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Coronavirus - Das sollten Sie wissen

Erschienen am 28. Februar 2020 | Letzte Änderung 6. April 2020

Derzeit verbreitet sich das neuartige Coronavirus ‒ SARS-CoV-2 ‒ auch in Deutschland. Lesen Sie hier grundsätzliche Informationen über die Covid-19 genannte Erkrankung, über Verhaltensregeln und über Maßnahmen, mit denen Sie das Infektionsrisiko für sich und andere vermindern können.

WAS SOLLTEN KUNDEN IN DER APOTHEKE BEACHTEN?

Die Apotheken vor Ort sind für alle Patientinnen und Patienten da und sichern auch in der Corona-Krise die Versorgung mit Arzneimitteln. Damit sich weder Kunden noch die Apothekenteams anstecken, bitten wir alle Menschen, einige einfache Regeln zu beachten. Sie können die Tipps als Podcast anhören oder auf dieser Seite nachlesen.

Corona-Podcast: Wichtige Tipps zum Verhalten in der Apotheke

Friederike Habighorst-Klemm, Vorstandsmitglied und Patientenbeauftragte des LAV, erklärt, worauf Kunden in der Apotheke achten müssen, um sich und die Teams vor Ansteckungen zu schützen. Im Corona-Podcast hören Sie alles Wissenswerte von Abstandhalten bis Vorbestellung von Medikamenten.


Arzneimittel vorbestellen
Um unnötige Wartezeiten in der Apotheke zu vermeiden, können Sie Ihre Medikamente in der Apotheke vorbestellen. Am besten geht das im Moment per Mail oder auch über Apps, die von Apotheken angeboten werden. Informationen finden sie in der Regel auf der Homepage Ihrer Apotheke. Eine telefonische Vorbestellung kann derzeit schwierig sein, da alle Teams unter Hochdruck arbeiten und Telefone durch andere wichtige Aufgaben belegt sein können.

Arzneimittel kommt per Botendienst nach Hause
Risikopatienten, Corona-Verdachtsfälle und Menschen in häuslicher Isolation sollten derzeit nicht aus dem Haus gehen. Für solche Menschen ist der Botendienst der Apotheken ein wichtiger Service. Ihre Apotheke bringt in solchen Situationen vorbestellte Arzneimittel nach Hause. Die Beratung zu Ihrer Medikation und die genauen Modalitäten zur Anlieferung finden im Vorfeld telefonisch statt – denn auch die Übergabe erfolgt wegen der möglichen Ansteckungsgefahr ohne direkten Kontakt.

Keine Arzneimittel hamstern
Die Nachfrage nach Arzneimitteln ist derzeit hoch. Gekauft werden vor allem auch Erkältungsmedikamente wie Fieber-, Schmerz- und Schnupfenmittel auf Vorrat. Unsere Bitte: Bevorraten Sie sich damit allenfalls in Maßen und nur, wenn sie die Arznei auch wirklich benötigen. Sie kann ansonsten denen fehlen, die wirklich krank sind und darauf angewiesen sind.

Chronisch kranke Menschen sollten in Abstimmung mit ihrem Arzt klären, welchen Bedarf auf Vorrat sie von ihrer Medikation benötigen. Planen Sie das Folgerezept rechtzeitig, denn gegebenenfalls braucht die Apotheke ein paar Tage, bis Ihr Arzneimittel beschafft werden kann.

Bin ich mit dem Coronavirus angesteckt?
Bleiben Sie bitte bei Verdacht auf das neuartige Coronavirus unbedingt zu Hause. Sie können in diesem Fall den Botendienst der Apotheke nutzen. Oder Sie schicken einen Angehörigen, um die Arzneimittel in der Apotheke zu holen. Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen, wenden Sie sich telefonisch an die bundesweite Rufnummer 116 117 oder rufen direkt in Ihrer Hausarztpraxis an.

Abstand halten!
Abstand ist die neue Fürsorge – für sich und andere. Wenn Sie in die Apotheke gehen, halten Sie bitte genug Abstand zu anderen Kunden und zum ganzen Team in Ihrer Apotheke: Am besten ein bis zwei Meter! Wenn eine Apotheke den Einlass begrenzt, halten Sie sich bitte an die Anweisungen und warten kurz vor der Apotheke. Dies dient dem Schutz aller.
Beachten Sie bitte grundsätzlich die behördlich angeordneten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, um das Corona-Virus einzudämmen.

Hygiene ist wichtig
Achten Sie darauf, dass Sie sich von Menschen wegdrehen und ein Einwegtaschentuch benutzen, wenn Sie niesen oder husten müssen. Ist kein Taschentuch greifbar, kann man Nase und Mund zur Not mit der Armbeuge abdecken. Nach dem Husten, Niesen und Naseputzen sollte man sich umgehend gründlich mit Wasser und Seife die Hände waschen.

Händewaschen ist ebenso angesagt, wenn man nach Hause kommt, nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, nach Toilettengängen und, und, und. Derzeit gilt: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig Hände waschen.

Kein Desinfektionsmittel? Keine Panik: Hände waschen ist ausreichend!
Desinfektionsmittel werden derzeit stark in der Apotheke nachgefragt und sind vielerorts nur beschränkt verfügbar. Viele Apotheken haben begonnen, Desinfektionsmittel selbst herzustellen. Nicht überall stehen derzeit aber die benötigten Rohstoffe zur Verfügung. Die entsprechenden Großhändler bemühen sich, den Engpass zu lösen.

Vergessen Sie bitte nicht: Gesunde brauchen keine Desinfektionsmittel, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Regelmäßiges Händewaschen reicht völlig aus. Hände sollten nicht nur gewaschen werden, wenn sie schmutzig sind, sondern möglichst stündlich. Waschen Sie Hände generell nach Aufenthalten in der Öffentlichkeit, in Bus oder Bahn sowie nach dem Toilettengang. Das Händewaschen sollte mindestens 20 Sekunden dauern, die Temperatur des Wassers spielt keine Rolle. Nach dem Waschen sollten die Hände gründlich abgetrocknet werden.

WIE WIRD DAS NEUARTIGE CORONAVIRUS ÜBERTRAGEN?

Die Übertragung der Coronaviren zwischen Menschen erfolgt durch Speicheltröpfchen beim Atmen, Husten oder Niesen. Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die anschließend beispielsweise das Gesicht und die Schleimhäute berühren, kann möglicherweise auch eine Übertragung stattfinden. Unklar ist noch, ob das Virus auch fäkal-oral übertragen werden kann. Man nimmt derzeit an, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten können.

WELCHE SYMPTOME KÖNNEN BEI EINER ERKRANKUNG AUFTRETEN?

Die Infektion kann zu Symptomen eines grippalen Infekts führen, wie Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber. Bei einem Teil der Patienten kann die Erkrankung auch einen schweren Verlauf nehmen. Es kann zu Atemproblemen und zu einer Lungenentzündung kommen. Todesfälle gab es bislang vornehmlich bei Patienten, die älter waren und/oder chronische Grunderkrankungen hatten. Einigen Patienten litten auch unter Durchfall.

Wird gerne vergessen:

Lüften Sie die Räume Ihrer Wohnung und Ihres Arbeitsplatzes mehrmals täglich mehrere Minuten. Dies verringert die Zahl der Keime in der Luft und verhindert zusätzlich ein Austrocknen der Schleimhäute.


WIE KANN ICH EINE ANSTECKUNG VERMEIDEN?

Wie bei anderen Atemwegserkrankungen können Sie durch einfache Hygienemaßnahmen, insbesondere Abstandhalten, Husten- und Niesetikette sowie eine gründliche Händehygiene das Risiko vermindern, sich oder andere anzustecken. Amgesichts der aktuellen Corona-Pandemie heißt das konkret:

  • Das Wichtigste zuerst: Schränken Sie soziale Kontakte bis auf Weiteres so weit als möglich ein!
  • Husten oder niesen Sie andere nicht an.
  • Husten Sie nicht in die Hand, sondern in ein Einmaltaschentuch oder in die Armbeuge.
  • Halten Sie generell und speziell beim Husten größtmöglichen Abstand zu anderen und wenden Sie sich von Ihrem Gegenüber ab.
  • Benutzen Sie Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese möglichst sofort nach einmaliger Benutzung in dicht schließenden Müllbehältern.
  • Vermeiden Sie Händekontakt.
  • Vermeiden Sie Berührungen von Augen, Nase oder Mund.
  • Waschen Sie sich oft und gründlich die Hände: Nach dem Heimkommen, nach Personenkontakt, nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und selbstredend nach der Nutzung von Sanitäreinrichtungen. Verreiben Sie die Seife 20 bis 30 Sekunden gründlich zwischen allen Fingern und auch am Handrücken. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig ab.
  • Stehen Waschgelegenheiten nicht zur Verfügung, können die Hände mit geeigneten alkoholischen Lösungen, Gels oder Tüchern desinfiziert werden.
  • Lüften Sie Räume mehrmals täglich mehrere Minuten. Dies verringert die Zahl der Keime in der Luft und verhindert das Austrocknen der Schleimhäute.
IST EIN MUND-NASEN-SCHUTZ SINNVOLL?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 3. April 2020 seine Einschätzung und Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit angepasst. In der aktualisierten Empfehlung des RKI heißt es jetzt: „Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Mund-Nasen-Bedeckung) können Tröpfchen, die man zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz). Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Mund-Nasen-Bedeckung einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt (Eigenschutz)."

Händehygiene bleibt am wichtigsten
Und weiter klärt das RKI auf: „Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt sitzt (das heißt eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden." Die sogenannten community masks müssen auch regelmäßig heiß gewaschen werden.

Gültig bleiben nach wie vor die Hinweise, dass das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung in keinem Fall dazu führen dürfe, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln beziehungsweise die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden. Fatal wäre, wenn das Tragen einer Maske ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugt und zentrale Hygienemaßnahmen deswegen vernachlässigt würden.

Medizinisches Personal geht vor
Der professionelle mehrlagige medizinische (chirurgische) Mund-Nasen-Schutz oder auch medizinische Atemschutzmasken, zum Beispiel FFP-Masken sollen aber für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben. Der Schutz von Fachpersonal ist von dringendem gesamtgesellschaftlichem Interesse und muss angesichts der Beschaffungsschwierigkeiten derzeit unbedingt vorgehen..

VERHALTENSREGELN BEI VERDACHT AUF COVID-19
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Dies gilt auch, wenn Sie keine Krankheitszeichen haben.
  • Wenn Sie sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenem Risikogebiet aufgehalten haben, melden Sie sich unabhängig von Krankheitszeichen unverzüglich telefonisch unter Hinweis auf Ihre Reise beim zuständigen Gesundheitsamt.
  • Nach einem Aufenthalt in Regionen, die zwar kein Risikogebiet sind, in denen aber Covid-19-Fälle vorkommen, sollte man unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Kommt es innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise zu Fieber, Husten oder Atemnot, sollte der Arzt aufgesucht werden ‒ allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung und mit Hinweis auf die Reise.
GIBT ES EINE SPEZIFISCHE THERAPIE GEGEN COVID-19?

Eine spezifische Behandlung gegen Covid-19 gibt es nicht. Man kann die Symptome lindern und unterstützende Maßnahmen ergreifen. Derzeit gibt es auch keinen Impfstoff, mit dem sich Covid-19 vorbeugen lässt.

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