

Bei einem Rabattvertrag sagt ein Pharmahersteller einer Krankenkas- se zu, dass er für ein Medikament oder auch ein ganzes Sortiment ei- nen Rabatt auf den bundesweit ein- heitlichen Apothekenverkaufspreis gewährt. Die Krankenkasse wiede- rum sagt dem Hersteller zu, dass alle ihre Versicherten im Normalfall künf- tig nur dessen Präparate erhalten.
Die Vertragsdauer ist unterschiedlich - und kann von mehreren Monaten bis hin zu mehreren Jahren dauern. Kassen und Hersteller halten allerdings manche Infor- mationen aus den Verträgen geheim, wie beispielsweise das genaue Einsparvolu- men durch die später rückerstatteten Ra- batte.
Rabattarzneimittel haben Vorrang bei wirkungsgleichen Präparaten
Die Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Pharmaherstellern haben dazu geführt, dass Rabattarzneimittel seit dem 1. April 2007 Vorrang vor anderen wirkungsgleichen Präparaten ha- ben. Verschreibt ein Arzt einen Wirkstoff oder erlaubt den Austausch eines verordneten Medi- kamentes, ist der Apotheker verpflichtet, das von der jeweiligen Krankenkasse vorgesehene Rabattarzneimittel abzugeben, wenn aus seiner Sicht keine pharmazeutischen Bedenken da- gegen sprechen. Apotheker können pharmazeutische Bedenken können hinsichtlich der Wirk- stärke, Packungsgröße, Darreichungsform oder Indikationsbereich geltend machen, die sie bei Nichtabgabe des Rabattarzneimittels rechtfertigen müssen (Dokumentationsaufwand).
Krankenkassen und Apothekerverbände streiten derzeit darüber, wie die Packungsgröße zu verstehen ist: Die Apotheken verstehen darunter beispielsweise die jeweils gleiche Menge an Tabletten in den auszutauschenden Präparaten. Die Krankenkassen meinen, dass Arzneien dann auszutauschen sind, wenn sie in der Packungsform (N1, N2, N3) übereinstimmen - un- abhängig davon, ob die Tablettenzahl identisch ist.
Im Dezember 2009 wurden mehr als 28 Millionen Rabattarzneimittel abgegeben
Auch sonst erzeugen Rabattverträge einen erheblichen Mehraufwand in den Apotheken, zum Beispiel einen erhöhten Beratungs- und damit Personalaufwand. Im November 2009 waren bei- spielsweise rund 26.300 Arzneimittel in den Rabattverträgen erfasst, die fast alle Krankenkas- sen und viele Pharmahersteller miteinander abgeschlossen hatten. Im Dezember 2009 wurden 28.242.998 Rabattarzneimittel abgegeben. Das sind knapp die Hälfte aller zu Lasten der GKV abgegebenen Medikamente. Anders gesagt: Jedes zweite in einer Apotheke zu Lasten der GKV abgegebene Arzneimittel ist ein Rabattarzneimittel. Jede einzelne Apotheke musste rund 21,3 Millionen Computerdatensätze aufgrund der zu berücksichtigenden Rabattarzneimittel ver- arbeiten. Diese Computerdatensätze werden 14-tägig aktualisiert.
Grundsätzlich unterstützt der Deutsche Apothekerverband (DAV) die vom Gesetzgeber gewoll- ten Rabattverträge. Der DAV mahnt jedoch an: Alle Beteiligten, insbesondere Patienten und Apotheker, müssen von den Krankenkassen rechtzeitig vor Inkrafttreten der jeweils neuen Ra- battverträge informiert werden. Die ausgewählten Pharmahersteller müssen jederzeit voll liefer- fähig sein. Die Krankenkassen müssen die volle Transparenz für die gewährten Rabatte her- stellen, um die Einsparungen im Arzneimittelsektor und damit die Wirksamkeit der Gesund- heitsreform GKV-WSG aus dem Jahr 2007 beurteilen zu können.
Quelle: SV/ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, http://www.abda.de
Stichwort Arzneiumstellung: Rabattverträge fordern Patienten
Patientinnen und Patienten müssen im neuen Jahr damit rech- nen, andere verschreibungspflichtige Arzneimittel in der Apothe- ke zu erhalten als bislang. Je nach Krankenkasse können so ge- nannte Rabattverträge für bestimmte Wirkstoffe oder Hersteller- sortimente auslaufen oder neu in Kraft treten. ![]()
Stichwort Aufwand: Rabattarzneimittel mit Millionen Datensätzen
Die jüngsten Ausschreibungen und Abschlüsse von Rabattverträgen sorgen in den Apotheken wegen des Erklärungsbedarfs weiterhin für einen erheblichen Zusatzaufwand. Derzeit gibt es 26.300 Rabatt- arzneimittel, für deren korrekte Verwaltung und Zuordnung rund 21,3 Millionen Datensätze notwendig sind.
Stichwort Drohung: AOK gefährdet Umsetzung der Rabattverträge
Unmittelbar vor dem Start der neuen AOK-Rabattverträge über 80 weitere Wirkstoffe zum 1. April hat die AOK Baden-Württemberg rund 2.000 Apothekenleiter angeschrieben und ihnen vorgewor- fen, die bisherigen Rabattverträge unzureichend erfüllt zu haben. Angemahnt wurden auch relativ umsetzungstreue Apotheken. ![]()
Stichwort Entbürokratisierung: Apotheker gegen Überregulierung
Der LAV unterstützt die Forderung von Gesundheitsministerin Stolz, bürokratische Regeln bei der Abgabe von Arzneimitteln abzuschaf- fen. Auch mit Blick auf die geltenden Rabattverträge sollen nach dem Willen des Verbands die Vorschriften bei der Abgabe von Arz- neimitteln entbürokratisiert werden. ![]()
Stichwort "Erfolgsstory": Kassen sparen mehr als eine Milliarde
Die Rabattverträge der gesetzlichen Krankenkassen reduzieren die Arzneimittelausgaben um mehr als eine Milliarde Euro jähr- lich. Das ergaben Berechnungen des Deutschen Apothekerver- bandes (DAV) auf Basis vorliegender Informationen. Details veröf- fentlichen bislang nur wenige Kassen. ![]()
Stichwort Hersteller: Fast 70 Firmen wollen AOK Rabattverträge
68 Pharmaunternehmen haben sich nach übereinstimmenden Me- dienberichten um die Versorgung von rund 24 Millionen AOK-Ver- sicherten in Deutschland beworben. Derzeit sortiere und prüfe die AOK die eingegangenen Angebote berichtet APOTHEKE ADHOC. Der AOK kommt es auf "Angebotsauskömmlichkeit" an. ![]()
Stichwort Hintergrund: Zahlen und Fakten zu Rabattverträgen
Fast alle der 169 Krankenkassen haben Rabattverträge mit Phar- maunternehmen geschlossen. Zum 1. April 2010 treten neue Ra- battverträge der AOK, der Techniker Krankenkasse und des BKK- Dienstleisters GWQ Service Plus für insgesamt 35 Millionen Ver- sicherte von 38 Krankenkassen in Kraft. ![]()
Stichwort Internationalität: Apotheker informieren fremdsprachig
Gleiches Rezept, andere Medikamente: Die Apotheker erklären in den nächsten Wochen bis zu 2,2 Millionen AOK-Versicherten in Ba- den-Württemberg, warum sie andere Medikamente bekommen. Da- rüber klären sie auch mit Handzetteln in allen gängigen Fremdspra- chen auf, darunter griechisch und italienisch. ![]()
Stichwort Kosten: Rabattverträge reduzieren Arzneiausgaben
Die zwischen Krankenkassen und Pharmaherstellern geschlossen- en Rabattverträge reduzieren die Arzneimittelausgaben der Ge- setzlichen Krankenversicherung (GKV). Darauf weist die Bundes- vereinigung Deutscher Apothekerverbände anlässlich einer mill- iardenschweren Ausschreibung des AOK-Bundesverbandes hin. ![]()
Stichwort Logistik: Kassen starten mit 25.000 Rabattarzneimitteln
Mit mehr als 25.000 Rabattarzneimitteln beginnen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Einsparbemühungen im Jahr 2009. Für die kor- rekte Zuordnung der vielen Rabattverträge zu den Versicherten müssen derzeit mehr als 20 Millionen Datensätze in den Apotheken verarbeitet werden. ![]()
Stichwort Patient: Rabattverträge können Zuzahlungen verändern
Neue Rabattverträge können die Höhe der gesetzlichen und von Patienten zu leistenden Zuzahlungen erheblich beeinflussen. So kann es sein, dass Patienten bislang ein zuzahlungsbefreites Me- dikament bekamen, jetzt aber ein zuzahlungspflichtiges Rabatt- arzneimittel bekommen. ![]()
Stichwort Ressourcen: Apotheker rechnen mit Mehraufwand
Die Apotheken in Deutschland werden die neuen AOK-Rabattver- träge ab 1. Juni 2009 nach besten Kräften in die Praxis umsetzen. Zugleich fordern sie jedoch, dass die Versicherten rechtzeitig in- formiert werden und die Lieferfähigkeit der Hersteller sicherge- stellt ist. 
Stichwort Sparen: Apotheken helfen Arzneiausgaben dämpfen
Die Apotheken in Deutschland tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu däm- pfen. Die Abgabe von preiswerten Generika und die konsequente Umsetzung der Rabattverträge waren dabei entscheidend im Jahr 2007. Darauf macht die ABDA aufmerksam. ![]()
Stichwort Transparenz: Krankenkassen verheimlichen Einsparung
Der Deutsche Apothekerverband e. V. (DAV) fordert mehr finanziel- le Transparenz bei den Krankenkassen. Im Streit um die Zusatzbei- träge der Krankenkassen hat Apotheken-Chef Fritz Becker moniert, dass Milliarden-Einsparungen bei den Rabattverträgen nicht an die Versicherten weitergegeben werden. ![]()
Stichwort Umstellung: Viele Versicherte bekommen neue Arznei
Ab dem 1. April werden sich Millionen Versicherte in Deutschland an neue Arzneimittel gewöhnen müssen, weil neue Rabattverträ- ge etlicher gesetzlicher Krankenkassen in Kraft treten. Viele Pa- tienten erfahren erst bei der Rezepteinlösung in der Apotheke von der umgestellten Medikation. ![]()
Stichwort Verlässlichkeit: Apotheker warnen vor Chaos
Angesichts der jüngsten Pläne um Rabattverträge fordern die Apo- theker eine verlässlichere Vorgehensweise der Krankenkassen. Die Kassen müssten die Folgen der Verträge für die Patienten stärker berücksichtigen und bekannte Probleme bei den aktuellen Aus- schreibungen lösen.
Stichwort Verzögerung: Apotheker erleichtert über Verschiebung
"Ich habe den Aufschub für die aktuelle Rabatt-Ausschreibung der AOK erleichtert aufgenommen. Was die Versorgung mit Arznei- mitteln angeht, kann nun eher dafür gesorgt werden, dass es nicht zu Lieferschwierigkeiten kommt", so Fritz Becker, Präsident des Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V.
Stichwort Wartezeiten: Neue Rabattverträge in den Startlöchern
Von den neuen Rabattverträgen der AOK werden ab dem 1. Juni in Baden-Württemberg rund 60 Prozent der 3,7 Millionen Versicherten betroffen sein. Das bedeutet, dass diese Patienten unter Umständen andere Medikamente als bislang erhalten werden. Rabattverträge sind ein grundsätzlich sinnvolles Instrument. ![]()
Stichwort Zeit: Aufschub bei den Rabattverträgen der AOK
Die AOK wird die neue Runde der Rabattverträge nicht wie ge- plant zum Jahreswechsel umsetzen, meldet der Branchendienst APOTHEKE ADHOC. Notwendige Änderungen in der Ausschrei- bung hätten dazu geführt, dass die Rabattverträge vermutlich erst zum 1. März 2009 in Kraft treten sollen.
Stichwort Zielpreise: Apotheker für schnellere Entbürokratisierung
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) setzt sich für eine stärkere und schnellere Entbürokratisierung im Arzneimittelsektor ein. Der DAV-Vorsitzende Fritz Becker sagte in Bezug auf die Rabattverträ- ge, dass eine Kopplung des Apotheker-Zielpreismodells an eine Wirkstoffverordnung durch den Arzt denkbar wäre. ![]()

| 12.09.2010 Europäischer Kopf-Schmerz- und Migränetag |
| 17.09.2010 DAV-Patientenforum mit Verleihung des Gesundheitspreises 2010 |
| 18.09.2010 - 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr Der Lungentag in der Region Böblingen |
| 04.10.2010 bis 10.10.2010 Weltstillwoche |
| 07.10.2010 bis 09.10.2010 Deutscher Apothekertag |
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