rezeptur … Ich fordere von der Politik: Stoppen Sie die gefährlichen Einflüsse von außen. Schützen Sie die Apotheken vor Ort!".

Stuttgart – Fast jeder zweite Deutsche leidet unter Rückenschmerzen. Damit belegt der Rücken nach dem Kopfschmerz Platz zwei der häufigsten Schmerzen. Sie sind damit auch Spitzenreiter bei den Gründen für Arztbesuche und auch bei den Krankheitstagen. Dies macht Rückenbeschwerden mittlerweile zu einem beträchtlichen volkswirtschaftlichen und medizinischen Kostenfaktor. Vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen und Mittel der Selbstmedikation können bei beginnenden Rückenschmerzen größeren Schaden verhindern. Darauf weist der Landesapothekerverband Baden-Württemberg anlässlich des Tages der Rückengesundheit am 15. März 2017 hin.

Beschwerden am Rücken nehmen mit zunehmendem Alter zu und sie betreffen Menschen mit sitzenden Tätigkeiten ebenso wie sportlich aktive. Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, erläutert Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: „Mangelnde Bewegung kann genauso zu Rückenbeschwerden führen wie eine dauerhaft schwere körperliche Belastung wie beispielsweise beim Bauarbeiter. Falsches Heben von Lasten oder auch eine falsche Körperhaltung im Stehen oder Sitzen kann zur Folge haben, dass sich Sehnen, Bänder und Muskeln so verändern, dass Schmerzen im Rücken entstehen. Auch Fehl- oder Überlastung beim Sport können dazu führen, dass der Rücken sich meldet. Sehr häufig treten Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Das ist dann das, was Patienten landläufig als Rückenschmerzen beschreiben.“

Einmalige und Schmerzen von kürzerer Dauer lassen sich im ersten Schritt häufig selbst behandeln. Am häufigsten lösen Muskelverspannungen solche Schmerzen aus. „Hier kann Wärme mit Heizkissen oder Wärmeflasche schon erste Linderung bringen. Es gibt auch spezielle Salben oder Pflaster mit wärmendem und somit muskelentspannendem Effekt“, beschreibt der Apotheker Methoden der Selbstbehandlung. Weiter stehen schmerzstillende Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen oder Paracetamol zur Verfügung. Welcher Wirkstoff geeignet ist, muss im Einzelfall im Beratungsgespräch geklärt werden. „Auch frei verkäufliche Schmerzmittel haben Nebenwirkungen und können mit anderen eingenommenen Arzneimitteln Wechselwirkungen entfalten. Menschen mit schweren Nieren- oder Leberproblemen dürfen beispielsweise kein Paracetamol einnehmen. Diclofenac und Ibuprofen hingegen sind für Menschen mit empfindlichem Magen oder Darm nicht geeignet. Es kann bei längerer Einnahme zu Magenblutungen oder sogar Magengeschwüren kommen.“ Ebenso gehört zur Beratung, dass vorliegende Grunderkrankungen sowie die bestehende Medikation mit betrachtet werden. Menschen, die beispielsweise an Asthma, Blutgerinnungsstörungen, Bluthochdruck oder Diabetes leiden, vertragen nicht jedes Schmerzmittel.

Stuttgart – Trockene Heizungsluft, Bildschirmarbeit oder verqualmte Räume können die empfindliche Augenoberfläche belasten und dazu führen, dass das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit zur Verfügung hat und deshalb gereizt und entzündet reagiert. Unter dem Begriff "trockenes Auge" werden zwei unterschiedliche Störungen zusammengefasst, erklärt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV): "Entweder produziert das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit oder sie verdunstet in zu hohem Ausmaß. Beides kann dann zu Missempfindungen oder einer Entzündung führen. Die Augen sind rot, zum Teil lichtempfindlich, sie können brennen und die Lider können morgens verklebt oder angeschwollen sein. Häufig klagen Betroffene über ein kratzendes Gefühl im Auge, als ob Sandkörner drin wären. All das sind Hinweise darauf, dass Menschen unter trockenen Augen leiden."

Der Tränenfilm sorgt normalerweise dafür, dass der Augapfel glatt und geschmeidig gehalten wird. "Das ist nötig, damit wir gut und ungestört sehen können. Eine ausgetrocknete Augenoberfläche reagiert wund und wird undurchsichtig. Außerdem schützt die Tränenflüssigkeit das Auge vor Infektionen. Denn sie enthält sogar keimtötende Substanzen", so Apotheker Gulde. Im Tagesverlauf nimmt die Tränenproduktion gegen Abend ab. Auch hormonelle Schwankungen wie beispielsweise die Wechseljahre aber auch Erkrankungen der Schilddrüse, Rheumatismus oder Allergien können trockene Augen hervorrufen. Wer über einen längeren Zeitraum bestimmte Medikamente wie Psychopharmaka, Schlafmittel oder Arzneimittel gegen Allergien einnehmen muss, kann ebenfalls betroffen sein.

Bei trockenem Auge können Aufenthalte an der frischen Luft und sogenannte künstliche Tränen als eine erste Maßnahme helfen. "Bei vielen Betroffenen lassen sich dadurch die Beschwerden schon lindern", weiß Gulde aus Erfahrung. "Bei wem sich die Symptome aber nicht schnell bessern, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Denn dann kann eine schwere Form der Benetzungsstörung im Auge vorliegen, die ärztlich behandelt werden muss."

Stuttgart – Immer wieder im Frühjahr sind Aufklärung, Beratung und die Schutzimpfung wichtige Instrumente, um Erkrankungen und Komplikationen durch Zeckenbisse zu vermeiden. Baden-Württemberg landet alljährlich auf der Liste der Hochrisikogebiete für die von Zecken übertragenen Krankheiten. Darum ist ein Impfschutz beinahe unerlässlich für alle Menschen, die sich immer wieder draußen aufhalten.

Gefährlich ist nicht der Zeckenbiss an sich, sondern der Speichel der Zecke, der über den Biss ins Blut gelangt. Dieser kann die bakteriellen Erreger der Lyme-Borreliose oder Viren in sich tragen, die die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können, so Wolf Kümmel, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: „Die FSME ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Trotz des medizinischen Fortschritts kann diese Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute tödlich sein. Leider nehmen immer noch zu wenige Menschen die Schutzimpfung wahr. Da es keine Impfpflicht gibt, hängt es von jedem Einzelnen ab, die Impfquote zu erhöhen und das Risiko zu minimieren.“ Denn die Impfung gegen FSME ist nach wie vor das sicherste Mittel gegen die Krankheit. Die Kosten dafür tragen in Risikogebieten in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten.

Gegen die Lyme-Borreliose, eine bakterielle Infektionskrankheit, gibt es allerdings keine vorbeugende Impfung. An dieser Infektion, die Nervensystem und Gelenke schädigen kann, erkranken in Deutschland schätzungsweise 100.000 Menschen im Jahr neu. Genaue Zahlen gibt es nicht, da die Erkrankung nicht meldepflichtig ist. Typische Kennzeichen sind flächige Rötungen an der Einstichstelle sowie grippeähnliche Symptome mit Fieber und Schwellungen der Lymphknoten. Sie können innerhalb von vier Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten und auch hier sollte bei entsprechenden Zeichen sofort medizinischer Rat eingeholt werden.

Für Apotheker Wolf Kümmel kommt deswegen der Vorbeugung ein besonderer Stellenwert zu: „Wer mit seiner Familie ins Freie – egal ob im Wald oder auf der Wiese – geht, muss sich schützen. Zecken abwehrende Sprays oder Lotionen verringern das Infektionsrisiko für alle Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem Gelände und Unterholz halten Zecken zusätzlich fern. Wer draußen in der Natur unterwegs war, sollte sich und vor allem auch Kinder sowie die Haustiere nach den Spaziergängen gründlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere kann man sehr schnell und einfach mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder -karte entfernen.“

 

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Stuttgart – Neben der Abgabe von verordneten Fertigarzneimitteln auf Rezept erfüllen die niedergelassenen Apotheken eine weitere wichtige Versorgungsaufgabe innerhalb des Gesundheitswesens. Sie stellen individuelle Rezepturen her. Sehr oft werden solche speziell angefertigten Medikamente für Kinder oder auch Säuglinge benötigt. Denn die meisten Fertigarzneimittel sind in ihrer Wirkstärke auf erwachsene Patienten ausgerichtet.

Viele Kapseln, Tabletten aber auch Salben und Cremes sind darum für Säuglinge und Kinder nicht geeignet, berichtet Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV): „Tabletten und Kapseln sind für Kinder oft nicht einsetzbar, weil sie die Mittel schon wegen der Größe nicht schlucken können. Dazu kommt, dass die Medikamente  für Kinder zu hoch dosiert sind. Apotheken in der Nähe von Kinderärzten werden häufig als Fachleute gebraucht, wenn es darum geht, die Arzneien an die kleinen Patienten anzupassen.“ Dazu werden Kapseln beispielsweise im Labor der Apotheke geöffnet, der Inhalt wird abgewogen, gemörsert und so in angepasster Dosierung in neue Kapseln befüllt. Von den Eltern kann der fein vermahlene Wirkstoff dem Säugling dann aus der Kapsel mit dem Milchfläschchen oder dem Brei verabreicht werden.

Speziell bei schweren Erkrankungen bei Kleinkindern oder sogar Neugeborenen, die mit Fehl- oder Missbildungen an Herz oder Niere zur Welt kommen, kann auf die hochkomplexe und verantwortungsvolle Aufgabe der Rezepturerstellung nicht verzichtet werden. Auch Kinder mit Krebserkrankungen müssen dann schon sehr früh mit Opioiden versorgt werden, wo es sehr penibel auf die korrekte Dosierung ankommt. Doch auch bei weniger dramatischen – aber nicht minder belastenden - Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis oder Ekzemen sind Apotheker gefragt. Gulde: „Gerade bei Hauterkrankungen verordnen die Fachärzte sehr häufig Rezepturen. Die Anfertigung in der Apotheke stellt sicher, dass der Patient sein Arzneimittel exakt so dosiert erhalten kann, wie es seine Erkrankung im Moment erfordert.“

 

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Stuttgart – Die meisten Arzneimittel, die in einer Apotheke abgegeben werden, sind auf einem ärztlichen Rezept verordnet. Rund 85 Prozent des Umsatzes einer niedergelassenen Apotheke machen diese verschreibungspflichtigen Arzneimittel aus. Für diese verordneten Medikamente werden die Preise nach strengen, gesetzlich festgelegten Regeln erstellt, die der Apotheker beachten muss. Nur für die restlichen etwa 15 Prozent seines Geschäftes – für die freiverkäuflichen oder apothekenpflichtigen Arzneimittel – darf der Apotheker seine Preise frei kalkulieren. Darum trifft der umgangssprachliche Begriff der "Apothekenpreise" schon lange nicht mehr zu.

In der bundeseinheitlich geltenden Arzneimittelpreis-Verordnung (AMPreisV) sind die Preise für verordnete Arzneimittel genau geregelt, erklärt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: "Pro Medikament erhält der Apotheker 8,35 Euro für die Abgabe und seine pharmazeutische Leistung sowie drei Prozent vom Apothekeneinkaufspreis für Lagerhaltung und (Vor-)Finanzierung des Arzneimittels." Die Arzneimittelpreis-Verordnung verbietet dem Apotheker, Rabatte an die Patienten zu gewähren. Rabatte gewährt der Apotheker lediglich den gesetzlichen Krankenkassen, so Gulde, denn die bezahlten schließlich die Medikamente für die Versicherten. "Fast niemand weiß das: Aber pro abgegebenem, verordnetem Medikament erhält die Gesetzliche Krankenkasse, bei der der Patient versichert ist, von der Apotheke einen Rabatt von derzeit 1,77 Euro. So tragen auch wir Apotheker unseren Teil dazu bei, dass unser Gesundheitssystem bezahlbar bleibt. Auch die Zuzahlung zwischen 5 und 10 Euro, die Patienten zu entrichten haben, bleibt nicht in der Apotheke, sondern wird an die Krankenkassen abgeführt. Dieses Inkasso erledigen die Apotheken für die Krankenkassen unentgeltlich."

Tendenziell sind die durchschnittlichen Arzneimittelpreise in den letzten Jahren gefallen. Neun von zehn verschriebenen Medikamenten kosten unter hundert Euro. Apotheker Gulde: "Wir Apotheker haben selbst gar keinen Einfluss darauf, wie teuer oder günstig ein verschreibungspflichtiges Medikament ist. Der Preis wird in Deutschland ganz wesentlich von den Herstellern bestimmt, die dabei allerdings auch von vielen Gesetzen und Verordnungen reglementiert werden. Diese Regeln werden deshalb auch immer wieder durch Gesundheitsreformen, die gerade bei innovativen, aber hochpreisigen Arzneimitteln einen fairen Preis zwischen Herstellern und Kassen ermöglichen sollen, angepasst."

Generell gibt es in Deutschland eine hohe Generikaquote. Das heißt, dass in der Regel preiswerte Nachahmerpräparate eingesetzt werden. Bei sogenannten Rabattverträgen verhandeln Krankenkassen mit Arzneimittelherstellern zusätzlich günstige Preise für die gängigsten Medikamente. Nicht vergessen werden darf auch, dass Deutschland mit 19 Prozent innerhalb Europas einen der höchsten Mehrwertsteuer-sätze auf Arzneimittel erhebt. Damit verdient der Staat an jedem abgegebenen Arzneimittel kräftig mit – in den meisten Fällen bekommt er mehr als der Apotheker.

 

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