Seniorenrat setzt auf Apotheken vor Ort

Ein Interview mit Roland Sing, Vorsitzender des Landesseniorenrates Baden-Württemberg

Unsere Gesellschaft wird immer älter und dank des medizinischen Fortschrittes können viele Krankheiten und Beschwerden wenn nicht geheilt, so doch zumindest gelindert werden. Gerade für Seniorinnen und Senioren spielt eine gute Gesundheitsversorgung darum eine ausgesprochen wichtige Rolle. Denn so kann eine gute Lebensqualität und eine möglichst lange Selbstständigkeit auch im Alter gesichert werden.

Webcode: V23948Erschienen am:

Roland Sing, als Vorsitzender des Landesseniorenrates in Baden-Württemberg setzen Sie sich seit vielen Jahren schon für eine angemessene Lebenssituation und Teilhabe von Seniorinnen und Senioren ein. Was genau fordern Sie grundlegend in punkto Gesundheitsversorgung für ältere Menschen?
Für ältere Menschen ist eine gute hausärztliche Versorgung von großer Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, dass die Gesundheitspolitik in Baden-Württemberg darauf hinwirkt, dass auch in Zukunft - und insbesondere im ländlichen Raum - die hausärztliche Versorgung sichergestellt ist. Die Arzneimittelversorgung hat ebenso einen hohen Stellenwert. Hier ist nicht nur die Abgabe von Arzneimitteln in zumutbarer Entfernung für Ältere wichtig, sondern vor allen Dingen eine persönliche und vertrauensvolle Beratung.

Welche Rolle sollen und können die Apotheken vor Ort hier spielen?
Gerade die öffentlichen Apotheken haben bei der Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln eine herausragende Rolle, die ich auch nicht gefährdet sehen möchte. Dies gilt flächendeckend und somit auch für den ländlichen Raum.

Seit dem EuGH-Spruch im Oktober wird in der Apothekerschaft und auch in der Öffentlichkeit über das Für und Wider des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln diskutiert. Die Apothekerschaft möchte, dass die bewährten und persönlichen Versorgungsstrukturen - gerade auch für ältere Menschen - erhalten bleiben. Der ungleiche Wettbewerb stellt nun eine Gefahr dar. Wie ist Ihre Position hierzu?
Ob das ein ungleicher Wettbewerb letztendlich sein wird, lasse ich offen. Für mich steht jedenfalls fest, dass ein Online-Versandhandel auf keinen Fall die persönliche Beratungsleistung anbieten wird wie die öffentlichen Apotheken. Deshalb ist die Kundenorientierung der öffentlichen Apotheken mit ihren Dienstleistungsmöglichkeiten - die auch mehr sein können und sollten als nur Arzneimittelberatung - der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit der öffentlichen Apotheken. Die eventuelle Preisersparnis von wenigen Cents oder Euro werden bei einem besseren Kundenservice dann nicht die entscheidende Rolle spielen, davon bin ich fest überzeugt. In diesem Sinne werden auch der Landesseniorenrat und der Sozialverband VdK eine aufklärende Rolle weiterhin spielen.

LAV-Mitglieder lesen das ganze Interview in der aktuellen Ausgabe 4/2016 der LAV-Nachrichten, die in diesen Tagen in alle Mitgliedsapotheken geliefert wird. Mitglieder lesen diese Ausgabe jetzt schon online (Log-In erforderlich).