Top-Thema: Sommergesundheit

Ob am Strand, auf dem Balkon, im Park oder im Wald - die meisten Menschen wollen im Sommer raus, sich bewegen oder auch faulenzen. Kaum einer möchte im Sommer in der Wohnung sitzen. Damit Sie und Ihre Medikamente die heiße Jahreszeit unbeschadet überstehen gibt es hier einige Tipps.

Nach dem Sonnenbad braucht die Haut Pflege

Sonnenlicht ist im Sommer auf Dauer agressiv: Der Haut sollte das durch UV-Strahlung entzogene Fett und die Feuchtigkeit wieder zurückgegeben werden.

Sonnenlicht tut der Seele gut - der Haut aber nicht. Rechtzeitig vor einem Sonnenbad sollte man großzügig Sonnenschutz auftragen. UV-Strahlen, Wind und Wasser entziehen der Haut Fett und Feuchtigkeit. Dadurch wird die Haut rau und trocken, reagiert empfindlich oder spannt. Deshalb sollte man nach einem Sonnenbad die Haut besonders pflegen.

Empfehlenswert sind Öl-in-Wasser-Emulsionen und Lotionen, die sich angenehm kühl anfühlen. Fettreiche Cremes hingegen sind nicht zu empfehlen, weil sich durch sie die Wärme in der Haut staut. Glycerin glättet in geringen Mengen die Haut und bewahrt Feuchtigkeit. Ein Zusatz von Alkohol vermittelt ein Gefühl der Frische, in geringen Konzentrationen trocknet er die Haut nicht aus.

Extrakte aus Zaubernuss regenerieren Haut
Die Regeneration der Haut fördern Dexpanthenol, Bisabolol aus der Kamille oder Extrakte aus der Zaubernuss (Hamamelis). Wer an einer Sonnenallergie leidet, sollte auch bei der After-Sun-Pflege zu Emulgatoren-freie Produkte aus der Apotheke greifen.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

Heuschnupfen ist keine Bagatelle

Viele Allergiker sind Taschentücher gewohnt: Weil neben der Haut auch die Schleimhäuten gereizt sind, läuft ihnen die Nase.

Heuschnupfen sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen. Wird er rechtzeitig und ausreichend behandelt, mildert das nicht nur die akuten Beschwerden, sondern schützt vor allergischem Asthma. Die Symptome des Heuschnupfens entstehen, weil sich die Nasenschleimhäute entzünden. Diese Entzündung kann sich auf andere Schleimhäute wie die Nebenhöhlen oder die Mittelohren ausweiten.

Auch wenn Heuschnupfen auf den ersten Blick wie eine harmlose Erkrankung erscheint, er sollte auf jeden Fall behandelt werden. Sonst können durch einen "Etagenwechsel" ernstere Atemwegserkrankungen wie Asthma können folgen. Chronischer Schnupfen kann ein erstes Warnzeichen sein.

Innerhalb von zehn Jahren kann allergisches Asthma entstehen
Bei etwa jedem dritten Heuschnupfenpatient kommt es - unbehandelt - innerhalb von zehn Jahren zu einem "Abrutschen" der allergischen Reaktion auf die unteren Atemwege in der Lunge. Der Grund: Die entzündete Nasenschleimhaut funktioniert nicht mehr als Filter und Luftbefeuchter. Dadurch gelangt die Atemluft mit den Pollen weitgehend ungereinigt in die Bronchien, in denen die in der Atemluft enthaltenen Pollen eine Überempfindlichkeitsreaktion auslösen. Ein allergisches Asthma entsteht. Fiepende Geräusche beim Luftholen deuten auf einen Etagenwechsel hin. Wenn sich die Probleme hin zum Husten oder zu Atemnot verschlimmern, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

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Manchmal Sonnenbäder vermeiden

Sonne meiden: Bei phototoxischer Nebenwirkung sollte die Haut wo es geht mit Kleidung bedeckt werden.

Einige Arzneimittel können die Haut empfindlicher gegen Licht machen. "Grundsätzlich gilt: Patienten sollten vor ausgiebigen Sonnenbädern den Apotheker fragen. Bei der Einnahme eines lichtsensibilisierenden Wirkstoffs kann es leicht zu sonnenbrandartigen Hautausschlägen oder dunklen Flecken auf der Haut kommen", so Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Bekannt sind diese Wirkungen etwa von einigen Antibiotika, verschiedenen ätherischen Ölen und einigen Rheuma- oder Malariamitteln. Wer solche Medikamente einnimmt, sollte möglichst im Schatten bleiben, die Mittagssonne und lange Sonnenbäder meiden und ein Sonnenschutzmittel mit einem hohen Schutzfaktor benutzen.

Quellen: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de;
Kindl/Raab, Licht und Haut, 4. Auflage, Seite 407ff.

Körper braucht Zeit zur Anpassung

Daran müssen wir Europäer uns im Urlaub erst gewöhnen: Als Gewürzinsel wird Zanzibar nicht zu unrecht bezeichnet. In dem feuchtwarmen Klima gedeiht nahezu alles was man sich denken kann. Sie ist eine immergrüne Insel und überall trifft man auf Stände mit Obst, Gemüse und Gewürzen.

Endlich Urlaub - Zeit für Erholung, neue Eindrücke und Erlebnisse. Doch manch eine Ferienreise verlangt dem Körper auch einiges ab: Er muss mit ungewohnter Ernährung, anderem Klima und einem neuen Tagesablauf zu Recht kommen. Hinzu kommen oft Sportarten, die im Alltag eher selten praktiziert werden - wie Bergsteigen oder Surfen.

Reisende können ihren Körper sowohl vor dem Urlaub als auch in den ersten Tagen am Ziel dabei unterstützen, sich an solche Veränderungen anzupassen. Gerade an exotischen Reisezielen wie Mittel- und Südamerika oder auch im Fernen Osten plagt viele Urlauber heftiger Durchfall. Schuld daran ist allerdings selten ein fremdes Gewürz oder eine ungewohnte Zutat. "Die meisten dieser Durchfallerkrankungen werden bekanntermaßen durch Viren und Bakterien hervorgerufen", sagt Ulrich Klinsing, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Reisemedizin in Frankfurt.

Schon zu Hause wie im Auslang kochen
Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist deshalb, beim Essen und Trinken im Urlaubsland die Hygiene im Blick zu haben, gerade in den ersten Tagen. "Nahrungsmittel müssen gut durchgegart sein. Das gilt ganz besonders für Fleisch", sagt Bernd Metzinger, Gesundheitswissenschaftler beim IKK-Bundesverband in Berlin. Doch auch die Psyche spielt mit. "Wer schon zu Hause die Küche des Reiselandes mit ihren fremden Gewürzen und Geschmacksrichtungen etwas vorwegnimmt, kann sowohl den Kopf als auch den Magen auf den Urlaub einstimmen", sagt Reisemediziner Klinsing.

Ähnlich wie mit der Ernährung verhält es sich mit dem Klima: Die Gleichung "Ich reise ins feucht-warme Singapur. Darauf bereite ich mich im warmen Dampfbad vor" funktioniert zwar nicht. Schädlich ist der Saunabesuch trotzdem nicht. "Regelmäßige Saunabesuche fördern die Anpassungsfähigkeit des Körpers", so Klinsing. Außerdem gilt: Wer körperlich fit ist, kann ungewohnten klimatischen Bedingungen am besten begegnen. Körperliche Fitness ist auch die beste Voraussetzung für alle Freizeitaktivitäten im Urlaub.

Entsprechens Training für Sport-Schwerpunkte
Soll eine Sportart hingegen Schwerpunkt des Urlaubs sein, reicht allgemeine Fitness nicht aus. Denn ungewohnte Aktivitäten können für den Körper schnell zur Belastung werden. "Wer beispielsweise lange Wanderungen oder ausgiebige Fahrradtouren plant, sollte sich durch entsprechendes Training darauf vorbereiten", sagt IKK-Experte Metzinger. Viele solcher Aktivitäten erfordern zudem Kleidung oder Zubehör, die im Alltag zu Hause nicht verwendet werden.

"Alles, was drücken kann, sollte vorher eingetragen werden", empfiehlt Metzinger daher. Das gilt für die neuen Wanderschuhe genauso wie für den Rucksack oder die Radlerhandschuhe. "Neue Kleidungsstücke sollten gewaschen und ebenfalls schon mal getragen sein. Dadurch kann man vermeiden, im Urlaub von einer Allergie überrascht zu werden."

Langsam einsteigen und konsequent steigern
Sowohl für die Ernährung als auch für alle Aktivitäten am Urlaubsziel gilt: Langsam einsteigen. Die sechsstündige Radtour zum Traumziel muss nicht am ersten Tag stattfinden, schon gar nicht in der Mittagshitze. Und für die exotischsten kulinarischen Genüsse ist nach einer Woche auch noch Zeit. Dann werden sie am besten in kleinen Portionen gekostet.

Ein langsames Herantasten ist jedoch bei der Zeitumstellung nicht möglich. "Bei einem Urlaubsflug funktioniert die Zeitumstellung so schnell, dass die innere Uhr nicht folgen kann", erläutert Thomas Kantermann, Chronobiologe an der Universität in München. Bei Westflügen brauche der Körper pro Stunde Verschiebung etwa einen Tag, um sie aufzuholen. Bei Ostflügen seien es pro Stunde sogar eineinhalb Tage.

Wer durch verschiedene Zeitzonen reist, muss die innere Uhr an die verschobenen Tages- und Nachtzeiten gewöhnen. Auch bei der tagesabhängigen Einnahme von Medikamenten ist deshalb Vorsicht geboten.

Innere Uhr sitzt direkt hinter den Augen
Unsere innere Uhr sitzt mitten im Gehirn, genauer gesagt: direkt hinter den Augen, wo sich die Sehnerven treffen. Sie regelt alle anderen Rhythmen im Körper, also zum Beispiel das Schlafbedürfnis, Hungergefühle oder auch den Hormonhaushalt. "Dabei fungiert das Tageslicht für sie wie ein Zeitgeber", sagt Kantermann. Das kann der Fernurlauber nutzen. "Wenn wir am Urlaubsort ankommen und dort direkt in den Alltag einsteigen, sind wir dem Tageslicht ausgesetzt. Das hilft sehr bei der Umstellung."

Außerdem werde der Jetlag durch Negativ-Faktoren wie Anspannung oder Termindruck verstärkt. Auch hier heißt es also: Ankommen und alles langsam angehen. Bei einigen Medikamenten wie der Minipille muss zwingend der genaue Einnahmeabstand beibehalten, die Uhrzeit der Einnahme also in die jeweilige Ortszeit umgerechnet werden. Bei anderen Medikamenten sind leichte Verschiebungen möglich. So kann beispielsweise über mehrere Tage hinweg die Einnahme gestreckt werden, so dass schließlich am Urlaubsort derselbe Einnahmezeitpunkt wie zu Hause erreicht wird. Solche Veränderungen sollten jedoch immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Besonders betroffen sind davon Patienten mit Diabetes.

Quelle: © dpa/www.aponet.de.

 

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Mallorca-Akne - wenn die Haut keine Sonne verträgt

Eine Mallorca-Akne zeigt sich bei Frauen, die zu fettiger Haut neigen oder in ihrer Jugend Akne hatten. Die Akne-ähnlichen Pickel kommen nur bei starker Sonneneinstrahlung vor und treten vor allem am Dekolleté auf. Das Gesicht ist fast nie betroffen.

Wenn die Haut keine Sonne verträgt, kann das verschiedene Ursachen haben. Die beiden häufigsten sind die Mallorca-Akne und Hautveränderungen, die unter dem Begriff "polymorphe Lichtdermatose" zusammengefasst werden.

Eine Mallorca-Akne zeigt sich vor allem bei Frauen mittleren Alters, die zu fettiger Haut neigen oder in ihrer Jugend Akne hatten. Die Akne-ähnlichen Pickel kommen nur bei starker Sonneneinstrahlung vor und treten vor allem am Dekolleté auf. Das Gesicht ist fast nie betroffen. Die Pickel entstehen, wenn UV A-Strahlen auf Emulgatoren treffen, die in fetthaltigen Sonnenschutzmitteln enthalten sind. Abhilfe schafft der Wechsel auf ein fett- und damit emulgatorfreies Sonnenschutzmittel. Wer kein Hydrogel-Präparat verwenden möchte, kann auf Produkte mit einem hohen UV A-Schutzfaktor ausweichen.

Betacarotin wirkt "abhärtend" gegen Sonnenstrahlung
Die  "polymorphen Lichtdermatosen" machen etwa 20 Prozent der Hauterkrankungen aus, die durch Sonnenstrahlung ausgelöst werden. Bei Dreiviertel aller Betroffenen werden die Hauterkrankungen durch UV A-Licht ausgelöst, die genaue Ursache ist noch nicht abschließend geklärt. Das Vitamin Niacin  (Vitamin B3) kann ohne Risiko eingenommen werden, schützt aber nur bei einem bestehenden Mangel gegen Hautveränderungen. Der orange Farbstoff aus Möhren, das Betacaroten, ist eine Vorstufe des Vitamin As und wirkt "abhärtend" gegen Sonnenstrahlung. Aber Vorsicht: Raucher sollten nicht mehr als zwei Milligramm pro Tag zu sich nehmen, da es das Risiko für Lungenkrebs steigern kann.

Egal warum Sonne nicht vertragen wird, einige Empfehlungen gelten immer. Die wichtigste Regel lautet: Nicht länger in der Sonne bleiben, als nach Eigenschutzzeit multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor errechnet. Am einfachsten kann man der übersteigerten Lichtreaktion vorbeugen, indem man die Sonne meidet und sich angezogen im Schatten aufhält - zumindest zwischen 11 und 15 Uhr. Sonnenschutzmittel mit einem hohen UV A- und B-Schutz sollten eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad sehr dick aufgetragen werden, regelmäßiges Nachcremen ist wichtig. Die Hautpflege sollte auf den Hauttyp abgestimmt sein - wer bei fettiger Haut einen fettreichen Sonnenschutz verwendet, dessen Haut kann schnell gereizt reagieren.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de

Arzneien nicht in der prallen Sonne liegen lassen

Schmelzgefahr: Medikamente, beispielsweise Zäpfchen, sollten bei sommerlichen Temperaturen immer im Schatten, wenn nicht gar gekühlt aufbewahrt werden.

Im Sommer sollten Medikamente vor starker Hitze geschützt werden und nicht in der prallen Sonne liegen. Wird ein Medikament falsch gelagert, kann es seine Wirkung verlieren - auch wenn man das von außen nicht sieht.

Werden etwa Asthmasprays in der direkten Sonne gelagert, können sie sich stark aufheizen. Das verändert ihre Dosierungsgenauigkeit und die Wirksamkeit. Einige Veränderungen sind auch äußerlich erkennbar. Beispielsweise schmelzen Zäpfchen in der Sonne. Sind sie einmal geschmolzen, dürfen auch nach dem Abkühlen nicht mehr verwendet werden. Der Grund: Die Wirkstoffe können sich in der geschmolzenen Grundlage ungleichmäßig verteilen. Cremes können durch Hitze ihre Konsistenz verändern, Fette können verderben. Wenn ein Arzneimittel anders aussieht als gewöhnlich oder erwartet, fragen Sie vor der Anwendung Ihren Apotheker um Rat.

Medikamente gehören im Sommer nicht ins Handschuhfach
Müssen Arzneimittel zum Beispiel bei der Fahrt in den Urlaub im Auto gelagert werden, sollten sie unter einem Vordersitz oder im Kofferraum verstaut werden. Bei einer Außentemperatur von 30 Grad heizt sich ein Auto auch im Schatten stark auf. Auf der Hutablage oder dem Arma- turenbrett klettern die Temperaturen dann auf mehr als 70 Grad, das Handschuhfach heizt sich auf mehr als 60 Grad auf. Unter den Vordersitzen oder auf dem Boden des Kofferraums bleibt es mit etwa 30 Grad kühler.

Medikamente sind unterschiedlich temperaturempfindlich. Einige müssen auch im Sommer kühl gelagert werden, etwa Insuline oder einige der so genannten Biologicals. Vorräte sollten in einem Kühlbehälter mitgenommen werden. Dabei sollte das Medikament aber keinen direkten Kontakt zu den Kühlelementen haben. Denn wenn Medikamente einfrieren, kann das ihre Wirkung verändern. Über die richtige Lagerung der individuell benötigten Medikamenten informiert der Apotheker gerne. 

Quelle: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de

Vorsicht vor der Sonne

Ansteckend: Natürlich ist auch ständiges Küssen eine Möglichkeit, die Lippen vor der Sonne zu schützen, allerdings bei Lippenherpes wenig ratsam. Denn das Herpesvirus überträgt sich mittels Tröpfcheninfektion.

Wer zu Lippenbläschen neigt, sollte seine Lippen vor der Sonne besonders schützen, etwa mit Sonnenschutz-Lippenstiften. Zu viel Sonne kann die empfindliche Lippenhaut reizen, dadurch werden Herpesviren aktiviert. Wenn sich die Bläschen schon gebildet haben, sollten Betroffene die Sonne möglichst vollständig meiden.

Gegen Lippenherpes gibt es verschiedene rezeptfreie Medikamente. Die Cremes sollten schon beim ersten Jucken oder Kribbeln aufgetragen werden. Die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Erika Fink, rät: "Bei Lippenherpes aber auf keinen Fall rezeptfreie Cremes mit Kortison anwenden, die zum Beispiel gegen Insektenstiche gedacht sind. Sie können den Herpes verschlimmern", so Erika Fink. Auch das Experimentieren mit Hausmitteln wie Zahnpasta sieht die Apothekerin kritisch. Vor und nach dem Auftragen einer virushemmenden Creme sollten sich Betroffene sorgfältig die Hände waschen, so wird das Verschleppen des Virus verhindert.

Auch in Stressituationen blüht das Herpes-Virus auf
Lippenherpes ist weit verbreitet: Etwa drei Viertel der Bundesbürger tragen das Herpes-Virus in sich. Die Infektion besteht lebenslang, die Viren sind normalerweise inaktiv. Die Infektion kann aber jederzeit aufflammen, etwa durch zu viel Sonne oder in Stresssituationen.

Erste Symptome des Lippenherpes sind Jucken und Kribbeln. Nach einigen Stunden bis Tagen bilden sich kleine Bläschen. Sie enthalten eine helle Flüssigkeit, die Viren enthält und infektiös ist. Fink: "Deshalb die Lippenbläschen möglichst nicht berühren oder den Schorf abkratzen!" Platzen die Bläschen von selbst auf, entstehen kleine Wunden, die verkrusten.

Bei sich verselbständigendem Herpes den Arzt aufsuchen
Lippenherpes heilt normalerweise innerhalb von fünf bis zehn Tagen ab. Zum Arztbesuch rät die Apothekerin, wenn sich die Lippenbläschen erstmals oder häufiger als sechsmal pro Jahr zeigen. Das gilt auch, wenn sich die Lippenbläschen auf das Kinn, die Nase oder andere Hautar- eale ausweiten.

Quelle: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de

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Verschiedene Mittel gegen Stechmücken

Sie gehören zum Leidwesen vieler zum Grillabend wie Wurst und Ketchup: Mücken, die allen, die den lauen Sommerabend genießen wollen, das Leben schwer machen. Hilft eine Citronella-Kerze? Oder nur die Flucht in die Innenräume? Und was tun, wenn die kleinen Blutsauger erst einmal zugestochen haben? Wir sprachen mit Dr. Hans-Joachim Hofmann vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg.

 

Herr Dr. Hofmann, wie sieht es bisher in diesem Jahr aus mit der Mückenplage – wird 2015 ein Jahr, das den Plagegeistern gefällt?

Hofmann: So, wie es im Moment aussieht, wird dieses Jahr tatsächlich mückenreich. Ich weiß aber nicht, ob man gleich von einer Mückenplage sprechen kann. Für die Anzahl der Mücken ist der Verlauf des Frühjahrs sehr entscheidend: wir hatten einen relativ warmen und feuchten Frühling. Das mögen die Mücken und somit hatten sie ideale Voraussetzungen, um sich zu entwickeln. Davor hatten wir auch einen Winter mit wenigen großen Temperaturschwankungen. Auch das sind gute Bedingungen für die Stechmücken

Was kann man allgemein gegen Mücken tun?

Hofmann: Für Haus oder Wohnung gibt es verschiedene Geräte, die für eine mückenfreie Umgebung sorgen sollen. Ein Gerät soll mit einem sehr hochfrequenten Piepston die Mücken verscheuchen und dann gibt es andere Geräte für die Steckdose, die Wirkstoffe gegen Mücken verdampfen. Tests, die ich gelesen habe, sagen, dass der Piepser nicht sehr gut wirkt. Die Verdampfer sind da effektiver. Doch gerade wer Kinder hat, sollte sich überlegen, ob es gut ist, dass die Familie ständig diese Dämpfe einatmet. Für Schlafzimmer sind durchaus Moskitonetze über dem Bett eine denkbare Lösung, wenn man ohne Stiche aufwachen will. Auch die Citronella-Kerze oder eine Mückenspirale auf Balkon oder Terrasse haben einen gewissen Wert. Aber für einen vernünftigen Mückenschutz reicht es meistens nicht aus. Da ist es sinnvoll noch etwas auf die Haut aufzutragen. Diese sogenannten Repellents gibt es als ganz unterschiedliche Produkte zum Teil auch auf natürlicher Basis und in unterschiedlicher Wirkstärke. Es macht natürlich einen Unterschied, ob ich den Mückenschutz für Reisen in exotische Länder brauche, oder ob es nur zum Baden und Grillen an den Kirchentellinsfurter Baggersee geht. Im Zweifelsfall hilft eine Beratung zum Beispiel in der Apotheke auf dem Weg zum passenden Mückenschutzmittel weiter – auch für Kinder gibt es spezielle Produkte.

Was verschafft Linderung, wenn man doch gestochen wurde?

Hofmann: Juckreizstillende Gels gibt es in jeder Apotheke, diese kühlen und haben auch einen antihistaminischen Effekte. Nach dem Stich reagiert unser Körper mit einer Abwehr gegen den Stich – er schüttet sogenannte Histamine aus. Diese werden durch die Gele gegen Stiche geblockt. Auch gut wirken kühlende Roll-Ons, die wie ein Deoroller aussehen. Ich habe von Kunden in meiner Apotheke von guten Erfahrungen mit einem kleinen Gerät gehört, das die Haut rund um den Stich erhitzt und so auch Linderung verschafft. Von Hausmitteln wie der Abreibung mit der halben Zwiebel auf dem Stich halte ich eher wenig.
Ein Hinweis noch: Manche Menschen reagieren auf Mückenstiche sehr extrem. Die Stelle rund um den Stich schwillt stark an, der Juckreiz wird als schlimm wahrgenommen. Für solche Fälle gibt es auch kortisonhaltige Präparate, um die Entzündung schnell einzudämmen. Aber hier empfehle ich immer auch eine Abklärung beim Arzt, um zu sehen, was genau dahinter steckt.

Oft ist die Rede davon, dass es auch bei uns immer häufiger Mücken gibt, die eigentlich eher in tropischen Gebieten beheimatet sind. Dort gelten Moskitos als Krankheitsüberträger, etwa von Malaria. Müssen wir das auch hier befürchten?

Hofmann: Ganz wichtig vorneweg: Nicht in Panik ausbrechen! Es gibt eine Asiatische Buschmücke, die hat sich mittlerweile wohl auch bei uns etabliert und ähnlich wie manche Pflanzen, kriegt man sie auch nicht wieder weg. Das erste Mal wurde die Mückenart 2008 im südlichen Baden-Württemberg entdeckt, war in den Medien zu lesen. Über die Tigermücke liest man auch immer wieder was. Die würde nun auch bei uns gefunden – aber es ist unklar, ob sie unsere Winter übersteht. Da wir aber immer mildere Winter erleben, kann auch die Tigermücke irgendwann bei uns heimisch geworden sein. Mir ist momentan aber kein Fall aus Deutschland bekannt, wo exotische Mücken Krankheiten hier übertragen hätten. Es gab zwar im Jahr 2013 beispielsweise rund 900 Erkrankungen von Dengue-Fieber bei uns in Deutschland – aber alle hatten die Krankheit von Reisen mitgebracht. Einige Fälle des West-Nil-Fiebers hat es in Griechenland gegeben, Fälle von Chikungunya-Fieber wurden aus Italien gemeldet und Dengue-Fieber-Erkrankungen gab es in Kroatien und Frankreich. Ich rate, dass man die Mückensituation im Auge behält, Hautschutz aufträgt und vor allem nicht in Panik ausbricht. Es ist nicht so, dass wir befürchten müssen, dass wir demnächst Malariagebiete auch in Deutschland haben.

Warum werden manche Menschen eigentlich häufiger gestochen, als andere?

Hofmann: Salopp gesagt: Die Mücken stechen die Menschen, die sie gut riechen können. Es geht in der Tat zum großen Teil über den Geruchsinn der Mücken. Menschen, die spezielle Inhaltsstoffe im Schweiß oder dessen Abbauprodukten aufweisen, werden häufiger gestochen werden. Dabei sind für unterschiedliche Mückenarten, unterschiedliche Bestandteile des Schweißes wie Milchsäure, Ammoniak und Harnsäure attraktiv. Auch höhere Körpertemperaturen oder ein erhöhter Ausstoß von CO2 – also Kohlendioxid - beim Ausatmen üben eine Anziehungskraft auf die Mücken aus. Also Sportler beim Abendlauf mit erhitzter Haut, mehr Schweiß und verstärkter Atmung sind für Mücken ein „gefundenes Fressen“. Hartnäckig hält sich ja auch der Spruch, dass die Menschen, die gestochen werden, süßeres Blut hätten. Das lässt sich wissenschaftlich so aber nicht belegen.

Das muss rein!

Wenn Sie mit Kindern ins Ausland fahren, wie diese Mutter hier, sollten Sie die Reiseapotheke in Absprache mit Ihrer Apothekerin mit geeigneten Medikamente bestücken!

Urlauber sollten ihre Reiseapotheke gut ausrüsten: Pinzette, Schere, Desinfektionsmittel, Fieberthermometer sowie Medikamente gegen Durchfall und Schmerzen sind auf jeder Reise mitzuführen, empfiehlt der ADAC in München. Flugreisende könnten zudem mit Nasentropfen gegen Ohrenschmerzen vorbeugen.

Bei Fern- oder Abenteuerreisen gehören den Experten zufolge außerdem Wundschnellverbände, Wasserentkeimungstabletten sowie Mittel gegen Magen-Darm-Verstimmungen ins Reisegepäck. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte von diesen halb so viel mehr einpacken als benötigt. Denn häufig seien lebenswichtige Präparate im Ausland schwer erhältlich. Wer alles Wichtige in seiner Reiseapotheke dabei hat, schützt sich zudem vor gefälschten Medikamenten, erklärt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin.

Reiseapotheke gehört ins Handgepäck
Besonders im außereuropäischen Ausland sei die Gefahr von Fälschungen groß. Im schlimmsten Fall könnten die angebotenen Mittel sogar schädliche Wirkstoffe enthalten. Besonders aufpassen sollten Käufer bei Medikamenten, die ohne Beipackzettel oder sogar lose verkauft werden. Ihre Reiseapotheke verstauen Urlauber am besten im Handgepäck. Denn Koffer können verloren gehen, oder verspätet ankommen.

Quelle: © dpa/www.aponet.de.

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Reiseproviant: Apfel statt Pommes

Fett, teuer, ungesund: Wer auf Reisen eine Portion Schnitzel mit Pommes verspeist, muss mit Reisebeschwerden rechnen. Denn Fastfood ist schwer verdaulich.

An der Raststätte schnell eine Portion Pommes und als Nachtisch eine Handvoll Gummibärchen - auf dem Weg in den Sommerurlaub kaufen sich viele Reisende aus Bequemlichkeit das Essen an Autobahn-Imbissen, in Bahnhofshallen oder in Flughafenrestaurants.

"Das ist aber meist nicht nur sehr teuer, sondern oft auch ungesund und eher schwer verdaulich, gerade wenn man lange im Auto, Zug oder Flieger sitzt", sagt Klaus-Wilfried Meyer vom Verband der Köche Deutschlands (VKD). Daher sollte der Reiseproviant fast genauso gut geplant werden wie der Urlaub selbst. "So wie man den Koffer packt, so sollte man sich auch kleine Päckchen mit gesundem Essen packen", rät Meyer, der im Klinikum Bielefeld Patienten bei Ernährungsfragen berät.

Gemüsedipps leicht gemacht!
Vollkornbrote, klein geschnittenes Gemüse, gekochte Eier und Cherry-Tomaten könnten schon am Vorabend der Abreise vorbereitet und fertig verpackt werden. "Man kann je nach Geschmack beispielsweise Paprika, Sellerie, Kohlrabi oder Karotten in Streifen schneiden und - wenn man nicht gerade im engen Flieger sitzt - in eine selbst gemachte Soße aus Joghurt, Curry und etwas Ketchup dippen."

Ähnliches empfiehlt Ursula Marschall, Leiterin des Kompetenzzentrums Gesundheit der Barmer-Krankenkasse in Wuppertal: "Für eine lange Autofahrt sollte man ein gesundes Picknick für die ganze Familie anrichten und in einer Kühltasche aufbewahren", sagt sie. Meyer ergänzt: "Ein Apfel ist immer der beste Snack - der zerquetscht nicht im Rucksack und enthält auch noch viele Vitamine."

Fisch- oder Kartoffelgerichte als warme Mahlzeit
Wem das aber zu wenig ist und wer unterwegs doch einmal ein warmes Mittagessen braucht, sollte sich die Auswahl an den Bahnhöfen oder Autobahnraststätten genauer ansehen. "Statt Würstchen und Pommes sind oft auch Fisch- oder Kartoffelgerichte oder auch leichte Suppen erhältlich", sagt Marschall. "Dazu am besten viel Gemüse essen." Die richtige Reise-Ernährung ist gerade bei Kindern wichtig.

"Kinder mögen Vollkornbrot oder einen Apfel vielleicht nicht so sehr, aber ein Vollkornbrötchen ist allemal besser als Weißbrot - und klein geschnittenes Obst kommt meist auch besser an als ganzes", sagt Meyer. Vor allem seien aber die Eltern als Vorbilder entscheidend. "Wer sich selber eine Currywurst kauft, wird eher Probleme haben, den Nachwuchs zum Brot zu bewegen." Unabhängig von der gegessenen Menge sollten Urlauber sich bei längeren Reisen ausreichend bewegen, rät Thomas Löscher vom Tropeninstitut des Universitätsklinikums München.

Herzhaft zubeißen: Äpfel sind gesund und leicht verdaulich. Kinder mögen diesen Reiseproviant in kleinen Stücke geschnitten.

Trinken unterwegs nicht vergessen
"Man hat auf Reisen meist nicht die übliche Bewegung und neigt daher zu Verstopfungen." Der Verdauungstrakt sei durch das viele Sitzen regelrecht lahm und auch die Darmmotorik sei eingeschränkt. Besondere Probleme bereitet dem Tropenmediziner zufolge fettiges oder schweres Essen wie Schnitzel - damit haben Magen und Darm deutlich mehr zu tun als mit Obst und Gemüse, die natürliche Verdauungsstoffe enthalten. Auch das Trinken sollte unterwegs nicht vergessen werden. "Gerade das Auto überhitzt auf langen Reisen im Sommer schnell", sagt Marschall.

Durch das Schwitzen gingen den Reisenden jedoch Wasser und wichtige Mineralstoffe verloren, die wieder zugeführt werden müssten. "Geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees oder auch verdünnte Fruchtsäfte, die allerdings nicht zu kalt getrunken werden sollten." Literweise Kaffee ist wegen des Koffeingehalts allerdings ungeeignet. In den Flieger dürfen daheim gemischte und gekochte Getränke aus Sicherheitsgründen zwar mittlerweile nicht mehr mitgenommen werden.

Essen in den Tropen immer kochen
"Dennoch gilt auch hier: Viel Trinken ist wichtig", sagt Marschall. So sollten Fluggäste ausreichend Wasser und Säfte zum Essen bestellen und sich auf Langstreckenflügen regelmäßig an den Getränkewagen bedienen. Diese werden bei den meisten Linien während des Fluges an verschiedenen Stellen der Maschine aufgebaut. Auch am Reiseziel ist es sinnvoll, weiterhin auf die Ernährung zu achten, sagt Tropenmediziner Löscher. "Gerade in tropischen Regionen - aber auch rund um das Mittelmeer - sollte man Essen am besten kochen und schälen sowie kein Wasser aus der Leitung trinken", sagt er. Sonst liefen Urlauber Gefahr, an einer Infektionskrankheit mit Durchfall und Fieber zu erkranken.

Quelle: © Aliki Nassoufis, dpa/www.aponet.de.

Schmerzpflaster: Im Sommer auf Überdosierung achten

Bei heißem Wetter kann es bei Schmerzpflastern zu Überdosierungen kommen. Davor warnt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden die stark wirksamen schmerzstillenden Wirkstoffe, wie Fentanyl oder Buprenorphin, schneller und leichter durch die Haut hindurch ins Blut aufgenommen.

Daher sollten Patienten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor Wärmequellen wie intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Das gilt auch für alle andere Arten der Hauterwärmung, etwa für Heizdecken, Wärmflaschen, Saunabesuche oder heiße Bäder. AMK-Vorsitzender Professor Dr. Martin Schulz rät Anwender, sich zu informieren, um gegebenfalls richtig zu handeln: "Patienten sollten die Zeichen einer Überdosierung kennen und das Pflaster beim Verdacht darauf sofort entfernen". Auch das Pflegepersonal sollte auf Überdosierungen achten.

Schläfrigkeit und Gehschwierigkeiten sind Anzeichen für Überdosierung
Eine Überdosierung äußert sich zum Beispiel in einer verlangsamten Atmung oder einem Schwäche- oder Schwindelgefühl. Weitere Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Kältegefühl oder Verwirrtheit. Nach dem Entfernen eines Schmerzpflasters halten seine schmerzstillenden, aber auch unerwünschte Wirkungen noch einige Zeit an, da sich in der Haut ein Wirkstoffdepot gebildet hat. Patienten mit schweren Nebenwirkungen sollen deshalb nach Entfernung des Pflasters noch etwa einen Tag lang beobachtet beziehungsweise überwacht werden.

Auch bereits benutzte Schmerzpflaster enthalten noch große Mengen Wirkstoff. Sollen sie entsorgt werden, werden die Klebeflächen des benutzten Pflastern aufeinander geklebt. Das verhindert, dass der Wirkstoff über die Hände aufgenommen wird und dies zu Nebenwirkungen führen kann.

Quelle: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de

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Erst Sonnencreme, dann Insektenschutz

Für vollen Schutz gilt, eins nach dem anderen: Erst die Sonnencreme oder das After-Sun-Mittel auftragen, dann den Insektenschutz.

Insektenschutzmittel sollten prinzipiell nach einem Sonnenschutz- oder Körperpflegemittel aufgetragen werden, da sonst ihre Schutzwirkung gemindert wird. Den besten Schutz bieten Insektenschutzmittel, wenn sie frühzeitig und lückenlos aufgetragen werden, auch unter sehr dünnen Kleidungsstücken. Mückenarmbänder und -streifen bieten im Gegensatz zu flüssigen Präparaten keinen ausreichenden Schutz.

"Insektenschutzmittel sollten nur auf intakte Haut aufgetragen werden, also zum Beispiel nicht auf einen Sonnenbrand. Bei Kindern besteht die Gefahr, dass die Insektenschutzmittel durch die Haut aufgenommen werden, deshalb sollten Eltern sich zur Auswahl und Anwendung von Insektenschutzmitteln in der Apotheke beraten lassen", so Professor Dr. Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Überflüssigen Insektenschutz wegspülen
Wenn der Insektenschutz nicht mehr notwendig ist, etwa bei anschließendem Aufenthalt in geschlossenen Räumen, sollte das Insektenschutzpräparat abgewaschen werden. Insektenschutzmittel sollten wie Arzneimittel kindersicher aufbewahrt werden. Bei einer Fernreise sollten Insektenschutzmittel mitgenommen werden, denn Präparate im Ausland können risikoreiche aber auch unwirksame Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkonzentrationen enthalten.

Quelle: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de

Krebsrot oder gut gebräunt

Wider dem Hautkrebs: Alle Hautpartien, die sich nicht abdecken lassen - etwa das Gesicht oder die Hände - müssen durch ein Sonnenschutzmittel geschützt werden.

Der erste kräftige Sonnenschein nach den trüben Monaten lockt viele Menschen ins Freie - in den Garten, ins Straßencafé oder auch ins Freibad. Im Körper regen die warmen Strahlen die Produktion von Glückshormonen, Botenstoffen und Vitamin D an, und sie stimulieren das Nervensystem. Aber sie sind auch gefährlich.

Sichtbar wird das im Sonnenbrand: Die UV-Strahlung zerstört oder verändert Zellkerne. Die Haut kann nur einen Teil dieser Schäden ausgleichen - die langfristige Folge ausgiebiger Sonnenbäder ist daher häufig Hautkrebs. Die Haut verfügt über einen gewissen Eigenschutz, bevor sie rot wird. Dieser variiert je nach Hauttyp und Intensität der Strahlung und liegt bei ungebräunter Haut bei etwa 20 Minuten. Daher braucht die Haut zusätzlichen Schutz. "Der wichtigste UV-Schutz besteht darin, intensive Sonne zu meiden", sagt Swen Malte John, Professor für Dermatologie an der Universität Osnabrück.

Gefährliche Strahlung
Am intensivsten sind die Strahlen in der Mittagszeit im Hochsommer: Dann kommen sie nahezu senkrecht durch die Atmosphäre. Doch auch zu anderen Tageszeiten und in der Übergangszeit können Sonnenstrahlen der Haut erheblichen Schaden zufügen. "Insgesamt sind wir hierzulande heute weit mehr Strahlen ausgesetzt als früher: Heute ist die UV-B-Intensität in Deutschland so hoch wie in Sizilien", erklärt John. Und auch an bewölkten Tagen dringen noch 70 bis 80 Prozent der Strahlen durch.

Gerade im Sommerurlaub ist es nahezu unvermeidbar, den Körper der Sonne auszusetzen. "Dann sollte soviel Haut wie möglich durch Kleidung geschützt werden - durch einen breitkrempigen Hut, aber auch ein langärmeliges leichtes Hemd", rät Heidrun Holstein, Medizinerin bei der Verbraucherzentrale in Karlsruhe. Sie empfiehlt außerdem UV-dichtes Material: Es lässt nur einen Bruchteil der Strahlung durch. Alle Hautpartien, die sich nicht abdecken lassen - etwa das Gesicht oder die Hände - müssen durch ein Sonnenschutzmittel geschützt werden.

Mindestens Lichtschutzfaktor 15
Das wichtigste Kriterium für die Auswahl eines Produktes ist der Hauttyp. "Je dunkler die eigene Haut ist, desto höher ist die Eigenschutzzeit und desto niedriger darf der Lichtschutzfaktor sein", sagt Holstein. Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie viel mal länger als die Eigenschutzzeit man bei richtiger Anwendung des Mittels in der Sonne bleiben kann. Generell sollte der Lichtschutzfaktor 15 oder höher sein. Am Meer oder im Schnee, wo die Sonnenstrahlen reflektiert werden, ist ein deutlich höherer Faktor nötig. "Hilfreich ist die Orientierung am UV-Index: Er beziffert die zu erwartenden Tagesspitzenwerte an sonnenbrandwirksamer UV-Strahlung", sagt Beatrix Grohn vom BKK Bundesverband in Essen.

Vorhersagen zum UV-Index sind unter www.uv-index.de abrufbar. Auf der Packung des Sonnenschutzmittels sind ein paar Stichworte besonders wichtig: Erstens sollte immer explizit gekennzeichnet sein, dass das Produkt nicht nur gegen UV-B-, sondern auch gegen UV-A-Strahlen schützt. Zweitens sollte es einen Hinweis auf die Wasserfestigkeit geben. Das ist beim Baden wichtig, aber auch beim Schwitzen, damit die Haut auch dann noch geschützt ist. Und drittens gibt es auch bei den Inhaltsstoffen erhebliche Unterschiede.

Neue Produkte reduzieren UV-induzierten Hautstress
Dermatologen empfehlen hier sogenannten physikalischen Lichtschutz: "Diese Produkte enthalten zum Beispiel Kristalle aus mikrodispersen Mineralien, welche die UV-Strahlen reflektieren, und nur einen geringen Anteil an chemischen Lichtschutzfiltern", erklärt Dermatologe John. Denn je mehr chemische Substanzen enthalten sind, umso höher ist das Allergie-Risiko. Relativ neu sind Sonnenschutzmittel, die das Algenenzym Photolyase enthalten. Dermatologe John und Verbraucherschützerin Holstein beurteilen diese Produkte gleichermaßen positiv: "Sie reduzieren den UV-induzierten Stress auf der Haut und stärken gleichzeitig ihr Regenerationsvermögen", erklärt Holstein.

Eine kalte Dusche oder ein kühles Bad beruhigt die Haut. Wer anschließend eine  feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Gel aufträgt, trägt zu ihrer Regeneration bei.
Eine kalte Dusche oder ein kühles Bad beruhigt die Haut. Wer anschließend eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Gel aufträgt, trägt zu ihrer Regeneration bei.

Ob man der Haut helfen kann, die UV-Folgeschäden selbst zu beseitigen, ist unter Wissenschaftlern umstritten. "Aber es gibt deutliche Hinweise, dass Beta-Karotin und Vitamin E sie dabei unterstützen", sagt John. Nach der Sonne braucht die Haut Ruhe und Pflege. "Ein kühles Bad oder eine kalte Dusche tut besonders gut", sagt BKK-Expertin Grohn. "Danach sollte eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Gel mit einem hohen Aloe-Anteil aufgetragen werden. Das beruhigt die Haut."

Sonnenschutzcreme richtig auftragen
Wer zu Hautschuppungen neigt, greift am besten zu einer fetthaltigeren Creme: Sie wirkt wie ein Schutzmantel. Das Sonnenschutzmittel sollte etwa 30 Minuten vor dem Gang ins Freie aufgetragen werden. Der Schutzfilm muss dick, dicht und lückenlos sein. Gefährdete Partien wie Ohren, Nacken, Nasen- und Fußrücken verdienen besondere Beachtung. Ein Spray eignet sich für schwer erreichbare Stellen oder den Scheitel. Mehrfaches Eincremen vor allem nach dem Baden ist sinnvoll, um die Schutzdauer zu erhalten. Es verlängert sie jedoch nicht. Sonnenschutzmittel sollten nur bis zum Verfallsdatum benutzt werden.

Quelle: © dpa/www.aponet.de.

 

Bescheinigung für Betäubungsmittel

Wer im Urlaub starke Schmerzmittel oder andere Betäubungsmittel benötigt, sollte sich zumindest für Reisen in Europa sicherheitshalber eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen.

Patienten, die starke Schmerzmittel oder andere Betäubungsmittel brauchen, können diese Medikamente bei Auslandsreisen grundsätzlich als persönlichen Reisebedarf mitnehmen. Es gibt keine international harmonisierten Bestimmungen für die Mitnahme von Betäubungsmitteln bei Reisen.

Bei Reisen innerhalb der Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens, dazu gehören fast alle europäischen Staaten, sollten sich Patienten vom Arzt eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen. Die möglichst auch in englischer Sprache ausgestellte Bescheinigung sollte Angaben zur Einzel- und Tagesdosis, zur Wirkstoffbezeichnung und zur Dauer der Reise enthalten. Bei Reisezielen außerhalb des Schengener Abkommens sollten sich Patienten bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung informieren. "Ist die Mitnahme eines Betäubungsmittels nicht möglich, können sich Patienten in einer deutschen Apotheke zu entsprechenden Präparaten beraten lassen, die von einem im Reiseland ansässigen Arzt verschrieben werden können", so Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer.

Quelle: ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de

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Fünf goldene Regeln

Beim Sonnenbaden gilt als maximale Tagesdosis: Eigene Lichtempfindlichkeit in Minuten multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor. Bitte sonnen Sie diese Zeit nicht am Stück!

Wer den Sommer genießen will, sollte folgende fünf Regeln des Sonnenschutzes beherzigen:

  • Die eigene Lichtempfindlichkeit richtig einschätzen. Wie lange man ungeschützt in der Sonne bleiben sollte, überschätzen viele. Diese Zeit hängt vom Hauttyp ab, der in vier Kategorien eingeteilt wird. Typ I ist rothaarig und hat sehr helle Haut, er bekommt ungeschützt schon nach fünf bis zehn Minuten einen Sonnenbrand. Bei Typ IV, das sind dunkle, mediterrane Menschen, dauert das 30 bis 40 Minuten.
  • Lichtschutzfaktor (LSF) richtig wählen. Der benötigte LSF hängt vom Hauttyp und der Intensität der Strahlung ab. In den Tropen oder auf den Bergen ist die Strahlung höher, daher muss der LSF höher sein als im heimischen Stadtpark. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man im Schatten bleiben. Auf diese vier Stunden entfällt die Hälfte der UV-Strahlung des ganzen Tages.
  • Richtige Grundlage wählen: Sonnenmilch ist nicht für jeden geeignet. Wer zu Pusteln oder Allergien neigt, sollte auf ein fett- und emulgatorfreies Gel ausweichen. Cremes sind relativ fest, daher ist das Eincremen mit ihnen mühsamer. Sie eignen sich vor allem für kleine Flächen wie das Gesicht oder die Schultern. Die Lippen brauchen einen speziellen Pflegestift. Nach dem Sonnenbad freut sich die Haut über eine Feuchtigkeitspflege.
  • Gegen UV A und B schützen. Das Sonnenlicht enthält UV B-Strahlen, sie sind für die Bräunung und Sonnenbrand verantwortlich. UV A lässt die Haut altern und kann möglicherweise Hautkrebs auslösen. Sonnencremes sollten daher gegen beide Strahlungsarten schützen. Sonnenterrassen wie Nase, Lippen oder Ohren brauchen einen stärkeren Schutz als andere Hautstellen.
  • Früh genug auftragen. Sonnenschutzmittel entfalten ihre Wirkung erst nach etwa einer halben Stunde. Nachcremen verlängert nicht die Schutzzeit, es gleicht nur den Verlust von Sonnencreme, etwa durch das Abtrocknen, aus. Wichtig: reichlich Sonnenschutzmittel verwenden. Faustregel: Eine 250 Milliliter-Flasche pro Person und Woche. Auch wenn man wasserfeste Sonnenschutzmittel benutzt: Im Wasser und durch das Abtrocknen lösen sie sich von der Haut.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

Was hilft?

Rechtzeitiges und großzügiges Eincremen mit Sonnenschutzmitteln kann Sonnenbrand oft verhindern. Wenn man dennoch zu lange in der Sonne geblieben ist, verursachen die kurzwelligen Sonnenstrahlen oft Juckreiz und Rötungen. Kühlung oder Befeuchtung mit Kompressen hilft schnell. Öl-in-Wasser-Emulsionen oder Lotionen werden oft als angenehm empfunden.

Zusätze wie Dexpanthenol, Ringelblume oder Kamille unterstützen die Regeneration der Haut. Dabei sollten die angewendeten Produkte eher fettarm sein, denn sonst staut sich die Wärme. Der Juckreiz kann mit Antihistaminika oder Lokalanästhetika gelindert werden. Kühlende Gele mit dem Schmerzmittel Diclofenac können Schmerzen und Entzündungen unterdrücken. Ebenfalls juckreizstillend wirkt lokal angewendetes Hydrocortison.

Extremfall: Auch Schmerztabletten helfen
Entsprechende Präparate gibt es ohne Rezept in Apotheken. Bei starken Schmerzen können Schmerztabletten helfen. Weniger empfehlenswert sind Produkte, deren Inhaltsstoffe ein hohes Allergierisiko haben. Dazu gehören Perubalsam oder Benzocain. Das alte Hausmittel Quark ist aus medizinischer Sicht überholt, denn es kann zu Infektionen führen. Bei großflächigen Verbrennungen oder Blasenbildung sollte der Arzt aufgesucht werden.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

Reichlich auftragen

Die Haut vergisst nicht: Sonnenbrände in der Kindheit und starke Sonneneinstrahlung steigern das Risiko für Hautkrebs. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder eincremen und bei ihnen dafür ein Bewusstsein schaffen.

Sonnencreme kann nur dann die Haut schützen, wenn sie richtig und vor allem reichlich angewendet wird. Die meisten Menschen tragen den Sonnenschutz zu dünn und zu spät auf. Der volle Lichtschutz kann nur dann erreicht werden, wenn mindestens zwei Milligramm der schützenden Inhaltsstoffe auf einen Quadratzentimeter Haut kommen - durchschnittlich sind deutlich weniger.

Damit man genug Creme benutzt, sollte man den Körper zuerst gedanklich in elf Zonen unterteilen: Kopf/Nacken, linker und rechter Arm, oberer und unterer Rücken, Brust, Bauch, linker und rechter Oberschenkel, linker und rechter Unterschenkel mit Fuß. Jedem dieser Körperteile entsprechen neun Prozent der Körperoberfläche. Für jeden Bereich sollte man die gesamte Länge von Zeige- und Mittelfinger einer Hand mit Sonnenschutzmittel einstreichen und anschließend verteilen. Eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufenthalt sollte die Haut eingecremt werden.

Besonders gefährdet: Menschen mit heller Haut und Kinder
Wer im Wasser planscht, sollte sich danach wieder eincremen. Menschen mit heller Haut und Kinder sind besonders durch Hautkrebs gefährdet. Sonnenbrände in der Kindheit und starke Sonneneinstrahlung steigern das Risiko für Hautkrebs. Um die Mittagszeit sollte man die Sonne meiden und den Schatten bevorzugen.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

Schutz gegen UV-Strahlung

Gebräunte Haut wirkt attraktiv - gesund ist sie nicht. Zu viel Sonne verursacht Sonnenbrand und langfristige Hautschäden wie Hautalterung oder Hautkrebs. Verantwortlich dafür ist der unsichtbare Teil des Lichts, die UV-Strahlung. Nach steigendem Energiegehalt wird diese Strahlung weiter unterteilt in UV A-, UV B- und UV C-Strahlung.

Ein Schutz vor UV-B kann nur einen Sonnenbrand verhindern, nicht aber andere Lichtschäden. Bei Lichtkrankheiten und um die Hautalterung zu verringern, sollte zusätzlich auch der UV A-Bereich absorbiert oder reflektiert werden. Am besten verwendet daher man Sonnenschutzmittel, die vor beiden Arten der UV-Strahlen schützen. Die dritte Art der UV-Strahlen, UV C, wird durch die Ozonschicht abgefangen. Sie erreicht die Erdoberfläche nicht. 

Seit 2009 ist auch UV A-Schutz auf Packung sichtbar
Der UV B-Schutz wird nach einer einheitlichen Methode bestimmt und als Lichtschutzfaktor deklariert. Seit 2009 muss der Schutz vor UV A-Strahlen auf der Packung vermerkt sein. Außer den zugesetzten Filtersubstanzen wird die Schutzwirkung unter anderem auch durch die verwendete Grundlage, das Verteilen auf der Haut und das Eindringen der Filtersubstanz in die Haut beeinflusst. Deshalb ist eine Prüfung an Testmodellen nicht immer mit der Schutzwirkung am Menschen vergleichbar.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.

Stärkere Belastungs- und Leistungsfähigkeit

Wandern ist nicht nur gut für's Gemüt: Wanderurlaube stärken Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit.

Wer einen Wanderurlaub hinter sich hat, ist einer Studie zufolge belastbarer und leistungsfähiger als vor der Reise. Außerdem wird der eigene Gesundheitszustand gegen Urlaubsende deutlich positiver bewertet als vorher, heißt es in der Untersuchung des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln.

So bezeichneten knapp 20 Prozent der Befragten ihren Gesundheitszustand vor der Reise als ausreichend und rund 30 Prozent als gut. Während des Aufenthalts bewerteten 51 Prozent ihren Zustand als gut. Befragt wurden rund 150 Wanderurlauber mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren.

Quelle: © dpa/www.aponet.de.

Übertragung und Schutz

Makroaufnahme: Nur die Zecken-Weibchen, wie dieses hier an einer Glasscheibe, nehmen das 200-fache ihres Körpergewichts an Blut auf.

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind weltweit verbreitet. Die häufigste Art in unseren Breitengraden ist der so genannte Holzbock. Die ein bis 20 Millimeter großen, bräunlich bis grauen Tiere mit deutlich abgesetzten "Schildchen" auf dem Rücken bohren sich in die Haut und saugen Blut.

Als Blutsauger sind sie zwar lästig, gefürchtet sind sie jedoch als Überträger von Krankheiten wie die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) - eine Hirnhautentzündung - oder die Lyme-Borreliose, für die Bakterien verantwortlich sind. Zecken übertragen die Erreger mit ihrem Speichel. Für Zecken ist der Mensch nur ein zeitweiliger Zwischenwirt zur Nahrungsaufnahme. Dafür verfügen sie über deutlich vom Rest des Körpers abgesetzte Mundwerkzeuge mit Widerhaken.

Nur Weibchen saugen Blut
Das Blutsaugen kann sich über mehrere Tagen hinziehen, wobei sich der Hinterleib blasenartig aufbläht. Die Männchen saugen in der Regel nicht. Die Weibchen nehmen hingegen das 200-fache ihres Körpergewichts an Blut auf. Nach dem Saugen lassen sie sich wieder fallen. Das Weibchen kommt dann zur letzten Tat ihres Lebens, es legt Tausende von Eiern. 

Zecken sitzen auf Büschen und Gräsern oder in dichtem Unterholz und nicht auf Bäumen, wie vielfach angenommen. Sie lassen sich fallen, wenn ein "Wirt" vorbeikommt. Sensible Sinnesorgane helfen ihnen dabei. Zwischen ihren Blutmahlzeiten können sie monate- bis jahrelang ohne Nahrung auskommen. Am aktivsten sind sie zwischen März und Oktober. Am wahrscheinlichsten sind Infektionen zwischen April und Juli. Sind sie auf einem Menschen, bevorzugen sie Körperstellen mit dünner, feucht-warmer Haut, wie die Leistengegend oder Achselhöhlen.

Symptome
Ein Zeckenbefall wird oft erst bemerkt, wenn ein Juckreiz einsetzt, der durch die Abgabe von Giftstoffen entsteht. Man kann die festgesogene Zecke und den aufgeblähten Körper sehen, der die Größe eines Rizinussamens annehmen kann und dann stahlgrau aussieht. Die Stellen sollten genau beobachtet werden. Eine Rötung an der Einstichstelle kann ein Zeichen für eine Borreliose sein.

Bei jeglicher Rötung sollten daher ein Arzt aufgesucht werden. Eine FSME-Infektion löst in der Regel keine Rötung an der Einstichstelle aus. Typische Zeichen einer Infektion, wie grippeähnliche Symptome, zeigen sich erst Tage bis Wochen nach dem Zeckenkontakt. Nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Infektion. Für FSME gibt es bestimmte Risikogebiete. Dazu zählen etwa Baden-Württemberg und Bayern.

Wie erkennt der Arzt FSME?
Die Erreger der Lyme-Borreliose finden sich bundesweit. Zehn bis 30 Prozent der Parasiten sind infiziert. Die Borreliose ist die am häufigsten vorkommende durch Zecken übertragene Erkrankung des Menschen in Europa. Die Diagnose der FSME erfolgt anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte, das heißt mit Fragen nach Aufenthalten in Risikogebieten und Symptomen. Im Blutserum, allerdings nicht gleich zu Beginn der Infektion, sondern erst in der zweiten Krankheitsphase, sind Antikörper nachweisbar.

Bei jedem dritten Infizierten treten schwere Krankheitszeichen auf. Bei den anderen zeigen sich geringe oder sogar gar keine Symptome. Nach 7 bis 14 Tagen kommt es in einer ersten Krankheitsphase zu grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Kopfschmerzen, Brechreiz, Schwindel oder Magen-Darm-Problemen. Bei jedem zehnten der Infizierten kommt es zu einem zweiten Stadium, in dem Störungen im zentralen Nervensystem und Lähmungen auftreten. Ein bis zwei Prozent dieser Menschen sterben im Verlauf der Infektion.

Im Impfpass festgehalten: Gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzüdung oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gibt es auch für Kinder wirksame Impfungen.
Im Impfpass festgehalten: Gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzüdung oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gibt es auch für Kinder wirksame Impfungen.

Wie erkennt der Arzt eine Lyme-Borreliose?
Die Diagnose einer Lyme-Borreliose erfolgt anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte, das heißt mit Fragen nach Aufenthalten in Risikogebieten und Symptomen. Antikörper sind im Blut nach einigen Wochen nachweisbar. Als besonders typisches Zeichen für eine Erkrankung kommt es bei etwa 40 bis 60 Prozent der Infizierten einige Tage oder Wochen zu einer Hautrötung um die Einstichstelle herum, das so genannte Erythrema chronicum migrans. Es kann sich am Körper ausbreiten und wandern. Im weiteren Krankheitsverlauf blasst die Hautrötung in der Mitte ab und bleibt dann als ringförmiges Erythem. Es verschwindet nach Wochen bis Monaten ohne Behandlung.

Daneben kann es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Lymphknotenschwellungen kommen. Etwa zehn Wochen nach dem Zeckenbiss wird der Erreger über die Blut- und Lymphgefäße im Organismus gestreut. Es kommt zu ausgeprägten allgemeinen Krankheitszeichen wie Fieber, Schwächegefühl, Nachtschweiß und unangenehmem Herzklopfen. Nervenentzündungenkönnen schwere Schmerzzustände auslösen.

Beweglichkeitsstörung der Gesichtsmuskeln
Andere mögliche Erkrankungen des Nervensystems in diesem Stadium sind die Gehirn- oder Gehirnhautentzündung, die starke Kopfschmerzen und Nackensteife verursacht und manchmal von Lähmungszeichen begleitet ist. In diesen Fällen kommt es zu Störungen der Beweglichkeit der Gesichtsmuskeln, beispielsweise beim Schließen der Augen. Daneben sind eine Entzündung des Herzmuskels und schließlich Monate bis Jahre nach der Infektion auftretende Gelenkentzündungen - die Lyme-Arthritis - typisch. Weiter können chronische Erkrankungen von Hirn und Rückenmark Lähmungen zur Folge haben. Eine seltene Spätfolge ist eine chronische Hauterkrankung.

Quelle: © ABDA/www.aponet.de.