

LAV-Präsident Fritz Becker ging in seinem Lagebericht vor der Mitglie- derversammlung Mitte Juli mit der Berliner Koalition hart ins Gericht. Die Regierung serviere eine Zumu- tung nach der anderen: Das verzö- gerte Absenken und Auszahlen des Apothekenabschlags, die fatale Strei- chung des Pick-up-Verbots und zahl- lose andere gesundheitspolitischen Affronts der Regierung stellte Becker an den Pranger.
Politik trifft Apotheken hart
"Letztes Frühjahr habe ich noch Prügel eingesteckt für die Milliarde Einsparung- en, die ich prognostiziert hatte bei den Rabattverträgen - mittlerweile muss diese Zahl auch Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband einräumen. Diese Milliarde konnte nur durch den Einsatz der Apotheker gehoben werden", machte Becker klar. Dennoch sind die Kassen im Gesundheitswesen leer und die Gesundheitsreform 2011 sei doch wieder zu einem Sparge- setz mutiert.
Becker: "Allein auf der Großhandelsstufe sollen etwa 400 Millionen Euro abgeschöpft werden. Der pharmazeutische Großhandel als Vorlieferant der Apotheken werde diesen Verlust aber nicht fröhlich hinnehmen. In Wahrheit trifft die Regierung mit ihrem 400-Millionen-Vorhaben nicht wie gewünscht den pharmazeutischen Großhandel, sondern getroffen werden wir Apothe- ker." Auch Staatssekretär Kapferer und Gesundheitsminister Rösler hätten das mittlerweile bestätigt.
Weniger Krankenkassen mit steigenden Ausgaben
Becker bemängelte deutlich, dass bei den Verwaltungsausgaben der Kassen nicht gespart werde: Allein im letzten Jahr seien hier die Ausgaben bei den Kassen um gut 600 Millionen Eu- ro angestiegen. Und das, obwohl es Monat um Monat weniger Kassen gebe und deren Anzahl im Oktober sogar unter die 150-Marke rutschen werde. "Für die Verwaltungskosten plant die Politik nur eine Nullrunde! Als Apotheker würde man sich mittlerweile ja schon fast freuen, wenn es mal eine Nullrunde geben würde", sagte Becker.
"Der Bogen wurde überspannt!"
"Der Wind weht zur Zeit nicht aus einer wertschätzenden Richtung, sondern er bläst uns mit voller Wucht und eiskalt ins Gesicht. Bei allem Verständnis für Sparbemühungen und Spar- Notwendigkeiten: Hier wird der Bogen derart überspannt, dass er bricht", machte Becker sei- nem Zorn Luft. "Ich will hier gar nicht drum herum reden: Wir haben es hier eindeutig mit poli- tischem Wortbruch zu tun."
Deswegen werde der LAV aber gerade jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken. "Das Gegen- teil werden wir tun. Wir werden den Kopf senken und mit den Hörnern voran um unsere Zukunft und gegen das geplante schreiende Unrecht ankämpfen. Wir erreichen täglich bei Tag und Nacht in unseren Apotheken vier Millionen Kunden, die auch Wähler sind. Wir haben hier ein Potenzial, vor dem die Politik mehr als nur einen gewaltigen Respekt hat. Das werden wir uns zu Nutze machen", versprach Becker.

Überzeugender Kassensturz
Das zweite beherrschende Thema der jährlichen Mitgliederversammlung war die Vorstellung des Haushaltes des zurück- liegenden Jahres und die Abstimmung über den Haushaltsansatz für 2010. Schatzmeister Theodor Reinert und LAV- Geschäftsführerin Ina Hofferberth präsen- tierten ausführlich die Ausgaben und Ein- nahmen des Verbandes beziehungswei- se der wirtschaftenden Töchter LAV-SO- FO-Markt und der LAV Service GmbH.
Hofferberth bilanzierte: "Trotz der Wirt- schaftskrise hat der Verband gut gewirt- schaftet und kann einen ausgewogenen Haushalt präsentieren. Als Dienstleis- tungsverband, der auch viel politische Überzeugungsarbeit leistet, investieren wir in leistungs- starkes Personal. Die Ergebnisse können sich auch sehen lassen". Die Mitgliederversamm- lung entlastete Schatzmeister Theodor Reinert sowie den Vorstand und genehmigte das Bud- get für 2010 ohne Gegenstimmen.
Downloads zur weiteren Verwendung:
Lebenslauf Fritz Becker
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Geschäftsbericht 2009 des Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V.
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DAZ-Interview mit DAV-Chef Becker: "Kassenabschlag von 1,75 gilt auch für 2010"
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LAV-Präsident Becker: "Fragen Sie Ihren Apotheker" - "im Blick"-Interview
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DAV-Vorsitzender Fritz Becker: "Patient nicht vergessen" - NAI-Interview
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DAZ-Interview mit dem neuen DAV-Vorsitzenden: Herr Becker, was sind Ihre dring- endsten Aufgaben?
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LAV-PRESSEMITTEILUNG: Fritz Becker übernimmt das Amt des DAV-Vorsitzenden - einstimmige Wahl
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Ina Hofferberth, Geschäftsführerin Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. - Variante 2
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Links zur weiteren Information:
Fritz Becker
VERBAND > Ehrenamt > Präsidium
Theodor Reinert
VERBAND > Ehrenamt > Vorstand
Geschäftsführung
VERBAND > Geschäftsstelle
Geschäftsberichtsarchiv
VERBAND > Unsere Leistungen
Gesundheit
ABDA-Lexikon der Fachbegriffe rund im Apotheke und Gesundheit
Gesundheitsreform
ABDA-Lexikon der Fachbegriffe rund um Apotheke und Gesundheit
X Wie wirkt sich die Gesundheitsreform aus?
LAV-HÖREN vom 15.07.2010
LAV-Vorsitzender der Region Karlsruhe korrigiert in "DER SPIEGEL" erschienene Halbwahrheiten über Apotheker
ABDA-Pressemitteilung vom 14.07.2010
FAZ liegt falsch mit: "Regierung verschont Apotheker"
ABDA-Pressemitteilung vom 12.07.2010
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ABDA-Pressemitteilung vom 2.07.2010
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LAV-AKTUELL vom 30.06.2010
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ABDA-Pressemitteilung vom 31.05.2010
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LAV-AKTUELL vom 16.04.2010
16 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Arzneimittel: Kassen sparen 700 Millionen Euro pro Jahr
ABDA-Pressemitteilung vom 16.04.2010
Foto: © www.pixelio.de.
Foto: © Günter Havlena/PIXELIO.
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