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Webcode V210275 | Erschienen am 8. November 2016

Presseinformation der Organisation BUY LOCAL zum EuGH-Urteil

Singen, den 08.11.2016 - Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat am 19. Oktober 2016 entschieden, dass ausländische Versandapotheken die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) nicht mehr beachten müssen, wenn sie rezeptpflichtige Medikamente zu Patienten nach Deutschland schicken. Was bedeutet dies für kleine und mittelgroße Städte, für den ruralen Raum und für die Menschen, die ein Recht auf eine Grundversorgung haben?

Gerade im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente sind mehr Bedürftige, als Konsumenten betroffen; hier geht es also vielmehr um Ubiquität, denn um das Angebot-Nachfrage-Prinzip. Die Buy Local – Erlebe deine Stadt eG positioniert sich klar und deutlich für lebendige Städte, lebenswerte Regionen und für die Möglichkeit der Versorgung vor Ort. Bezugnehmend auf das Urteil zur Arzneimittelpreisverordnung des EuGH vom 19. Oktober 2016, stellt Buy Local klar, dass dies den Weg ebnet für abnehmende Infrastruktur und Bedürftige zu Konsumenten macht.

Wir setzen uns für florierende und prosperierende Regionen ein; dem steht es entgegen, wenn typische inhabergeführte oder kleinere Unternehmen in ländlichen Strukturen dem Preiswettbewerb feilgeboten werden. Einem Preiswettbewerb, den im Falle des oben genannten Urteils, die Apotheken nicht gewinnen können, da für in Deutschland ansässige Unternehmen die Preisbindung nach wie vor Wirkung besitzt. Das bedeutet, dass ein einseitiger Wettbewerbsvorteil zu Gunsten des reinen Onlineapothekers geschaffen wurde. Ein Ladensterben ist zu befürchten. Ein Ladensterben, wie es auch an anderen Stellen und in zahlreichen Branchen zu beobachten ist und das zur Folge hat, dass viele Menschen nicht mehr vor Ort beraten werden können und gerade ältere und mobil eingeschränkte Menschen unter massiven Versorgungsproblemen zu leiden haben. Inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte sind jedoch weit mehr als nur Versorgungsstätten. Sie fördern und erhalten kulturelle und soziale Infrastrukturen vor Ort, sichern Vielfalt und überzeugen durch eine wohlüberlegte Sortimentsauswahl, ohne den Kunden durch die reine Masse zu überfordern. Sie sind darüber hinaus Orte der lebendigen Begegnung und des persönlichen Austauschs.

Wenn Geschäfte in ländlichen Gebieten und in den kleinen Städten den Wettbewerb verlieren, ehe sie auch von politischer Seite dazu befähigt wurden, diesen anzunehmen, dann ist das nicht hinnehmbar. Konkret ist die Rede von fragwürdigen staatlichen Subventionen der reinen Onlinehändler mit dem ebenso fragwürdigen Argument der Arbeitsplatzschaffung. Was konkret hier fehlt ist unter anderem die Frage nach der Qualität der Arbeitsplätze. Buy Local plädiert für Städte, in denen das Leben pulsiert, in denen es eine Vielzahl von Händlern, Handwerkern und Gastronomen gibt, in denen man sich wohl fühlt und in denen man gerne wohnt und arbeitet. Zurück zum konkreten Fall und den Apotheken: Für eine lebendige Stadt und für lebenswerte Regionen sind Apotheken vor Ort unersetzlich. Für die Gesundheit sowieso.

Ansprechpartnerin:
Buy Local- Erlebe Deine Stadt eG I.G.
Ilona Schönle, schoenle@buylocal.de, Tel. 07731-9768620