Portrait Christoph Gulde
Christoph Gulde 1

Premiere – Das erste eRezept in der Apotheke

Feuertaufe bei LAV-Vizepräsident Christoph Gulde und seinem Team
Webcode V210481 | Erschienen am 10. Dezember 2019

LAV-Vizepräsident Christoph Gulde nimmt mit seiner Solitude-Apotheke in Stuttgart-Weilimdorf am Modellversuch GERDA teil. Mit seinem Team hat er die Feuertaufe schon bestanden und das erste elektronische Rezept bearbeitet. Nach einem kurzen „Huch“-Moment ging die Abwicklung problemlos über die Bühne. Mit den LAV-Nachrichten hat Christoph Gulde über seine Erfahrungen gesprochen

Herr Gulde, warum war für Sie klar, dass Ihre Apotheke am Test des e Rezepts teilnehmen will?
Gulde: Mein Team und ich sind grundsätzlich für Neuerungen und Veränderungen aufgeschlossen. Das war auch beim eRezept so. Wir wollen neue Einwicklungen ausprobieren und am liebsten mitgestalten. Denn dadurch sind wir ganz von Anfang an an Prozessen beteiligt und können ausprobieren, wie Neuerungen bei uns in der Apotheke von Vorteil sein können. Wir bekommen so früh mit, wenn es bei solchen neuen Dingen irgendwo klemmt und können auch drauf reagieren. Unsere Maxime im Team lautet, dass wir modern und zeitgemäß arbeiten wollen. Neue Entwicklungen – wie jetzt das elektronische Rezept - nehmen wir als positive Herausforderungen wahr. Meine MitarbeiterInnen und ich ziehen da an einem Strang und sind gemeinsam stolz auf diese Innovationskraft.

LAV: Wie haben das Onboarding und der Anschluss an den Modellversuch für das eRezept funktioniert?
Gulde: Ich habe mich, als das Onborading gestartet ist, über die NGDA-Seite für den Test des eRezeptes angemeldet. Das ging auf dieser Seite spielend leicht und war selbsterklärend. Auch mein Softwarehaus war unter denjenigen, die den Modellversuch aktiv begleiten. Nachdem ich dann auf der NGDA-Seite angemeldet war, habe ich Kontakt zu meinem Softwarehaus aufgenommen. Nach zwei sogenannten Ticket-Vergaben und einem Anruf wurde dann innerhalb einer Woche die nötige Software angepasst. Mit meinem Abrechnungszentrum musste ich gar nicht separat noch was regeln. Das ging quasi von alleine, dass hier auch der Abrechnungsweg für eRezepte eingerichtet worden ist.

LAV: Wie war es mit dem ersten eRezept - wie lief es konkret in der Apotheke ab? Was sagt das Team?
Gulde: Wir sind in einer Woche gestartet, als ich gar nicht selbst in meiner Apotheke war. Meine MitarbeiterInnen haben das ganz souverän mit einem Ausdruck der Programmbeschreibung für den Prozessablauf des eRezepts gewuppt. Vom ersten eRezept habe ich unterwegs erfahren. Mein Team war etwas überrascht, als an allen Kassenplätzen der Button aufgeleuchtet hat, dass ein eRezept eingegangen sei. Zunächst waren sie auch etwas misstrauisch, weil das eRezept von einer Ärztin aus Mannheim für einen Patienten aus Leonberg ausgestellt war – das liegt ja etwas außerhalb unserer Testregion.

Meine Mitarbeiter hatten den Vorgang dann erstmal nicht direkt als eRezept bearbeitet, sondern das benötigte Medikament einfach als Nachlieferung bestellt. In der Zwischenzeit wurde Kontakt zu mir aufgenommen und ich konnte verifizieren, dass es sich um ein echtes eRezept handelte. Das ließ sich dann erfolgreich bearbeiten und auch zur Abrechnung weiterleiten. Der Patient hat sein Medikament dann noch am selben Tag bei uns in der Apotheke abgeholt. Auch er war ganz zufrieden und beeindruckt von dieser neuen Technik und der schnellen, unproblematischen Versorgung. Ihm war es wie uns gegangen: Er hatte das eRezept auch gleich ausprobieren wollen, seit er davon gehört hatte.