

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind weltweit verbreitet. Die häufigste Art in unseren Breitengraden ist der so genannte Holzbock. Die ein bis 20 Millimeter großen, bräunlich bis grauen Tiere mit deutlich abgesetzten "Schildchen" auf dem Rücken bohren sich in die Haut und saugen Blut.
Als Blutsauger sind sie zwar lästig, gefürchtet sind sie jedoch als Überträger von Krankheiten wie die durch Viren ausgelöste Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) - eine Hirnhautentzündung - oder die Lyme-Borreliose, für die Bakterien verantwortlich sind. Zecken übertragen die Erreger mit ihrem Speichel. Für Zecken ist der Mensch nur ein zeitweiliger Zwischenwirt zur Nahrungsaufnahme. Dafür verfügen sie über deutlich vom Rest des Körpers abgesetzte Mundwerkzeuge mit Widerhaken.
Nur Weibchen saugen Blut
Das Blutsaugen kann sich über mehrere Tagen hinziehen, wobei sich der Hinterleib blasenartig aufbläht. Die Männchen saugen in der Regel nicht. Die Weibchen nehmen hingegen das 200-fache ihres Körpergewichts an Blut auf. Nach dem Saugen lassen sie sich wieder fallen. Das Weibchen kommt dann zur letzten Tat ihres Lebens, es legt Tausende von Eiern.
Zecken sitzen auf Büschen und Gräsern oder in dichtem Unterholz und nicht auf Bäumen, wie vielfach angenommen. Sie lassen sich fallen, wenn ein "Wirt" vorbeikommt. Sensible Sinnesorgane helfen ihnen dabei. Zwischen ihren Blutmahlzeiten können sie monate- bis jahrelang ohne Nahrung auskommen. Am aktivsten sind sie zwischen März und Oktober. Am wahrscheinlichsten sind Infektionen zwischen April und Juli. Sind sie auf einem Menschen, bevorzugen sie Körperstellen mit dünner, feucht-warmer Haut, wie die Leistengegend oder Achselhöhlen.
Symptome
Ein Zeckenbefall wird oft erst bemerkt, wenn ein Juckreiz einsetzt, der durch die Abgabe von Giftstoffen entsteht. Man kann die festgesogene Zecke und den aufgeblähten Körper sehen, der die Größe eines Rizinussamens annehmen kann und dann stahlgrau aussieht. Die Stellen sollten genau beobachtet werden. Eine Rötung an der Einstichstelle kann ein Zeichen für eine Borreliose sein.
Bei jeglicher Rötung sollten daher ein Arzt aufgesucht werden. Eine FSME-Infektion löst in der Regel keine Rötung an der Einstichstelle aus. Typische Zeichen einer Infektion, wie grippeähnliche Symptome, zeigen sich erst Tage bis Wochen nach dem Zeckenkontakt. Nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Infektion. Für FSME gibt es bestimmte Risikogebiete. Dazu zählen etwa Baden-Württemberg und Bayern.
Wie erkennt der Arzt FSME?
Die Erreger der Lyme-Borreliose finden sich bundesweit. Zehn bis 30 Prozent der Parasiten sind infiziert. Die Borreliose ist die am häufigsten vorkommende durch Zecken übertragene Erkrankung des Menschen in Europa. Die Diagnose der FSME erfolgt anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte, das heißt mit Fragen nach Aufenthalten in Risikogebieten und Symptomen. Im Blutserum, allerdings nicht gleich zu Beginn der Infektion, sondern erst in der zweiten Krankheitsphase, sind Antikörper nachweisbar.
Bei jedem dritten Infizierten treten schwere Krankheitszeichen auf. Bei den anderen zeigen sich geringe oder sogar gar keine Symptome. Nach 7 bis 14 Tagen kommt es in einer ersten Krankheitsphase zu grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Kopfschmerzen, Brechreiz, Schwindel oder Magen-Darm-Problemen. Bei jedem zehnten der Infizierten kommt es zu einem zweiten Stadium, in dem Störungen im zentralen Nervensystem und Lähmungen auftreten. Ein bis zwei Prozent dieser Menschen sterben im Verlauf der Infektion.

Wie erkennt der Arzt eine Lyme-Borreliose?
Die Diagnose einer Lyme-Borreliose erfolgt anhand der persönlichen Krankheitsgeschichte, das heißt mit Fragen nach Aufenthalten in Risikogebieten und Symptomen. Antikörper sind im Blut nach einigen Wochen nachweisbar. Als besonders typisches Zeichen für eine Erkrankung kommt es bei etwa 40 bis 60 Prozent der Infizierten einige Tage oder Wochen zu einer Hautrötung um die Einstichstelle herum, das so genannte Erythrema chronicum migrans. Es kann sich am Körper ausbreiten und wandern. Im weiteren Krankheitsverlauf blasst die Hautrötung in der Mitte ab und bleibt dann als ringförmiges Erythem. Es verschwindet nach Wochen bis Monaten ohne Behandlung.
Daneben kann es zu Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Lymphknotenschwellungen kommen. Etwa zehn Wochen nach dem Zeckenbiss wird der Erreger über die Blut- und Lymphgefäße im Organismus gestreut. Es kommt zu ausgeprägten allgemeinen Krankheitszeichen wie Fieber, Schwächegefühl, Nachtschweiß und unangenehmem Herzklopfen. Nervenentzündungenkönnen schwere Schmerzzustände auslösen.
Beweglichkeitsstörung der Gesichtsmuskeln
Andere mögliche Erkrankungen des Nervensystems in diesem Stadium sind die Gehirn- oder Gehirnhautentzündung, die starke Kopfschmerzen und Nackensteife verursacht und manchmal von Lähmungszeichen begleitet ist. In diesen Fällen kommt es zu Störungen der Beweglichkeit der Gesichtsmuskeln, beispielsweise beim Schließen der Augen. Daneben sind eine Entzündung des Herzmuskels und schließlich Monate bis Jahre nach der Infektion auftretende Gelenkentzündungen - die Lyme-Arthritis - typisch. Weiter können chronische Erkrankungen von Hirn und Rückenmark Lähmungen zur Folge haben. Eine seltene Spätfolge ist eine chronische Hauterkrankung.
Quelle: © ABDA/www.aponet.de.
Links zur weiteren Information:
Baden-Württemberg ist Zecken-Risikogebiet
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