Arzneimittelprüfung

Das Fachpersonal in der Apotheke überprüft stichprobenartig die Qualität der Arzneimittel, die später an den Patienten oder für den Sprechstundenbedarf abgegeben werden. Damit wird ein höchstmögliches Maß an Arzneimittelsicherheit zum Wohl des Verbrauchers gewährleistet. Von der stichprobenartigen Arzneimittelprüfung sind nicht in der Apotheke hergestellte Fertigarzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte betroffen. Dabei darf von einer über die Sinnesprüfung hinausgehenden Prüfung abgesehen werden, wenn sich keine Anhaltspunkte ergeben haben, die Zweifel an der ordnungsgemäßen Qualität des Arzneimittels begründen. Dabei stellt der Apotheker die Identität des Arzneimittels festzustellen und protokolliert seine Prüfungen.

Fachpersonal in der Apotehke stellen Arzneimittel in der Apotheke so her, dass sie die nach der pharmazeutischen Wissenschaft erforderliche Qualität aufweisen. Besondere Bedeutung hat die Prüfung der Ausgangsstoffe bei Rezepturen. Alle Stoffe, die in der Apotheke verwendet werden, werden im Labor zuerst überprüft. Mit einer sogenannten Plausibilitätsprüfung beurteilt er mit seinem pharmazeutischen Wissen die Dosierung, Applikationsart, Art und Menge und Kompatibilität der Ausgangsstoffe untereinander sowie deren gleichbleibenden Qualität in dem fertig hergestellten Rezepturarzneimittel über dessen Haltbarkeitszeitraum sowie die Haltbarkeit selbst.

Nur wenn die herzustellende Rezeptur dem hohen Qualitätsstandard entspricht, stellt sie der Apotheker her. Dabei hat er das nach einer hierfür schriftlichen Herstellungsanweisung hergestellte Medikament nach den anerkannten pharmazeutischen Regeln prüfen. Bei der Herstellung und Prüfung wenden Apotheker auch die entsprechenden Regeln des Arzneibuchs an. Apotheken fertigen über die Herstellung ein aufwändiges Protokoll an.

Arzneimittelsicherheit

Arzneimittel werden in Deutschland streng kontrolliert. Damit ein Arzneimittel in Deutschland oder in einen anderen EU-Mitgliedsstaat therapeutisch angewendet und verkauft werden darf, muss es von einer Arzneimittelbehörde im Rahmen eines Verfahrens behördlich geprüft und zugelassen werden. Arzneimittel werden auch nach der Zulassung und Markteinführung weiter überwacht (Pharmakovigilanz). Über die Sicherheit von Arzneimitteln informiert die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Sie prüft dabei die von den Apotheken gemeldeten Qualitätsmängel, Nebenwirkungen und Missbräuche und informiert gegebenenfalls alle Apotheken. Sicherheit gegen Fälschungen bietet künftig zudem das elektronische System securPharm, das die Echtheit von Arzneimitteln in der Apotheke prüfen lässt.