Winter








Pressemitteilung vom 21.01.2010

Apotheker gegen Überregulierung bei Abgabe von Arzneimitteln

Will den Regelungswust bei der Arzneimittabgabe eindämmen: LAV-Ge- schäftsführerin Ina Hofferberth. Foto: © LAV.
Will den Regelungswust bei der Arzneimittabgabe eindäm- men: LAV-Geschäftsführerin Ina Hofferberth. Foto:
© LAV.

Stuttgart - Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. unterstützt die Forderung von Gesundheitsministerin Monika Stolz, bürokratische Regeln bei der Abgabe von Arzneimitteln abzu- schaffen. Auch mit Blick auf die im Arz- neiwesen geltenden Rabattverträge ap- pelliert LAV-Geschäftsführerin Hoffer- berth: "Lassen Sie uns die Vorschriften bei der Abgabe von Arzneimitteln ent- bürokratisieren."

Am Rande einer Veranstaltung zu Entwick- lungsmöglichkeiten des Deutschen Arznei- mittelmarktes sagte Hofferberth: "Es freut uns, dass sich die Ministerin dafür einsetzt, die regionale Versorgungswirklichkeit zu be- rücksichtigen. Ganz ausdrücklich hat sie die große Leistung der Apothekerinnen und Apotheker bei der Patientenversorgung aner- kannt. Auch in diesem Sinne machen wir uns für mehr Ergebnistransparenz und eine patientengerechtere Ausgestaltung der Ra- battverträge stark. Konkret fordern wir die Offenlegung der tatsächlichen Ersparnisse der Rabattverträge, bereinigt um alle Verfah- renskosten."

Effizienz der Rabattverträge ist fraglich
Die Krankenkassen schließen mit Arznei- mittelherstellern Rabattverträge, welche die Apotheken in der Praxis zur Abgabe des preis- günstigsten Arzneimittels verpflichten. Mit den Rabattverträgen wollen die Krankenkassen die Kosten für die Arzneimittelausgaben senken. Diese Verträge waren in der Vergangenheit je- doch von anderen Arzneimittelherstellern immer wieder juristisch angegriffen worden. 

Gesundheitsministerin Stolz hatte sich am Donnerstag für eine Vereinfachung der Regelungen zur Abgabe von Arzneimitteln stark gemacht. Konkret sagte sie: "Es kann nicht sein, dass wir mit fast 30 Instrumenten versuchen, die Arzneimittelversorgung zu steuern." Als Beispiel nann- te sie hierbei auch die Rabattverträge und die Aut-idem-Regelung, womit die Verpflichtung des Apothekers zum Austausch von Medikamenten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ge- meint ist.

Zukünftig soll Apotheker passendes Arzneimittel für Patienten auswählen
Für die Zukunft favorisiert Hofferberth ein Modell, bei dem der Arzt nur noch den passenden Wirkstoff für einen Patienten auswählt und die Therapiedauer bestimmt. Der Apotheker als Fachmann für Arzneimittel ist verantwortlich dafür, an den Patienten ein passendes Arzneimit- tel abzugeben und er trägt in diesem Moment auch die Verantwortung für den Preis des Medi- kaments.

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. setzt sich für die unabhängige Bera- tung von Patienten, Gesundheitsprävention und die sichere Abgabe von Arzneimitteln ein. Mit mehr als 2.400 Apothekenleitern sind 90 Prozent aller öffentlichen Apotheken in Baden-Württ- emberg Mitglied. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner Mit- glieder. Um das Wohl der Patienten kümmern sich im Land neben den approbierten Apotheker- innen und Apothekern auch rund 15.000 Fachangestellte, überwiegend Frauen, in Voll- oder meist in Teilzeit. (2.767 Zeichen)

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Links zur weiteren Information:
Geschäftsführung
VERBAND > Geschäftsstelle

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T.: 0711 22334-77
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